McKesson-Datenleck: ShinyHunters erbeuten 284 Millionen Patienten-Datensätze
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 21:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die McKesson Corporation hat einen schwerwiegenden Cybersicherheitsvorfall bestätigt, der nach aktuellen Erkenntnissen zu einem massiven Abfluss sensibler Patientendaten geführt hat. Das Unternehmen gab bekannt, dass der Vorfall am 25. August 2026 entdeckt wurde. Ersten Untersuchungen zufolge verschafften sich Unbefugte Zugriff auf verschiedene Anwendungen von Drittanbietern und entwendeten dabei umfangreiche Datensätze.
Hinter dem Angriff steht die Erpressergruppe ShinyHunters, die das Unternehmen am 28. August 2026 auf ihrer Leak-Seite listete. Die Gruppe behauptet, im Besitz von etwa 284 Millionen patientenbezogenen Datensätzen zu sein. Dabei handelt es sich laut den Angaben um einzelne Datenzeilen und nicht zwangsläufig um die Anzahl eindeutiger Patienten. Das gesamte Volumen der exfiltrierten Daten wird auf etwa 1 TB beziffert.
Vishing-Angriffe auf Mitarbeiterkonten als Einfallstor
Nach vorliegenden Informationen nutzten die Angreifer eine gezielte Methode des Social Engineering, um in die Systeme einzudringen. Es sollen Vishing-Angriffe (Voice Phishing) auf die Okta-SSO-Konten (Single Sign-On) von Mitarbeitern durchgeführt worden sein. Durch die Kompromittierung dieser zentralen Zugangspunkte gelang es den Tätern, Zugriff auf Cloud-Infrastrukturen wie Snowflake sowie auf Daten innerhalb der Salesforce-Umgebung zu erlangen.
Die Phase der Datenexfiltration fand den Berichten zufolge in einem Zeitraum zwischen dem 21. und dem 25. August 2026 statt. In diesem Zeitfenster konnten die Angreifer die beträchtliche Datenmenge aus den betroffenen Drittanbietersystemen abziehen, bevor der Vorfall bemerkt und eingedämmt werden konnte.
Fälle von Voice Phishing und Social Engineering zeigen, wie gezielt Kriminelle psychologische Schwachstellen ausnutzen, um in Firmennetzwerke einzudringen. Dieser kostenlose Report enthüllt die aktuellen Methoden der Cyberkriminellen und wie man sie effektiv entlarvt. Anti-Phishing-Paket jetzt gratis herunterladen
Hochsensible Patientendaten und Millionen-Forderung
Die kompromittierten Informationen umfassen nach Angaben der Erpressergruppe sowohl personenbezogene Daten (PII) als auch geschützte Gesundheitsdaten (PHI). Zu den entwendeten Details gehören unter anderem Sozialversicherungsnummern, Medicaid-Nummern sowie spezifische medizinische Informationen. Damit ist das Risiko für betroffene Personen, Opfer von Identitätsdiebstahl oder Betrug zu werden, erheblich gestiegen.
Die Gruppe ShinyHunters hat eine Lösegeldforderung in Höhe von 55.236.150 US-Dollar gestellt. Ursprünglich wurde McKesson eine Frist von 72 Stunden eingeräumt, auf die das Unternehmen jedoch nicht reagiert haben soll.
Wer die Sicherheit der eigenen IT-Infrastruktur stärken möchte, muss die neuesten Trends bei Cyberangriffen und gesetzlichen Anforderungen kennen. Erfahren Sie im kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken proaktiv schließen, bevor es zu einem Datenabfluss kommt. Gratis E-Book: Cyber Security Trends sichern
In einer erneuten Drohung setzten die Angreifer nun eine letzte Warnfrist bis zum 1. September 2026 fest. Sollte die Zahlung bis dahin nicht erfolgen, droht die Gruppe mit der vollständigen Veröffentlichung der gestohlenen Daten im Internet.
Reaktionen und Empfehlungen für Betroffene
Die McKesson Corporation erklärte in einer ersten Stellungnahme, dass die Wesentlichkeit der finanziellen und operativen Auswirkungen des Vorfalls derzeit noch nicht abschließend bestimmt werden könne. Das Unternehmen arbeitet an der Aufarbeitung des Angriffs und der Sicherung der betroffenen Systeme.
Aufgrund der Sensibilität der gestohlenen Daten werden potenziell betroffene Personen dazu angehalten, ihre Kreditauskünfte und Kontobewegungen engmaschig zu überwachen. Experten raten zudem dazu, eine Kreditsperre (Credit Freeze) in Betracht zu ziehen. Diese Maßnahme kann verhindern, dass Kriminelle im Namen der Betroffenen neue Kredite aufnehmen oder Konten eröffnen, da der Zugriff auf die Kreditberichte für Dritte blockiert wird.
