Manchester, Uber

Manchester: Uber, Pony.ai und Verne starten Robotaxi-Tests mit Sicherheitsfahrer

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Partner kartieren Straßen mit Sicherheitsfahrer; Fahrten für Passagiere und ein offizieller Starttermin stehen noch aus.
Eine regennasse Straßenkreuzung in Manchester bei Dämmerung mit einer Mischung aus historischer Ziegelarchitektur und moderner Glasfassade. Illustration mit AI erstellt.

Der Fahrdienstleister Uber hat gemeinsam mit dem Technologieunternehmen Pony.ai und dem Mobilitätsdienstleister Verne Testfahrten mit autonomen Fahrzeugen in Manchester aufgenommen. In der aktuellen Phase kommen Fahrzeuge der siebten Generation von Pony.ai zum Einsatz, um Straßen zu kartieren. Dabei befindet sich stets ein Sicherheitsfahrer am Steuer; Passagiere werden während dieser Testphase noch nicht befördert.

Erste Testregion im Vereinigten Königreich außerhalb von London

Mit dem Schritt ist Manchester der erste Markt für Robotaxis im Vereinigten Königreich außerhalb von London und stellt zugleich die zweite britische Stadt dar, für die Uber konkrete Robotaxi-Pläne verfolgt. Das Testgebiet erstreckt sich über das Stadtzentrum sowie Areale rund um bekannte Sportstadien.

Bei den Fahrten teilen sich die drei Partner die Aufgaben: Pony.ai stellt die autonome Fahrtechnologie und steuert operative Erfahrung bei, Verne bringt ein Service-Ökosystem sowie den Betriebsrahmen ein, während Uber den Zugang über seine weltweite Mobilitätsplattform organisiert.

Das Marktpotenzial stufen die Beteiligten als beträchtlich ein. Laut Pony.ai unternehmen Bewohner und Besucher in Greater Manchester täglich fast 6 Mio. Fahrten. Angaben zur genauen Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge, zu Tarifen, geografischen Grenzen oder einem offiziellen Starttermin für Fahrten mit regulären Fahrgästen machten die Unternehmen bisher nicht.

Der Testbetrieb läuft unter Lizenzen der Driver and Vehicle Standards Agency (DVSA) sowie des britischen Verkehrsministeriums (DfT). Die regionale Verkehrsbehörde Transport for Greater Manchester stellte klar, dass bei ihr keine Anträge für fahrerlose Taxis eingereicht worden seien, da die Genehmigung für autonome Fahrzeuge auf Ebene der britischen Regierung liege.

Ausbau der Kooperation nach Erfahrungen in Zagreb

Die Erprobung in Manchester baut auf einer bestehenden Partnerschaft in Zagreb auf. In der kroatischen Hauptstadt hatte Verne einen Monat nach Beginn der Zusammenarbeit mit Pony.ai und Uber im März Europas ersten bezahlten Robotaxi-Dienst gestartet.

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Nach Angaben von Verne verzeichnete der Dienst dort bereits Tausende Fahrten, eine Passagierbewertung von 4,7 von 5 sowie über 200.000 autonome Kilometer (~124.000 Meilen).

Im August investierte Uber zudem in Verne und nahm dessen Robotaxis in die eigene App auf. Im September starteten Verne und Pony.ai in Zagreb voll fahrerlose Testfahrten ohne Begleitpersonal an Bord auf einer 22-km-Route (13,7 Meilen) zum Flughafen.

Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Uber und Pony.ai vom August planen die Partner den Einsatz von über 2.000 Robotaxis in Europa, beginnend in Großbritannien mit London sowie vier weiteren Städten abseits von Zagreb. Für die britische Hauptstadt kündigten Uber und Pony.ai am 8.10.2026 Tests mit Gen-7-Fahrzeugen für die kommenden Wochen an.

Bereits am 3.9.2026 hatte Uber in London gemeinsam mit Wayve überwachte Fahrten mit lizenziertem Fahrer begonnen. Bis zum Ende des Jahres 2026 rechnet Uber weltweit mit autonomen Fahchangeboten in bis zu 15 Städten, schwerpunktmäßig in den USA und im Nahen Osten.

Gewerkschaftliche Kritik und Debatte über Regulierungsrahmen

Während die Erprobungen fortschreiten, warnen die Gewerkschaften GMB und ADCU vor Risiken für die Beschäftigten und sehen Tausende Fahrerarbeitsplätze gefährdet. Parallel dazu formiert sich die politische Debatte über die künftige Aufsicht.

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Gewerkschaften warnen vor dem Verlust Tausender Fahrerjobs, das London Assembly Transport Committee fordert Obergrenzen für autonome Fahrzeuge, und die Aufsichtsfrage bleibt offen. Wer seinen UK-Piloten heute aufsetzt, muss diese Stakeholder-Lage einplanen. Der Report liefert den Compliance-Audit zum Automated Vehicles Act 2024. Compliance-Audit jetzt sichern

Das Transport Committee der London Assembly forderte in einem Bericht unter anderem Befugnisse für die Verkehrsbehörde Transport for Greater London, Obergrenzen für autonome Fahrzeuge festzulegen, sobald die umfassende Gesetzgebung im Jahr 2027 in Kraft tritt.

Im britischen Verkehrsministerium laufen unterdessen Konsultationen zum Sicherheitsstandard des Automated Vehicles Act 2024, der eine Fahrweise vorsieht, die einem sorgfältigen und kompetenten menschlichen Fahrer entsprechen muss.

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