Menopause: Fettzellen haben ein GedÀchtnis von bis zu 10 Jahren
09.06.2026 - 06:20:54 | boerse-global.de
Die Perimenopause und Menopause bringen fĂŒr viele Frauen eine unliebsame Begleiterscheinung: die Zunahme von viszeralem Bauchfett. Wissenschaftler haben nun die komplexen Mechanismen entschlĂŒsselt.
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Was im Körper passiert
In den Wechseljahren gerĂ€t das hormonelle Gleichgewicht massiv unter Druck. Neben sinkenden Ăstrogenspiegeln begĂŒnstigen auch Stress, Schlafmangel und eine nachlassende InsulinsensitivitĂ€t die Fetteinlagerung am Bauch. Eine zentrale Rolle spielt das Nervensystem.
Die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels gilt als wesentlicher Ansatzpunkt zur Regulation des Stoffwechsels.
Fettzellen haben ein GedÀchtnis
Forscher der ETH ZĂŒrich liefern eine ErklĂ€rung fĂŒr den berĂŒchtigten Jo-Jo-Effekt. Ihre im Fachmagazin âNatureâ veröffentlichte Studie zeigt: Fettzellen besitzen ein epigenetisches GedĂ€chtnis fĂŒr Ăbergewicht, das bis zu zehn Jahre anhalten kann. Das verdeutlicht die Langfristigkeit metabolischer PrĂ€gungen.
Rapsöl rehabilitiert
In der ErnĂ€hrungsberatung rĂŒckt die QualitĂ€t der Fette in den Fokus. Rapsöl wurde lange Zeit zu Unrecht verteufelt, sagen Experten. Studien belegen, dass das FettsĂ€ureverhĂ€ltnis von Omega-6 zu Omega-3 mit etwa 2:1 optimal ist. Der Gehalt an ErucasĂ€ure liegt zudem unter dem EU-Standard von 0,5 Prozent. Das macht das Ăl hitzestabil und gesundheitlich unbedenklich.
Training am Wochenende reicht
Gute Nachrichten fĂŒr alle, die wenig Zeit haben. Eine Studie der UniversitĂ€t Hongkong mit 315 Teilnehmenden zeigt: Eine einzige Einheit von 75 Minuten Intervalltraining pro Woche kann ausreichen. Das einmalige Training reduziert Bauchfett Ă€hnlich effektiv wie drei separate Einheiten von je 25 Minuten. Auch die kardiorespiratorische Fitness profitiert gleichermaĂen.
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Neue Medikamente zeigen Wirkung
Die Pharmaindustrie macht Fortschritte bei Gewichtsreduktions-Medikamenten fĂŒr die Menopause. Eli Lilly prĂ€sentierte Ergebnisse der ATTAIN-Studien mit dem Wirkstoff Orforglipron. Bei ĂŒber 1.500 Frauen wurde ein Gewichtsverlust von bis zu 14,4 Prozent in der Perimenopause und 14,1 Prozent in der Postmenopause dokumentiert.
Auch Wirkstoffe von Boehringer Ingelheim und Zealand Pharma wie Survodutide zeigen Potenzial. Sie reduzieren viszerales Fett und Leberfett um bis zu 34 Prozent.
Muskelschwund stoppen
Ein Problem bei GLP-1-Agonisten bleibt der Verlust von Muskelmasse. Eine Phase-2-Studie liefert nun einen Lösungsansatz: Der Antikörper Apitegromab kann den ĂŒblichen Muskelschwund von 3,5 kg auf 1,6 kg halbieren.
Neue Klassifizierung fĂŒr PCOS
Im Mai 2026 erfolgte eine wegweisende Neudefinition. âThe Lancetâ benannte das bisherige PCOS in PMOS (polyendokrines metabolisches Ovarsyndrom) um. Die Ănderung unterstreicht den systemischen Charakter von Stoffwechselstörungen bei Frauen. In Deutschland ist etwa jede achte betroffen.
Psychische Belastung nicht unterschÀtzen
Die Wechseljahre bergen auch Risiken fĂŒr die psychische Gesundheit. Laut der Medizinischen UniversitĂ€t Innsbruck weisen 7 bis 12 Prozent der Frauen in dieser phase ein gestörtes Essverhalten auf. Binge Eating wird am hĂ€ufigsten diagnostiziert.
Als Auslöser gelten neben der hormonellen Umstellung auch Schlafmangel und Körperunzufriedenheit. Eine Umfrage zeigt: Nur 19 Prozent der Frauen sind mit ihrem Aussehen sehr zufrieden. Das erhöht das Risiko fĂŒr Depressionen und Angststörungen.
Fachleute raten daher zu einer ganzheitlichen Betreuung, die hormonelle Analysen und psychologische UnterstĂŒtzung integriert.
