Mastercard kauft BVNK: 1,8 Milliarden für Stablecoin-Infrastruktur
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mastercard hat am 3. August 2026 den Erwerb des britischen Infrastrukturanbieters BVNK abgeschlossen. Die Transaktion, die erstmals am 1. März 2026 angekündigt worden war, markiert einen bedeutenden Schritt in der Strategie des Zahlungsdienstleisters, digitale Währungen in das bestehende Finanzsystem zu integrieren. Der Kaufpreis beläuft sich auf insgesamt 1,8 Milliarden US-dollar, wovon 1,5 Milliarden US-Dollar unmittelbar gezahlt wurden und weitere 300 Millionen US-Dollar als erfolgsabhängige Earn-out-Komponente vereinbart sind.
Strategische Expansion in die Stablecoin-Infrastruktur
BVNK gilt als spezialisierter Anbieter für Stablecoin-Infrastruktur und unterstützt Blockchain-Netzwerke in über 130 Ländern. Das Unternehmen mit Hauptsitz im Vereinigten Königreich verarbeitet nach eigenen Angaben ein jährliches Zahlungsvolumen von rund 30 Milliarden US-Dollar und deckt mehr als 150 Währungen in über 200 Ländern ab. Im Februar 2026 sicherte sich das Unternehmen eine MiCA-Autorisierung (Markets in Crypto-Assets) und verfügt zudem über eine EMI-Lizenz (Electronic Money Institution).
Mit der Integration von BVNK positioniert sich Mastercard als das erste große börsennotierte Zahlungsnetzwerk, das eine eigene Stablecoin-Infrastruktur erwirbt. Das Unternehmen beabsichtigt, die Interoperabilität zwischen Fiat-Währungen und digitalen Assets zu forcieren und Stablecoin-Lösungen für Finanzinstitute weltweit skalierbar zu machen.
Einführung der Initiative Open USD
Ein Kernaspekt der Übernahme ist die geplante Einführung der Stablecoin-Initiative „Open USD“. Hierbei handelt es sich um eine von Banken dominierte Stablecoin-Struktur, deren Start noch für das Jahr 2026 vorgesehen ist. Mastercard plant zudem, die bestehende Settlement-Infrastruktur signifikant zu erweitern. Künftig sollen Abwicklungen in RLUSD sowie weiteren Dollar-gestützten Stablecoins wie USDC, PYUSD, USDG, USDP und SoFiUSD unterstützt werden.
Die technische Umsetzung erfolgt über mehrere Blockchain-Protokolle, darunter XRPL, Ethereum, Solana, Arbitrum und Base. BVNK pflegt in diesem Zusammenhang eine Partnerschaft mit Ripple und unterstützt bereits XRP-Zahlungen. Durch die Akquisition wird Mastercard in der Lage sein, Settlement-Dienste auch intraday sowie an Wochenenden anzubieten, was die Effizienz im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr steigern soll.
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Dynamik im Markt für digitale Zahlungen
Die Übernahme erfolgt in einem Marktumfeld, in dem Stablecoins zunehmend an Bedeutung gewinnen. Branchenschätzungen zufolge beläuft sich das Marktvolumen für Stablecoins auf über 309 Milliarden US-Dollar. Dennoch ist der Anteil am globalen Zahlungsverkehr noch gering: Im Jahr 2025 machten Stablecoins mit 135 Milliarden US-Dollar lediglich etwa 0,31 Prozent des gesamten grenzüberschreitenden Zahlungsvolumens von 44 Billionen US-Dollar aus.
Parallel zu Mastercards Aktivitäten zeigen auch andere Branchengrößen verstärktes Interesse an dieser Technologie. YouTube führt aktuell Stablecoin-Auszahlungen für US-amerikanische Content-Ersteller über den PayPal-Stablecoin PYUSD ein. Meta startete am 3. August 2026 ein Pilotprogramm, um ausgewählten Creatoren in Kolumbien und den Philippinen Vergütungen in USDC auszuzahlen, wobei eine Ausweitung auf über 160 Länder bis Ende 2026 angestrebt wird. Auch der Wettbewerber Visa testet derzeit Settlement-Verfahren mit Stablecoins in Zusammenarbeit mit dem Partner Bridge.
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Trotz des technologischen Vorstoßes gibt es regulatorische Vorbehalte. So äußerte die US-Senatorin Warren am 3. August 2026 erneut Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Stabilität von Stablecoin-Zahlungen im Finanzsystem.
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