Meeresfrüchte, Muscheln

Meeresfrüchte: 100g Muscheln decken 85% des B12-Tagesbedarfs

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie belegt den hohen Nährstoffbeitrag wirbelloser Meerestiere und hebt Muscheln als ergiebige Quelle wichtiger Vitamine und Mineralstoffe hervor.

Studie zeigt: Muscheln liefern besonders viele Mikronährstoffe
Ruhige Aquakultur-Anlage in einer Küstenbucht bei Sonnenaufgang mit Holzpfählen im Wasser. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen zur Zusammensetzung aquatischer Lebensmittel rücken die Bedeutung von wirbellosen Meerestieren für die globale Nährstoffversorgung in den Fokus.

Eine umfassende Studie unter der Leitung von Jessica Zamborain-Mason von der King Abdullah University of Science and Technology in Saudi-Arabien, die sich auf das Referenzjahr 2019 stützt, belegt eine außergewöhnlich hohe Konzentration essenzieller Mikronährstoffe in Schalentieren und Mollusken.

Demnach enthalten Austern, Muscheln und Garnelen eine Nährstoffdichte, die ihre reine Gewichtsklasse in der Produktion und Fischerei deutlich übersteigt.

Umfangreiche Datenbasis für marine Nährstoffmodelle

Die Ergebnisse basieren auf einer breiten wissenschaftlichen Grundlage. Das Forschungsteam analysierte insgesamt 13.888 Nährstoffproben, die von 465 wirbellosen Arten stammten.

Auf dieser Basis wurde eine Modellierung für 50.807 potenziell essbare Tierarten durchgeführt, wobei das Verzeichnis SeaLifeBase als Referenz diente. Ziel der Untersuchung war es, die Verteilung von 30 verschiedenen Nährstoffen innerhalb der marinen Fauna präzise zu erfassen.

Die Analyse der marinen Fischerei verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Fanggewicht und Nährstoffertrag. Obwohl wirbellose Meerestiere lediglich etwa 15 % der weltweiten Anlandungen nach Gewicht ausmachen, leisten sie bei 11 der 30 untersuchten Nährstoffe einen überproportional hohen Beitrag. So liefern sie mehr als 30 % des verfügbaren Vitamin C und Mangans sowie über ein Viertel der Gesamtmengen an Folat, Selen und Natrium.

Hoher Beitrag der Aquakultur zur Mikronährstoffversorgung

Noch deutlicher zeigt sich dieser Effekt im Bereich der Aquakultur. Wirbellose machen in diesem Sektor zwar nur rund ein Drittel der Produktion nach Gewicht aus, sind jedoch für über 70 % des produzierten Kupfers und Zinks verantwortlich. Zudem stammen mehr als die Hälfte des verfügbaren Natriums, Jods, Vitamin B12, Vitamin C und Eisens aus dieser Quelle.

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Wer seine Vitamin-B12-Versorgung selbst in die Hand nehmen will, findet in dieser Studie einen überraschend einfachen Hebel: Schon 100 g Muscheln decken bis zu 85 % des Tagesbedarfs an B12, Selen und Chrom — und liefern dabei doppelt so viel Eisen wie Linsen. Unser kostenloser Guide zeigt Ihnen, wie Sie das ohne teure Präparate in den Alltag einbauen. Jetzt kostenlosen Ernährungs-Guide anfordern

Innerhalb der Gruppe der Wirbellosen weisen Muschelarten wie Austern, Miesmuscheln und Venusmuscheln die höchsten Konzentrationen an Eisen, Jod, Zink und Vitamin B12 auf. Bereits eine Menge von 100 g rohem Muskelgewebe wirbelloser Tiere kann bis zu 85 % des täglichen Bedarfs an Selen, Chrom und Vitamin B12 decken. Zusätzlich werden damit über 50 % des Tagesbedarfs an Kupfer und Jod abgedeckt.

Vergleich mit konventionellen Proteinquellen

Ernährungsexperten ziehen zur Einordnung der Daten Vergleiche zu landwirtschaftlichen Erzeugnissen heran. So enthalten 100 g Miesmuscheln dieselbe Menge an Vitamin B12 wie acht Rinderfilets oder 20 Eier.

Auch beim Eisengehalt schneiden Miesmuscheln im Vergleich zu pflanzlichen Quellen gut ab: Sie liefern doppelt so viel Eisen wie 100 g Linsen, wobei darauf verwiesen wird, dass tierisches Eisen vom menschlichen Organismus effizienter absorbiert werden kann.

Hinsichtlich der Proteinversorgung liefern Miesmuscheln eine ähnliche Menge wie zwei Eier, weisen dabei jedoch eine geringere Kaloriendichte auf. Ein wesentlicher Aspekt bei der Bewertung von Meeresfrüchten ist zudem die Schadstoffbelastung.

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Im Gegensatz zu größeren Raubfischen wie Thunfisch oder Lachs weisen Miesmuscheln nahezu keine Quecksilberwerte auf, bieten aber gleichzeitig hohe Anteile an Omega-3-Fettsäuren.

Fachleute betonen zudem, dass die ernährungsphysiologischen Eigenschaften sowohl bei Frischware als auch bei Konservenprodukten erhalten bleiben. Mit einem Marktpreis von etwas mehr als 1 Euro pro Dose stellen diese Produkte zudem eine kosteneffiziente Quelle für hochwertige Mikronährstoffe dar.

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