Maschinenbau, VDMA

Maschinenbau: VDMA senkt Prognose auf minus 2 Prozent

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 23:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der VDMA erwartet 2026 den vierten Produktionsrückgang nacheinander. Auftragseingänge steigen, doch Stellenabbau und globale Risiken belasten.

VDMA senkt Maschinenbau-Prognose 2026 auf minus 2 Prozent
Eine weitläufige, menschenleere Maschinenhalle mit stillstehenden Fertigungsanlagen in einer ruhigen Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet für das laufende Jahr mit einem weiteren Produktionsrückgang. Wie aus aktuellen Verbandsangaben hervorgeht, wurde die Produktionsprognose für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau für 2026 auf real minus 2 Prozent herabgesetzt. Zuvor war der Branchenverband noch von einer Stagnation ausgegangen. Damit steht der Industriezweig vor dem vierten Rückgangsjahr in Folge.

Vierter Produktionsrückgang in Serie belastet die Branche

Die Korrektur der Erwartungen spiegelt die anhaltende Schwächephase wider. In den ersten sieben Monaten von Januar bis Juli 2026 sank die Produktion laut VDMA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 4,1 Prozent.

Bereits im Jahresverlauf hatte der Verband seine Erwartungen schrittweise angepasst: Nachdem die Prognose im Juni zunächst von plus 1 Prozent auf ein Nullwachstum korrigiert worden war, folgt nun die Senkung auf real minus 2 Prozent. Zudem berichtet der Verband, dass die Kapazitäten in den Betrieben derzeit deutlich unterausgelastet sind.

Die schwache Entwicklung hinterlässt auch auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in der Branche nach Angaben des VDMA rund 21.500 Stellen abgebaut, was etwa 3 Prozent der Beschäftigten entspricht. Bereits im Gesamtjahr 2025 gingen im deutschen Maschinenbau rund 22.000 Arbeitsplätze verloren.

Geopolitische Risiken und schwache Binnennachfrage

Als zentrale Belastungsfaktoren nennt der VDMA geopolitische Spannungen, das Zinsniveau und den zunehmenden Standortwettbewerb. Hinzu kommen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der US-Zollpolitik sowie der Geschäftsverlauf auf dem chinesischen Markt. Auch die schwache Binnennachfrage verhindere eine schnellere Erholung der Betriebe.

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Dennoch zeichnen sich in Teilen der Branche erste Stabilisierungstendenzen ab. Im Zeitraum von Januar bis Juli 2026 verzeichnete der VDMA einen preisbereinigten Anstieg des Auftragseingangs um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Getragen wurde dieses Plus vor allem von Kunden außerhalb des Euroraums: Aus Nicht-Euro-Ländern legten die Bestellungen um 14 Prozent zu. Für das Jahr 2027 prognostiziert der VDMA vor diesem Hintergrund wieder ein Produktionswachstum von real 3 Prozent.

Auftragsbestände im Verarbeitenden Gewerbe auf Rekordniveau

Ein differenziertes Bild liefern zeitgleich vorgelegte Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Im gesamten Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland stieg der reale Auftragsbestand im Juli 2026 saison- und kalenderbereinigt um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat Juni. Im Vorjahresvergleich lag das kalenderbereinigte Plus bei 10,9 Prozent, womit der Auftragsbestand einen neuen Höchststand erreichte.

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Nach Angaben von Destatis verzeichnete der Maschinenbau im Juli 2026 ein leichtes Auftragsplus von 0,8 Prozent, während die Automobilindustrie einen Rückgang von 1,7 Prozent verbuchte.

Die Reichweite des Auftragsbestands im Verarbeitenden Gewerbe lag laut Destatis im Juli bei 9,0 Monaten, nach 8,9 Monaten im Juni. Trotz der gut gefüllten Orderbücher überwiegt im Maschinen- und Anlagenbau aufgrund der aktuellen Produktionsdrosselung und der globalen Risiken vorerst die Zurückhaltung.

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