Matcha-Trend, Suchvolumen

Matcha-Trend: Suchvolumen übertrumpft Pumpkin Spice um 260%

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Matcha führt in 29 US-Staaten die Suchtrends an, während Japans Exporte wachsen und neue Getränkeideen den Markt erweitern.

Matcha überholt Pumpkin Spice: Iced Banana Matcha im Aufwind
Ein Glas Iced Matcha mit einer Schicht Bananen-Pflanzenmilch auf einem hellen Marmortisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die internationale Getränkeindustrie verzeichnet eine signifikante Verschiebung der Konsumentenpräferenzen weg von klassischen saisonalen Milchmischgetränken hin zu funktionalen Tee-Variationen.

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist das Aufkommen des „Iced Banana Matcha“, bei dem traditionelles Matcha-Pulver mit Bananenmilch kombiniert wird. Marktbeobachtungen zeigen, dass diese Kombination die herkömmliche Verwendung von einfachen Pflanzenmilch-Alternativen zunehmend ergänzt oder ersetzt.

Marktdynamik und verändertes Suchverhalten

Aktuelle Daten von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken belegen den rasanten Aufstieg von Matcha gegenüber früheren Marktführern. Während der „Pumpkin Spice Latte“ in der Vergangenheit die Trends im Spätsommer dominierte, zeigen Google-Daten aus dem August 2026, dass Matcha Latte mittlerweile in 29 US-Bundesstaaten die Suchanfragen anführt.

Im Vergleich dazu steht der Pumpkin Spice Latte nur noch in drei Staaten an der Spitze – ein deutlicher Rückgang gegenüber 48 Staaten im Jahr 2024. Das Suchvolumen für Matcha Latte liegt damit rund 260 Prozent über dem des vormaligen Herbst-Favoriten.

Parallel dazu verzeichnete der Begriff „Banana coffee syrup“ ein Allzeithoch. Auf der Plattform Pinterest stiegen die Suchanfragen für „Banana Lattes“ um 916 Prozent. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch die Verbreitung in sozialen Medien unterstützt, wobei Influencer wie Jessie Weiß und Anna Schürrle das Rezept für Iced Banana Matcha – bestehend aus einer Banane, 200 ml Milch, Matcha und Eis – popularisiert haben.

Wirtschaftliche Kennzahlen und Produktion in Japan

Der weltweite Matcha-Markt wird von der Business Research Company auf ein Volumen von über 4,2 Milliarden US-Dollar taxiert. Bis zum Jahr 2029 wird ein weiteres Wachstum von 53 Prozent prognostiziert. Diese Nachfrage spiegelt sich direkt in den Produktionszahlen des Hauptherkunftslandes Japan wider. Die Produktion von Tencha, dem Ausgangsprodukt für Matcha, hat sich in Japan innerhalb von zehn Jahren auf über 5.000 Tonnen fast verdreifacht.

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Für das Jahr 2025 meldete Japan einen Exportrekord von 10.000 Tonnen Matcha, was einer Steigerung von 250 Prozent gegenüber 2014 entspricht. Der Wert dieser Exporte belief sich auf 36,4 Milliarden Yen (ca. 200 Millionen Euro), wobei über 30 Prozent der Ausfuhren in die USA gingen.

Während die allgemeine Grünteeproduktion in Japan in den letzten zwei Jahrzehnten um 25 Prozent zurückging, stützt der Staat gezielt den Tencha-Anbau mit dem Ziel, die Exporte bis 2030 auf 15.000 Tonnen zu steigern. In der Region Kyoto berichtet die Organisation JA Zen-Noh von jährlich steigenden Großhandelspreisen aufgrund der starken Nachfrage durch Übersee-Märkte und Touristen.

Innovationen in der Gastronomie und Produktentwicklung

Die kommerzielle Nutzung von Matcha differenziert sich zunehmend aus. Unternehmen wie Blank Street in den USA geben an, dass Matcha bereits über 50 Prozent ihres Umsatzes generiert. In Brooklyn eröffnete der Anbieter Matchaful eine spezialisierte Bar, die unter anderem exklusive Kombinationen wie Melonen-Soda mit hochwertigem Matcha für 30 US-Dollar anbietet.

Auch im asiatischen Raum entstehen neue Konzepte. Die Kette Matchaya in Jakarta lancierte im August 2026 die „Whimsical Cloud Series“, die Matcha unter anderem mit Kokoswasser kombiniert. In Tokio bereitet sich die Branche auf den International Matcha Congress im November 2026 vor, bei dem Experten über Qualitätsstandards und die Arbeitsbelastung in den Anbaugebieten diskutieren werden.

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Neben dem Tee-Sektor beeinflusst der Trend auch andere Segmente. Im Bereich der Milchmischgetränke setzen Hersteller vermehrt auf Zusatznutzen durch Protein oder Kollagen. Produkte wie Kaffee mit Kollagen oder angereicherte Kefir-Getränke positionieren sich in Nischen, die durch den Social-Media-Hype um funktionale Lebensmittel entstanden sind.

Gleichzeitig gewinnen Rezepte für „Nicecream“ – veganes Eis auf Basis gefrorener Bananen – an Bedeutung, wobei Matcha als eine der zentralen Geschmacksvariationen genannt wird.

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