Medikamentenengpässe, PHAGO

Medikamentenengpässe: PHAGO zählt täglich 81.000 betroffene Packungen

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PHAGO meldet mehr als 13 Prozent lieferkritische Arzneimittel; besonders betroffen sind Diabetes- und Herz-Kreislauf-Präparate.

Österreich: Lieferengpässe betreffen täglich 81.000 Medikamentenpackungen
Leere, industriell gestaltete Lagerregale in einem modernen Logistikzentrum für Arzneimittel. Illustration mit AI erstellt.

Deutlicher Anstieg bei lieferkritischen Medikamenten

Der PHAGO-Arzneimittel-Radar verzeichnet einen spürbaren Anstieg der Versorgungsengpässe auf dem österreichischen Medikamentenmarkt. Täglich sind rund 81.000 Medikamentenpackungen von Lieferproblemen betroffen. Damit hat sich die Situation im Vergleich zum Frühjahr weiter verschärft, als im Mai rund 74.000 Packungen täglich verzeichnet worden waren.

Nach Angaben des Verbandes der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler (PHAGO) gelten mittlerweile mehr als 13 Prozent der Arzneimittel als lieferkritisch.

Ergänzend zu den Großhandelsdaten weist das Vertriebseinschränkungsregister des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) rund 500 Arzneimittel aus, die nicht oder nur eingeschränkt verfügbar sind. Als statistische Grundlage für das PHAGO-Radar dienen die laufenden Erhebungen der fünf österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler.

Chronische Erkrankungen besonders stark betroffen

Die Engpässe treffen wesentliche Therapiebereiche. Bei Präparaten für den Verdauungstrakt und den Stoffwechsel sind laut PHAGO täglich etwa 28.000 Packungen betroffen. In diese Gruppe fallen auch Antidiabetika, bei denen bei rund einem Drittel bereits seit Längerem Nachschubprobleme bestehen.

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Täglich sind rund 81.000 Medikamentenpackungen in Österreich von Lieferproblemen betroffen — bei Antidiabetika und Herz-Kreislauf-Mitteln ist die Lage besonders angespannt. Wer dauerhaft auf seine Medikamente angewiesen ist, sollte jetzt vorsorgen, statt im Engpass zu improvisieren. Kostenlosen Ratgeber zur Medikamentenversorgung anfordern

Eine angespannte Lage verzeichnet der Verband zudem für Herz-Kreislauf-Medikamente, bei denen täglich 14.000 Packungen von Lieferengpässen erfasst sind. Auch bei Augenpräparaten halten die Verfügbarkeitsprobleme weiterhin an.

Ein differenziertes Bild zeigt sich bei anderen Arzneimittelgruppen. So habe sich die Verfügbarkeit von Psychopharmaka verbessert. Zudem berichtet PHAGO, dass Antibiotika sowie Erkältungs- und Fiebermittel derzeit sehr gut verfügbar seien. Um kurzfristige Lieferschwankungen abzufedern, halten die fünf Mitgliedsunternehmen des Großhandelsverbandes an 23 Standorten rund 12 Millionen Packungen eingelagert.

Debatten über Beschaffung und Gegenmaßnahmen

Die Versorgungssituation beschäftigt auch den parlamentarischen Raum. Am 6.10.2026 befasste sich der Gesundheitsausschuss des Nationalrats mit der Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln und Medizinprodukten.

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Im Rahmen der Beratungen wurde ein Entschließungsantrag der FPÖ (1056/A(E)) vertagt, der Maßnahmen zur Sicherung der Arzneimittelversorgung und eine zentrale Beschaffung durch die ÖGFG gefordert hatte. Staatssekretärin Königsberger-Ludwig hielt dazu fest, dass eine Rückverlagerung von Produktionskapazitäten nach Österreich diskutiert werde.

Ebenfalls am 6.10.2026 vertagte der Gesundheitsausschuss einen Antrag der Grünen (1014/A(E)), der die öffentliche Finanzierung medikamentöser Adipositastherapien zum Gegenstand hatte.

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