Meine Praxis: eastcare startet Patienten-App in Thurgau und St.Gallen
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 15:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Gesundheitsunternehmen eastcare führt die mobile Anwendung «Meine Praxis» (SMC:Patient) im Ärztenetz Thurgau sowie im Hausärzteverein St.Gallen ein.
Wie aus einem Bericht von Anfang November 2026 hervorgeht, richtet sich das digitale Angebot an Patientinnen und Patienten, die im Hausarztmodell versichert sind. Die Anwendung soll die Interaktion zwischen Praxen und Versicherten modernisieren und Behandlungsdaten direkt auf mobilen Endgeräten bündeln.
Datenzugriff und direkte Systemanbindung
Über die App erhalten die Versicherten Zugriff auf Funktionen zur Terminverwaltung, auf strukturierte Kommunikationskanäle sowie auf ihre aktuellen Medikationspläne und Laborwerte. Technisch wird die Anwendung über Heureka Health unmittelbar an das jeweilige Praxisinformationssystem angebunden.
Auf diese Weise entsteht bei SMC keine separate Krankengeschichte, da die Informationen direkt aus den Primärsystemen bezogen werden. Die anfallenden Onboarding- und Nutzungsgebühren werden von den beteiligten Ärztenetzen im Rahmen von Qualitätsmassnahmen vollständig übernommen.
Die Einführung schliesst an bestehende digitale Infrastrukturen der Region an. Seit Oktober 2026 können Mitglieder des Ärztenetzes Thurgau auf das System SMC:Hospital zurückgreifen, wodurch freigegebene Diagnosen und Medikationsdaten in Echtzeit zur Verfügung stehen.
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Das Spital Thurgau ist bereits an SMC angeschlossen. Bei der Weiterentwicklung regionaler Versorgungsmodelle setzt eastcare auf die Stärkung der ambulanten Grundversorgung.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf sensiblen Übergängen, etwa nach einem Spitalaufenthalt oder bei der Abstimmung mit Spitex-Diensten und Rehabilitationseinrichtungen. Ziel ist es, Schnittstellen ohne zusätzliche Organisationsebenen, parallele Portale oder doppelte Datenerfassungen zu gestalten.
Vernetzung als internationaler Branchentrend
Die zunehmende Digitalisierung der Patientenkommunikation spiegelt eine übergeordnete Branchenentwicklung wider. In den Vereinigten Staaten verzeichnet das vom Gesundheitsdienstleister UConn Health eingesetzte Portal MyChart des Anbieters Epic Systems mittlerweile über 100.000 aktive Nutzer in der Region Greater Hartford.
Die Plattform bündelt Terminbuchungen, Nachrichten an das medizinische Personal, Testergebnisse, Rezeptverlängerungen sowie integrierte Telemedizin. Der dortige Chief Medical Information Officer, Dr. Matthew Peller, erklärte, das Portal schliesse den Kreislauf zwischen Praxis und häuslichem Umfeld.
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Aus Sicherheitsgründen kommen Multi-Faktor-Authentifizierung, Verschlüsselung und HIPAA-Vorgaben zum Einsatz. Als Herausforderungen gelten der Unterstützungsbedarf älterer Patienten mit geringerer Digitalkompetenz sowie das selektive Zurückhalten hochsensibler Notizen. Für die Zukunft sind dort Einbindungen von Wearables, Fernüberwachung und Analysen mittels künstlicher Intelligenz geplant.
Auch in Deutschland wird der Ausbau digitaler Patientendienste vorangetrieben. Seit Oktober 2026 wird die elektronische Patientenakte um einen optionalen digitalen Medikationsplan ergänzt, um Arzneimittelsicherheit und Abstimmung zwischen den Leistungserbringern zu optimieren.
Begleitend hat das Bundesgesundheitsministerium eine Informationskampagne zur Akte und zu sicheren Telemedizinplattformen in allen 16 Bundesländern gestartet, um Versorgung und Verwaltungseffizienz zu straffen. Gleichzeitig diskutieren Ärzteverbände und Krankenkassen weiterhin über Software-Integration und Datenschutz bei der verbindlichen Einführung der Akte.
