MB.DRIVE ASSIST PRO: Mercedes bringt Level 2+ in deutsche Städte
25.05.2026 - 09:16:21 | boerse-global.deDRIVE ASSIST PRO**-Systems in deutschen Großstädten bis Ende 2026. Stuttgart und München stehen an erster Stelle.
Das Level 2+-System wurde gemeinsam mit dem US-Chipriesen NVIDIA entwickelt und ist speziell für komplexe innerstädtische Verkehrssituationen ausgelegt. Es navigiert durch dicht besiedelte Gebiete mit Fußgängern, Radfahrern und unberechenbaren Verkehrsmustern – eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber reinen Autobahn-Assistenten.
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Von China nach Deutschland – und dann in die USA
Die Technologie ist nicht neu: Bereits Ende 2025 feierte Mercedes den erfolgreichen Start in China. Nun folgt der Heimatmarkt. Nach der Deutschland-Einführung ist ein Launch in den USA für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Die Strategie ist klar: In urbanen Ballungsräumen sammelt der Konzern wertvolle Erfahrungen mit der softwaredefinierten Fahrzeugarchitektur, bevor die Skalierung auf breitere Märkte erfolgt.
Europa öffnet sich für automatisierte Systeme
Der Zeitpunkt ist günstig gewählt. Im März 2026 legalisierte Irland Level-2-Systeme, die Niederlande gaben am 10. April grünes Licht für Teslas "Full Self-Driving" (FSD). Diese regulatorische Welle in Europa ebnet Mercedes den Weg für eine kontinentweite Einführung.
Doch der Druck aus Fernost ist enorm. Seit Dezember 2025 haben chinesische Hersteller wie Changan und BAIC bereits Level-3-Zertifikate erhalten – eine Stufe, die dem Fahrer unter bestimmten Bedingungen erlaubt, die Hände vom Steuer zu nehmen. Mercedes hält mit seinem China-Engagement dagegen, doch die Konkurrenz schläft nicht.
Tesla und XPENG: Zwei Geschwindigkeiten im Automatisierungsrennen
Erst am 23. Mai 2026 bestätigte Tesla die Verfügbarkeit seines "Supervised" FSD in China – zum Preis von 64.000 Yuan (rund 8.200 Euro). Doch der US-Konzern ist im Reich der Mitte nur die viertmeistverkaufte Elektroautomarke, weit abgeschlagen hinter BYD und Geely.
Noch einen Schritt weiter geht der chinesische Hersteller XPENG. Das Unternehmen hat kürzlich die Massenproduktion seines GX-Robotaxis in Guangzhou gestartet. Die Level-4-Plattform kommt auf beeindruckende 3.000 TOPS Rechenleistung durch Turing-AI-Chips und setzt auf eine "Pure-Vision"-Strategie – ganz ohne LiDAR oder hochauflösende Karten. Pilotbetriebe sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten, vollständig fahrerlose Operationen sind für Anfang 2027 anvisiert.
Sicherheit: Zwischen Erfolgsbilanz und Rückschlägen
Die Sicherheitsdaten sprechen eine deutliche Sprache: Eine Waymo-Studie belegt 92 Prozent weniger Unfälle mit Fußgängern und 82 Prozent weniger mit Radfahrern im Vergleich zu menschlichen Fahrern. Doch der Weg zur vollständigen Autonomie bleibt steinig.
Ende Mai 2026 musste Waymo seinen Autobahnbetrieb in mehreren US-Städten – darunter San Francisco und Phoenix – vorübergehend einstellen. Grund: Schwierigkeiten mit Baustellen und extremen Wetterbedingungen. Nach einem Vorfall in Atlanta, bei dem ein Fahrzeug in eine überflutete Straße fuhr, rief Waymo 3.791 Robotaxis der fünften und sechsten Generation zurück. Ein Software-Update zur Bewältigung wasserbedingter Hindernisse versagte.
Auch Tesla bleibt im Fokus der Kritik. Mindestens 65 Todesfälle in den USA wurden bis Ende 2025 mit dem Einsatz von Autopilot oder FSD in Verbindung gebracht. In Texas häufen sich zudem Berichte über Kollisionen bei niedrigen Geschwindigkeiten und Navigationsfehler im Rahmen des fahrerlosen Robotaxi-Betriebs.
Digitale Zwillinge: Die unsichtbare Revolution
Die Entwicklung dieser Systeme wäre ohne Digital-Twin-Technologie und industrielle Simulation kaum denkbar. Der globale Markt für digitale Zwillinge erreichte 2024 ein Volumen von 13,6 Milliarden Euro und soll 2025 auf 18,9 Milliarden Euro wachsen. Unternehmen wie die KUKA Group betonen längst, dass Simulation eine strategische Kernkompetenz für die Automatisierungszukunft ist. Im März 2026 veröffentlichte deren Tochter Visual Components die Version 5.0 ihrer Simulationssoftware – ein klares Zeichen für die wachsende Nachfrage nach virtuellen Testumgebungen.
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Ausblick: Level 4 in Europa ab 2027?
Während Mercedes seinen Level-2+-Stadt-Start vorbereitet, blickt die Branche bereits auf die nächste regulatorische Hürde: Level 4 – vollständig fahrerloses Fahren in definierten Zonen – wird für den europäischen Markt ab 2027 erwartet.
Eine "Second-Mover"-Strategie zeichnet sich ab. Nuro, einst bekannt für Lieferroboter, kündigte einen Robotaxi-Dienst in San Francisco für 2026 an – mit Fahrzeugen von Lucid, vermittelt durch Uber. Die Botschaft: Aus den Fehlern der Pioniere lernen, um einen breiter nutzbaren Service anzubieten.
Für Mercedes wird die erfolgreiche Integration von MB.DRIVE ASSIST PRO zum Lackmustest. Kann der schwäbische Traditionskonzern seinen technologischen Vorsprung gegen softwaregetriebene Newcomer like Tesla und die rasante Hardware-Entwicklung aus China behaupten? Wenn das System Anfang 2027 bundesweit verfügbar ist, wird die urbane Mobilität deutlich automatisierter sein – aber auch strenger reguliert als je zuvor.
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