ME/ CVS: Kunstausstellung sammelt 12.500 Euro für Forschung
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 12:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Bereich der Erforschung komplexer und bislang unzureichend verstandener Krankheitsbilder wie Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CVS) gewinnen private und kulturelle Initiativen zunehmend an Bedeutung.
Ein aktuelles Beispiel für dieses Engagement ist die Kunstausstellung MATER, die in der Sint-Martinuskerk im belgischen Mater (Oudenaarde) stattfand. Die Veranstaltung konnte laut Berichten von Ende September 2026 eine Summe von 12.500 Euro generieren, die vollständig der wissenschaftlichen Forschung zugutekommen soll.
Kulturelle Projekte im Dienst der medizinischen Aufklärung
Die Spendensumme wurde an die Patientenvereniging 12ME übergeben, eine Organisation, die sich für die Belange von Betroffenen einsetzt. Das Projekt MATER wurde maßgeblich durch den Künstler Johan De Gussem gestaltet. Der ehemalige Porträtfotograf präsentierte in der Ausstellung ein multimediales Spektrum, das Skulpturen zur Mutterfigur, Zeichnungen, einen Gedichtband sowie einen Kurzfilm umfasste.
Hintergrund des künstlerischen Schaffens war eine persönliche Auseinandersetzung De Gussems mit chronischen Leiden. Der Künstler berichtete, dass seine Mutter jahrelang unter einer invalidisierenden Erkrankung ohne klare medizinische Erklärung gelitten habe.
Dieses Krankheitsbild sei vergleichbar mit Fibromyalgie oder ME/CVS gewesen. Aufgrund der hohen Besucherzahlen und des Erfolgs der Ausstellung erwäge De Gussem, das Konzept künftig auch an anderen Standorten zu präsentieren.
Wissenschaftliche Notwendigkeit und Sichtbarkeit der Betroffenen
Die Relevanz solcher Veranstaltungen wird durch die aktuelle medizinische Lage unterstrichen. Kristien De Vos, Vorsitzende der Organisation 12ME, betonte im Rahmen der Berichterstattung, dass die Ausstellung dazu beigetragen habe, das verborgene Leiden der Betroffenen sichtbar zu machen. Dies sei ein entscheidender Schritt, da die Erkrankung in der öffentlichen Wahrnehmung oft unterrepräsentiert bleibe.
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Michiel Tack, stellvertretender Vorsitzender von 12ME und selbst von ME/CVS betroffen, wies auf die weiterhin bestehenden Defizite in der medizinischen Versorgung hin. Es gebe derzeit weder eine validierte Behandlungsmethode noch einen spezifischen Bluttest für die Diagnose der Krankheit. Daher habe die Erweiterung der wissenschaftlichen Kenntnisse oberste Priorität, um die Situation der Patienten nachhaltig zu verbessern.
Ergänzende Charity-Initiativen zur Forschungsförderung
Neben regionalen Kunstprojekten finden auch musikalische Veranstaltungen statt, um Mittel für die Forschung und die Unterstützung Betroffener einzuwerben. Für den 2. Oktober 2026 ist in Salzburg ein Wohltätigkeitskonzert der „Salzburger Revivalband“ im Rockhouse geplant. Die Band, bestehend aus Andreas Gusenbauer, Alfred Freudenthaler, Armin Barth und Erich Litzlhammer, begeht mit diesem Auftritt ihr 25-jähriges Jubiläum.
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Der gesamte Reinerlös dieses Konzerts soll der Österreichischen Gesellschaft für ME/CFS zugutekommen. Ziel der Veranstaltung sei es, neben der Generierung von Spenden auch die öffentliche Aufmerksamkeit für das Krankheitsbild zu erhöhen. Tickets für dieses Ereignis werden über etablierte Vorverkaufsstellen angeboten, wobei Spenden auch unabhängig vom Konzertbesuch unter spezifischen Kennworten möglich sind.
Diese verschiedenen Initiativen verdeutlichen, dass die Förderung der Forschung zu ME/CVS aktuell stark auf zivilgesellschaftlichem Engagement basiert, um die wissenschaftliche Lücke bei der Diagnose und Therapie der chronischen Erkrankung zu schließen.
