Meiva, Gründerin

Meiva: Bremer Gründerin plant KI-App für 19.000 freiberufliche Hebammen

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 07:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lena Heyens Anwendung soll Dokumentation und Abrechnung automatisieren; der Datenschutz bleibt eine zentrale Entwicklungsaufgabe.

Meiva: Bremer KI-App soll Hebammen ab März 2027 entlasten
Ein helles, minimalistisches Behandlungszimmer mit einer hölzernen Wiege in einer medizinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Bremer Gründerin Lena Heyen entwickelt mit ihrer Anwendung Meiva eine auf künstlicher Intelligenz basierende App, die Hebammen im Berufsalltag spürbar von bürokratischen Aufgaben entlasten soll.

Wie die Plattform weser-kurier.de in einem Bericht vom 10.10.2026 darlegt, peilt das Projekt eine Markteinführung für März 2027 an. Die digitale Lösung setzt an einem zentralen Problem des Berufsstands an: dem erheblichen Zeitaufwand für Dokumentation und Verwaltung, der zulasten der eigentlichen Betreuungsarbeit geht.

Automatisierte Dokumentation und strenge Datenschutzauflagen

Funktional ist Meiva so konzipiert, dass die Anwendung Hebammen während der Betreuung im Hintergrund begleitet. Mithilfe künstlicher Intelligenz soll das System die erbrachten Leistungen selbstständig protokollieren und auf dieser Grundlage die notwendigen Abrechnungsunterlagen vorbereiten. Dadurch soll der manuelle Schreib- und Erfassungsaufwand nach den Terminen auf ein Minimum reduziert werden.

Bei der praktischen Umsetzung im medizinischen Umfeld steht das Vorhaben jedoch vor anspruchsvollen Rahmenbedingungen. Nach Angaben von Gründerin Lena Heyen stellt der Datenschutz aktuell die größte Herausforderung in der Entwicklung dar.

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Da im Rahmen der Hebammenbetreuung hochsensible Gesundheitsdaten von Müttern und Neugeborenen erfasst werden, müssen die algorithmischen Prozesse und die Speicherung der Daten strengsten gesetzlichen Vorgaben genügen, um im Praxisalltag verlässlich eingesetzt werden zu können.

Kleinteilige Vergütungsstrukturen im Hebammenwesen

Der administrative Druck, dem freiberufliche Hebammen unterliegen, resultiert zu großen Teilen aus stark reglementierten Abrechnungsmodalitäten. Ein Beispiel für diesen Aufwand liefert der GKV-Vertrag für Beleghebammen: In diesem Regelwerk ist eine Hebammenstunde in zwölf Fünf-Minuten-Einheiten aufgeteilt.

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Für jede vollendete Einheit sind dabei 6,19 € abrechenbar. Diese kleinteilige Taktung erfordert im Alltag eine minutengenaue Erfassung der erbrachten Tätigkeiten, was ohne digitale Unterstützung zu einem erheblichen bürokratischen Mehraufwand führt.

Relevanter Markt bei stabiler Geburtenprognose

Das Potenzial für unterstützende digitale Werkzeuge in diesem Sektor ist beachtlich. Nach Angaben von Lena Heyen gibt es in Deutschland etwa 19.000 freiberufliche Hebammen, die potenziell von automatisierten Abläufen profitieren könnten.

Zugleich bleibt der Bedarf an geburtshilflicher Betreuung auf einem kontinuierlich hohen Niveau: Der Deutsche Hebammenverband prognostiziert für Deutschland bis zum Jahr 2030 jährlich 680.000–720.000 Geburten. Angesichts dieses Arbeitsvolumens zielt die Entwicklung von Meiva darauf ab, Fachkräften durch KI-gestützte Verwaltungsabläufe wieder mehr zeitliche Freiräume für die eigentliche fachliche Begleitung von Familien zu verschaffen.

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