Medikamenteneinnahme: HÀlfte der Angehörigen berichtet von Fehlern
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die sachgerechte Einnahme von Arzneimitteln stellt insbesondere bei chronischen Erkrankungen und einer dauerhaften Multimedikation eine komplexe Anforderung im Versorgungsalltag dar.
Um ĂŒber Risiken, Wechselwirkungen und Einnahmeregeln aufzuklĂ€ren, widmet sich der VdK Ortsverband Oberer Hegau diesem Schwerpunkt im Rahmen der Informationsveranstaltung âMedikamente im Blickâ. Als Referentin informiert StĂ©phanie Viola Haas-Komp, Apothekerin und Inhaberin der Viola-Apotheke Volkertshausen, ĂŒber Strategien fĂŒr einen sicheren Umgang mit verordneten Therapien.
AufklÀrung und Orientierung bei komplexen MedikationsplÀnen
Die Veranstaltung findet um 19:00 Uhr in der BegegnungsstĂ€tte am Alten Sportplatz (Am Sportplatz 11) in 78259 MĂŒhlhausen-Ehingen statt. Das Angebot richtet sich an Mitglieder des Verbands sowie an interessierte GĂ€ste, der Eintritt ist frei. AuskĂŒnfte erteilt der Vorsitzende des Ortsverbands, Gerhard Winter, telefonisch unter 07733-6096 sowie per E-Mail ĂŒber vdk.obererhegau@gewint.de.
Im Mittelpunkt stehen Fragestellungen rund um Einnahmehinweise, das Erkennen möglicher Wechselwirkungen und das Behalten der Ăbersicht, wenn mehrere pharmazeutische Wirkstoffe parallel verordnet sind.
Herausforderungen und Risiken in der hÀuslichen Pflege
Wie anspruchsvoll die Handhabung mehrerer PrĂ€parate ist, belegen Daten des Zentrums fĂŒr QualitĂ€t in der Pflege (ZQP). In einer bundesweiten Untersuchung unter 1.012 pflegenden Angehörigen im Alter von 40 bis 85 Jahren vom 6. Oktober 2026 berichteten 50 Prozent der Befragten, dass Medikamente in den vorangegangenen sechs Monaten mindestens einmal falsch oder gar nicht eingenommen wurden. 19 Prozent der Teilnehmenden verzeichneten solche Fehler wiederholt. Zudem gaben 59 Prozent an, dass die pflegebedĂŒrftige Person dauerhaft mindestens fĂŒnf Arzneimittel anwendet.
Die Verantwortung liegt dabei vielfach im privaten Umfeld: 62 Prozent der Angehörigen unterstĂŒtzen bei der Medikamentenversorgung. Dabei treten regelmĂ€Ăig logistische HĂŒrden auf; 26 Prozent berichteten ĂŒber mehrfache Schwierigkeiten mit abgelaufenen oder nicht auffindbaren Packungen sowie fehlenden Rezepten.
Gleichzeitig verzeichneten 36 Prozent der Angehörigen innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate einen Sturz mit Verletzung, wenngleich ein direkter ursÀchlicher Zusammenhang mit Medikationsproblemen in der Erhebung nicht nachgewiesen wurde.
Besonders bei einer Vielzahl an verordneten PrĂ€paraten ist Vorsicht geboten, da ĂŒber 180 Wirkstoffe im Alter riskant werden können. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber bietet Ihnen wichtiges Wissen ĂŒber sichere Alternativen, um StĂŒrze und gefĂ€hrliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Die Priscus 2.0-Liste jetzt kostenlos herunterladen
Einnahmezeitpunkte, ErgÀnzungsprÀparate und digitale Begleitung
Neben der Einhaltung des Einnahmeschemas stehen spezifische AnwendungsmodalitĂ€ten im Fokus der Versorgung. Bei der Behandlung von Bluthochdruck zeigen wissenschaftliche Untersuchungen beispielsweise, dass der Einnahmezeitpunkt von Blutdrucksenkern â ob morgens oder abends â keinen relevanten Einfluss auf das Risiko von Herzinfarkten, SchlaganfĂ€llen oder die Gesamtsterblichkeit ausĂŒbt.
Aufmerksamkeit erfordert zudem der unkritische Einsatz zusĂ€tzlicher PrĂ€parate. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Endokrinologie e.V. warnt in diesem Zusammenhang vor frei verkĂ€uflichen NahrungsergĂ€nzungsmitteln, fĂŒr die ein Einfluss auf SchilddrĂŒsenhormone und Stoffwechsel ohne wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis beworben wird.
Wer sich mit der Behandlung von Bluthochdruck befasst, sucht oft nach Wegen, die Medikamentenlast sicher und natĂŒrlich zu reduzieren. Dieser Gratis-Report erklĂ€rt fundiert, wie Betroffene ihre Werte durch gezielte MaĂnahmen verbessern und das Herzinfarktrisiko senken können. 8 natĂŒrliche MaĂnahmen gegen Bluthochdruck entdecken
Da eine Autoimmunthyreoiditis die hĂ€ufigste Ursache einer SchilddrĂŒsenunterfunktion im Erwachsenenalter darstellt und standardmĂ€Ăig mit L-Thyroxin substituiert wird, raten Experten dringend davon ab, die Dosis eigenmĂ€chtig anzupassen oder das Medikament abzusetzen.
Stoffe wie Silychristin aus Mariendistelextrakten können laut Studien den Transporter MCT8 hemmen; zudem stehen erhöhte Cholinkonzentrationen mit verÀnderten Hormonwerten in Zusammenhang.
Um Transparenz bei parallelen Verordnungen zu schaffen, gewinnen digitale Dokumentationsstrukturen an Bedeutung. Die elektronische Medikationsliste im Rahmen der elektronischen Patientenakte (ePA) verzeichnet mittlerweile bundesweit rund 22 Millionen Abrufe pro Woche, was den wachsenden Bedarf an konsistenten ArzneimittelĂŒbersichten unterstreicht.
