Marken-Phishing: Microsoft steht für 33 Prozent der erfassten Angriffe
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 23:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deCyberkriminelle missbrauchen für Phishing-Angriffe immer häufiger bekannte Technologiemarken wie Microsoft, Apple und Google. Wie Sicherheitsanalysten von Check Point Research am 16. Oktober 2026 mitteilten, entfielen im dritten Quartal 2026 allein 33 Prozent aller erfassten Versuche von Marken-Phishing auf Microsoft.
Im zweiten Quartal 2026 lag dieser Anteil noch bei 23 Prozent. Damit wird der US-Konzern rund viermal so oft für derartige Täuschungsmanöver zweckentfremdet wie jede andere Marke.
Große Technologiekonzerne dominieren die Rangliste
Hinter Microsoft teilen sich Apple und Google mit jeweils 8 Prozent die weiteren Plätze. Apple kletterte damit um zwei Ränge auf Platz zwei, während Google den dritten Rang einnimmt. Auf dem vierten Platz folgt LinkedIn mit einem Anteil von 6 Prozent nach einem Rückgang um zwei Plätze.
Amazon rangiert mit 4 Prozent auf Platz fünf. Zusammengenommen vereinen diese fünf führenden Marken 59 Prozent und damit mehr als die Hälfte aller im Erfassungszeitraum beobachteten Angriffe auf sich.
Dahinter positionieren sich YouTube mit 3 Prozent nach einem Zuwachs um fünf Ränge auf Platz sechs sowie Facebook und Dropbox mit jeweils 2 Prozent, wobei Dropbox um zehn Plätze aufstieg. WhatsApp und Adobe verzeichnen jeweils einen Anteil von 1 Prozent. Die Technologiebranche bleibt damit das am häufigsten nachgeahmte Segment, gefolgt von sozialen Plattformen und Banken.
Die Erhebungen bilden laut Check Point Research die unternehmenseigenen Beobachtungen ab und spiegeln nicht den gesamten weltweiten Phishing-Markt wider. Änderungen in der Erfassungsmethodik und Abdeckung können die Vergleichswerte beeinflussen. Zudem belegen die Daten nicht, wie viele Angriffsversuche tatsächlich zu gestohlenen Zugangsdaten oder erfolgreichen Systemkompromittierungen führten.
Neue Angriffsvektoren und Einsatz generativer KI
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Laut Omer Dembinsky von Check Point Research befindet sich das Marken-Phishing in einer neuen Phase. Der Einsatz generativer künstlicher Intelligenz erleichtere es Kriminellen, überzeugende E-Mails sowie täuschend echte Klone bekannter Webseiten zu erstellen. Zudem folgten die Angreifer den Anwendern zunehmend in Entwickler- und KI-Werkzeuge.
Beobachtungen aus den vergangenen Wochen verdeutlichen diesen Trend. Außerhalb des dritten Quartals registrierten die Forscher im Oktober 2026 eine Kampagne rund um den KI-Dienst Claude. Dabei drohten betrügerische Schreiben mit angeblichen Abbuchungen in Höhe von 500 Euro sowie der Aussetzung von API-Zugängen und Lizenzen.
Bereits im September 2026 fiel eine gefälschte Google-Antigravity-Seite auf, die Nutzer zur Ausführung von Linux-Befehlen verleitete, um per Fernzugriff schädliche Skripte nachzuladen.
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Ähnliche Muster zeigten sich im September bei nachgeahmten Apple-Support-Seiten zur Eingabe schädlicher Terminal-Befehle sowie bei manipulierten Webseiten der Marke Docusign, über die das Management-Werkzeug FleetDeck geladen wurde.
Massive Wellen gefälschter Kalendereinladungen
Parallel dazu verzeichneten E-Mail-Forscher von Check Point groß angelegte Täuschungswellen. Mehr als 40.000 Organisationen erhielten gefälschte Kalendereinladungen, die auf den Diebstahl von Microsoft-Zugangsdaten abzielten. Das Schutzsystem erfasste nach einem Aktivitätsgipfel am 25. September 2026 insgesamt 302.386 individuelle Phishing-Nachrichten, die von 247.270 Absenderadressen über 33.890 Domänen versendet wurden.
Bis zum 15. Oktober 2026 zählten die Experten im Schnitt 8.319 betrügerische Nachrichten pro aktivem Tag. Das monatliche Gesamtvolumen wuchs dabei massiv an: Nach wenigen Tausend Nachrichten im April kletterte die Zahl im September 2026 auf über 118.000 Mails.
In den ersten beiden Oktoberwochen überstieg das Volumen 740.000 Einheiten, wobei fast 200.000 Sendungen allein auf den 8. Oktober 2026 entfielen. Als Köder dienten vor allem gefälschte Einladungen zu Microsoft Teams, manipulierte Dateien im Kalenderformat .ics sowie Verweise auf nachgebaute Anmeldeseiten. Schwachstellen in den eigentlichen Programmen oder Dateiformaten wurden hierbei nicht ausgenutzt.
