Melatonin erhöht Herzrisiko: Neue Studie warnt vor Schlafmitteln
20.05.2026 - 20:37:31 | boerse-global.deStress gilt als Hauptgrund – doch die abendliche Ernährung rückt zunehmend in den Fokus der Forschung. Aktuelle Studien und Richtlinien der Fachgesellschaften, veröffentlicht im Mai 2026, zeigen: Die Wahl der Lebensmittel vor dem Zubettgehen beeinflusst nicht nur die nächtliche Erholung, sondern auch die langfristige Herzgesundheit und das Demenzrisiko.
Experten warnen vor der unkritischen Einnahme von Schlafsupplementen. Gleichzeitig betonen sie das Potenzial einer antientzündlichen Kost.
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Melatonin: 90 Prozent mehr Herzrisiko bei Langzeiteinnahme
Viele Menschen setzen auf Melatonin-Präparate für eine bessere Nachtruhe. Eine aktuelle Untersuchung der American Heart Association aus dem Jahr 2026 wirft jedoch ein neues Licht auf die langfristige Anwendung.
Die Analyse von Daten über 65.000 Erwachsener mit Insomnie ergab: Eine langfristige Melatonin-Einnahme über mehr als ein Jahr erhöht das Risiko für eine Herzinsuffizienz um etwa 90 Prozent. In der untersuchten Gruppe lag die Inzidenz bei 4,6 Prozent, verglichen mit 2,7 Prozent in der Kontrollgruppe.
Die kurzfristige Einnahme – etwa zur Überwindung eines Jetlags – gilt weiterhin als sicher. Bei bestehenden Herzerkrankungen raten Mediziner jedoch zur Vorsicht.
Vitamin-D-Mangel begünstigt Alzheimer-Ablagerungen
Parallel dazu unterstreichen neurologische Langzeitbeobachtungen die Bedeutung der Vitamin-D-Versorgung in der Lebensmitte. Eine Untersuchung der Universitäten Galway und Boston an fast 800 Probanden zeigte einen klaren Zusammenhang.
Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel korreliert mit einer signifikant höheren Ablagerung von Tau-Proteinen im Gehirn – nachweisbar etwa 16 Jahre später. Diese Ablagerungen gelten als charakteristisch für Regionen, die frühzeitig von Alzheimer betroffen sind. Die Forscher führen den Effekt darauf zurück, dass Vitamin D Entzündungsprozesse und oxidativen Stress im zentralen Nervensystem dämpfen kann.
Calcium-Tabletten: Erhöhtes Risiko für Herzpatienten
Auch Calcium in Tablettenform wird zunehmend kritisch bewertet. Eine im April 2026 im Journal of the American Heart Association veröffentlichte Studie der Universität Hongkong an über 35.000 Herzpatienten stellte fest: Calciumpräparate steigern das Risiko für erneute Herzinfarkte oder Schlaganfälle um rund 10 Prozent.
Besonders bei einer Dosierung von 1.000 mg pro Tag wurde eine Gefährdung beobachtet. Männer waren statistisch stärker betroffen. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt daher eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung mit dem behandelnden Arzt.
DGE veröffentlicht neue Leitlinien zur antientzündlichen Ernährung
Im Mai 2026 veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) neue Leitlinien zur antientzündlichen Ernährung. Eine pflanzenbasierte Kost, reich an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen, unterstützt das Darmmikrobiom und senkt das Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes sowie rheumatoide Arthritis.
Die DGE empfiehlt eine tägliche Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 Gramm. In Deutschland wird dieser Wert im Durchschnitt deutlich unterschritten. Lösliche Ballaststoffe aus Äpfeln oder Hafer senken den Cholesterinspiegel, unlösliche Varianten aus Vollkornprodukten fördern die Verdauung.
Polyphenole und Flavonoide spielen innerhalb dieser Ernährungsstrategie eine wesentliche Rolle. Kapern weisen beispielsweise mit über 180 mg pro 100 g eine besonders hohe Konzentration an Quercetin auf, das antioxidativ wirkt. Auch der tägliche Verzehr von 30 Gramm Mandeln wurde in Studien als förderlich bewertet.
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PCOS wird umbenannt: Neuer Name für Volkskrankheit
In Bezug auf hormonelle Störungen gab es im Mai 2026 eine bedeutende taxonomische Änderung. Ein globales Konsortium von 56 Fachgesellschaften beschloss in der Fachzeitschrift The Lancet, das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) in polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) umzubenennen.
Der neue Name soll den metabolischen Charakter der Erkrankung besser abbilden. Weltweit sind über 170 Millionen Menschen betroffen.
Omega-3: Effiziente Quellen für die Regeneration
Für die abendliche Unterstützung der Regeneration werden spezifische Omega-3-Fettsäuren empfohlen. Experten der Ecodemy und Fachmediziner wie Dr. Matthias Riedl betonen die Bedeutung von EPA und DHA. Die DGE schlägt eine Zufuhr von 250 mg pro Tag vor.
Die körpereigene Umwandlung der pflanzlichen Alpha-Linolensäure (ALA) liegt nur bei etwa 5 bis 15 Prozent. Algenöle stellen daher eine effiziente vegane Quelle dar, um Entzündungsmarker wie das C-reaktive Protein (CRP) zu senken.
Abendliche Lebensmittel für bessere Regeneration
Bestimmte pflanzliche Lebensmittel bieten spezifische Vorteile für die körperliche Regeneration. Wassermelonen enthalten die Aminosäure L-Citrullin, die die Durchblutung verbessert und Muskelkater reduzieren kann. Gekeimter Buchweizen liefert vermehrt Aminosäuren und das Coenzym Q10. Rote Bete optimiert durch die enthaltenen Betalaine den Sauerstofftransport in den Muskeln.
Diese Effekte unterstützen die nächtliche Erholungsphase des Körpers. Auch Trauben, reich an Resveratrol, gelten als förderlich für das Muskelwachstum. Alkohol wirkt im Gegensatz dazu hemmend auf diese Prozesse.
Kreatin: Begrenzte Wirkung auf Entzündungen
Im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel wird Kreatin von Longevity-Experten wie Dr. Felix Bertram als eines der wenigen Supplemente hervorgehoben, die für eine breite Bevölkerungsschicht empfehlenswert seien. Eine brasilianische Meta-Analyse von acht randomisierten Studien zeigt jedoch: Die Wirkung auf systemische Entzündungsmarker wie CRP oder Interleukin-6 ist begrenzt.
Ein signifikanter klinischer Nutzen zur Reduktion von Entzündungen wurde lediglich nach extremen körperlichen Belastungen wie einem Marathon festgestellt. Bei Arthrose oder bei älteren Menschen konnte kein nennenswerter Effekt auf die Entzündungswerte beobachtet werden. Dennoch gilt Kreatin als sicher und wirksam zur Steigerung der Muskelkraft.
Scheinfasten: Autophagie durch Fasting Mimicking Diet
Ein weiterer Trend in der Stoffwechseloptimierung ist das sogenannte Scheinfasten (Fasting Mimicking Diet). Es basiert auf Forschungen von Prof. Valter Longo. Dabei wird dem Körper über fünf Tage eine Fastenperiode simuliert, während er dennoch mit essenziellen Nährstoffen versorgt wird.
Ab dem dritten Tag soll dieses Programm Prozesse der Autophagie einleiten – der zellulären Selbstreinigung.
Supplement-Markt: 80 Prozent der Internetseiten mit Mängeln
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel verzeichnet in Deutschland ein kontinuierliches Wachstum mit jährlichen Ausgaben von über zwei Milliarden Euro. Die Verbraucherzentrale weist jedoch auf erhebliche Probleme hin.
Bei Kontrollen wiesen etwa 80 Prozent der geprüften Internetseiten für solche Produkte Mängel in der Verkehrsfähigkeit auf. Besonders bei Produkten, die als „Immunbooster“ oder „Detox-Mittel“ beworben werden, kritisieren Experten oft einen zu hohen Zuckergehalt oder die Verwendung nicht zugelassener Inhaltsstoffe. Es besteht die politische Forderung nach EU-weiten Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe.
Jo-Jo-Effekt: Neue Studie entkräftet alte Ängste
Neue Erkenntnisse gibt es auch zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt. Eine Analyse in The Lancet Diabetes & Endocrinology durch die Professoren Magkos und Stefan widerspricht der Annahme, dass wiederholte Gewichtsschwankungen schädlicher seien als dauerhaftes Übergewicht.
Es fanden sich keine kausalen Belege für eine dauerhafte Stoffwechselunterdrückung oder einen übermäßigen Muskelabbau durch den Jo-Jo-Effekt. Eine Gewichtszunahme führe das Gesundheitsrisiko lediglich auf das Ausgangsniveau zurück – nicht jedoch darüber hinaus.
Gesundheitsreform: Kinderarzneimittel in Gefahr
In der pharmazeutischen Industrie sorgt eine geplante Gesundheitsreform für Diskussionen. Hersteller von Kinderarzneimitteln wie Infectopharm warnen vor der Einführung von Referenzpreisen. Diese würden kinderspezifische Darreichungsformen – etwa Vitamin-D-Tropfen – mit Erwachsenenpräparaten gleichsetzen.
Dies könnte die wirtschaftliche Herstellung spezialisierter Dosierungen gefährden, sofern diese nicht als versorgungskritisch eingestuft werden.
Ausblick: Personalisierte Ernährung als Trend
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Frühjahrs 2026 verdeutlichen den Trend hin zu einer stärker evidenzbasierten und personalisierten Ernährung. Während pauschale Empfehlungen für Supplemente wie Melatonin oder Calcium durch neue Sicherheitsdaten hinterfragt werden, gewinnt die gezielte Zufuhr von Mikronährstoffen wie Omega-3 und Vitamin D bei nachgewiesenem Mangel an Bedeutung.
Die Umbenennung von PCOS in PMOS signalisiert ein tieferes Verständnis für die Verknüpfung von hormonellen und metabolischen Prozessen. Langfristig dürfte dies zu präziseren Therapieansätzen führen. Die Bedeutung einer antientzündlichen Grundernährung mit Fokus auf Ballaststoffe und regionale Quellen für gesunde Fette wird voraussichtlich weiter zunehmen.
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