Meditation kann krank machen: 61% erleben Depersonalisation
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 08:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Idee: geführte Ruhe-Sessions mit Meditation, Klangbädern und Atemübungen. Gründerin Malia Simone setzt auf bewusste Erholung in der Gruppe.
Der Trend kommt nicht von ungefähr. Die Burnout-Zahlen steigen, und spezialisierte Wellness-Konzepte boomen. Mediziner wie Dr. Tom Ingenio sehen darin eine sinnvolle Ergänzung zur Prävention – aber keinen Ersatz für echte Therapie. „Workshops allein reichen nicht bei tiefsitzender Erschöpfung", warnt der Akupunktur-Experte.
Bed Rotting: Wenn Liegen zum Trend wird
Parallel dazu verbreitet sich auf TikTok der Begriff „Bed Rotting". Die Idee: bewusst im Bett bleiben, um zu regenerieren. Psychologen sehen das kritisch. Dr. Shelby Harris warnt: „Kurze Auszeiten sind okay, aber exzessives Liegen kann auf Depressionen hindeuten." Auf Dauer leide auch die Schlafqualität.
Die Grenze zwischen Erholung und Problem ist fließend. Erholung darf nicht mit Faulheit verwechselt werden – aber wann wird aus Ruhe Risiko?
Was die Forschung sagt
Eine Meta-Analyse im Journal „Current Psychology" liefert klare Zahlen. Forscher Yuan untersuchte 25 Studien mit über 10.000 Teilnehmern. Ergebnis: Transformationale Führung senkt das Burnout-Risiko deutlich (r=-0,361). Emotionale Erschöpfung und Depersonalisation gehen zurück, das Gefühl der Wirksamkeit steigt. Besonders stabil zeigt sich der Effekt im Gesundheitswesen.
Eine zweite Studie von der University of Glasgow und Harvard bringt Bewegung ins Spiel. Bei 91.292 Teilnehmern zeigte sich: Jede zusätzliche Stunde ununterbrochenen Sitzens erhöht die Krebssterblichkeit um 9 Prozent. Regelmäßige Unterbrechungen senken das Risiko um 19 Prozent pro Stunde. Schon fünf Minuten intensive Bewegung bringen 22 Prozent Risikoreduktion.
Wellness wird zum Geschäft
Meditation kann unerwartete Nebenwirkungen haben: Eine Studie der Universität Tübingen zeigt, dass 61,7% der Teilnehmer Depersonalisation erleben. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die Warnsignale erkennen und sicher entspannen. Jetzt Ratgeber anfordern
Der britische Gastro-Betreiber Loungers kommt nach Deutschland. Im Oktober 2026 eröffnet in Essen das erste „Southville". Vorsitzender Alex Reilley setzt auf All-Day-Gastronomie mit Tischservice – angepasst an den deutschen Markt.
Im Luxussegment investiert Tavistock eine Milliarde Dollar in „Pier Sixty-Six" in Fort Lauderdale. Der Mitgliederclub richtet sich an ein Publikum ab 53 Jahren. Auch Airlines ziehen mit: Emirates eröffnete Anfang Juli eine neue Lounge am Frankfurter Flughafen. Kosten pro Lounge: über 12 Millionen Euro.
Yoga mit Welpen – gut gemeint, aber umstritten
Puppy Yoga boomen weltweit. Die Idee: Entspannung mit Hundebabys. Tierschützer warnen vor der Ausbeutung von Zuchttieren. Auf Bali gibt es positive Beispiele: Dort finanzieren die Einnahmen die Versorgung von rund 500 Straßenhunden in Tierheimen.
Wald statt Yoga-Matte
Psychotherapeut Stefan Woinoff empfiehlt eine einfachere Methode: raus in den Wald. Studien zeigen, dass schon 20 Minuten Aufenthalt im Grünen das Stressniveau senken. Keine Mitgliedschaft nötig, kein teures Equipment.
Wenn Meditation krank macht
Wellness-Trends boomen – aber nicht jeder ist wissenschaftlich fundiert. Während Puppy Yoga und Bed Rotting oft mehr schaden als nutzen, liefert unser Ratgeber geprüfte Methoden für echte Erholung. Ratgeber jetzt sichern
Eine Studie der Universität Tübingen im Fachmagazin „Scientific Reports" zeigt eine überraschende Kehrseite. Bei 121 Teilnehmern löste Meditation bei 61,7 Prozent Zustände von Depersonalisation oder Derealisation aus – Werte über dem klinischen Schwellenwert. Die Betroffenen empfanden die Erlebnisse jedoch oft als spirituell positiv und weniger belastend als bei anderen Ursachen.
Die Botschaft: Selbst Entspannung will gelernt sein. Und was dem einen hilft, kann dem anderen schaden.
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