Menopause, Antikörper-Kombination

Menopause: Antikörper-Kombination halbiert Muskelverlust beim Abnehmen

09.06.2026 - 11:16:06 | boerse-global.de

Forschung zeigt GLP-1-Wirkung in Wechseljahren und neue Ansätze gegen Muskelabbau. Experten fordern Umbenennung von PCOS.

Menopause: Neue Therapien und Strategien für den Stoffwechsel
Menopause - Nahaufnahme des Bauches einer Frau, mit abstrakten Datenüberlagerungen, die Forschung und Stoffwechselgesundheit symbolisieren. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sinkende Östrogenspiegel begünstigen die Einlagerung von viszeralem Fett und erhöhen das Risiko für metabolische Störungen. Aktuelle Forschungsergebnisse aus dem ersten Halbjahr 2026 zeigen neue therapeutische Ansätze und spezialisierte Ernährungsstrategien.

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Neue Medikamente: GLP-1-Agonisten wirken auch in den Wechseljahren

Im Juni 2026 präsentierte die klinische Forschung neue Daten zur Wirksamkeit von GLP-1-Rezeptor-Agonisten bei Frauen in verschiedenen Phasen der Menopause. Eine Post-hoc-Analyse der Phase-3-Studien ATTAIN-1 und ATTAIN-2 untersuchte den Wirkstoff Orforglipron (Handelsname Foundayo) bei über 1.500 Teilnehmerinnen.

Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Gewichtsreduktion unabhängig vom Menopausenstatus. In der Perimenopause erreichten Probandinnen unter Höchstdosis einen Gewichtsverlust von bis zu 14,4 Prozent. Bei postmenopausalen Frauen lag die Reduktion bei bis zu 14,1 Prozent. Besonders beeindruckend: Der Taillenumfang verringerte sich in der ATTAIN-1-Studie nach 72 Wochen um bis zu 12,5 Zentimeter. Selbst Teilnehmerinnen mit Typ-2-Diabetes in der Postmenopause verloren 13,6 Prozent an Gewicht.

Parallel rückt der Erhalt der Muskelmasse in den Fokus. Eine im Juni 2026 in Nature Medicine veröffentlichte Phase-2-Studie untersuchte den Antikörper Apitegromab in Kombination mit Tirzepatid. Die Daten deuten darauf hin, dass diese Kombination den Verlust an Magermasse deutlich begrenzt: Während die Placebo-Gruppe 30,2 Prozent ihres Gewichtsverlusts aus Magermasse einbüßte, sank dieser Wert in der Apitegromab-Gruppe auf 14,6 Prozent.

PCOS wird umbenannt: „Polyendokrines metabolisches Ovarsyndrom“

Ein wissenschaftlicher Konsens, veröffentlicht im Mai 2026 in The Lancet, fordert eine präzisere Einordnung hormonell bedingter Stoffwechselerkrankungen. Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) soll demnach in „polyendokrines metabolisches Ovarsyndrom“ (PMOS) umbenannt werden. Die Umbenennung betont den systemischen Charakter der Erkrankung und deren Einfluss auf den Stoffwechsel. In Deutschland sind schätzungsweise eine Million Frauen betroffen.

Fachleute raten zudem: Vor dem Einsatz gewichtsreduzierender Medikamente sollte ab dem 40. Lebensjahr eine umfassende endokrinologische Analyse erfolgen. Parameter wie Insulinresistenz, Schilddrüsenfunktion sowie Östrogen-, Progesteron- und Cortisolspiegel müssen berücksichtigt werden, um die Stoffwechsellage individuell zu bewerten.

Wechseljahre als kritisches Zeitfenster für Essstörungen

Die Umstellungsphase der Wechseljahre wird von Experten zunehmend als kritisches Zeitfenster für Essstörungen wahrgenommen. Eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck ergab im Juni 2026: Etwa 7 bis 12 Prozent der Frauen in den Wechseljahren weisen ein gestörtes Essverhalten auf. Das häufigste Phänomen ist Binge Eating.

Als Auslöser identifizierten die Forscher neben der hormonellen Umstellung auch belastende Lebensumstände – etwa Veränderungen in der familiären Struktur oder Schlafstörungen. Mediziner warnen vor restriktiven Diäten, die in dieser Lebensphase schnell zu Nährstoffmangel führen können.

Krafttraining statt Ausdauer: So bleibt der Stoffwechsel fit

Um dem Abbau von Muskelmasse und der Verschlechterung der Insulinsensitivität entgegenzuwirken, gewinnt die Kombination aus gezielter Ernährung und Krafttraining an Bedeutung. Fachleute empfehlen für Frauen ab 40 Jahren zwei bis drei intensive Ganzkörpereinheiten pro Woche. Reines Ausdauertraining ist weniger effektiv – bei übermäßiger Intensität steigt das Stresshormon Cortisol, was den Fettabbau erschweren kann.

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Bei der Nährstoffzufuhr wird eine erhöhte Proteinaufnahme von 1,2 bis 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen, in einigen Empfehlungen sogar bis zu 2,0 Gramm. Studien aus dem Zeitraum 2023 bis 2025 zeigen zudem: Eine Ernährung reich an Soja-Isoflavonen und Omega-3-Fettsäuren kann positive Effekte auf vasomotorische Symptome und die Schlafqualität haben.

Österreich startet Frauengesundheitsstrategie

Auf gesundheitspolitischer Ebene reagieren erste Länder auf den Forschungsbedarf zur Frauengesundheit. In Österreich wurde im Juni 2026 die Arbeit an einer neuen Frauengesundheitsstrategie aufgenommen. Diese soll evidenzbasierte Informationsangebote zu den Wechseljahren und eine verbesserte Versorgung bei Endometriose umfassen. Erste konkrete Umsetzungsschritte sind für 2027 geplant.

Gleichzeitig weiten gesetzliche Krankenkassen ihre Unterstützung für präventive Maßnahmen aus. Mitglieder erhalten finanzielle Zuschüsse oder Beitragsrückerstattungen für nachgewiesene Fitnessaktivitäten und Gesundheitskurse – ein Schritt zur Förderung der langfristigen metabolischen Gesundheit.

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