Menopause: GröĂte europĂ€ische Studie mit 66.000 Frauen startet
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 21:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Spezialisierte DiĂ€t-Apps drĂ€ngen auf den Markt, wĂ€hrend groĂangelegte Studien die StoffwechselverĂ€nderungen wĂ€hrend der Menopause untersuchen. Im Fokus: die Verbindung von digitaler UnterstĂŒtzung, ErnĂ€hrung und medizinischer Vorsorge.
Personalisierte Programme fĂŒr die Wechseljahre
Kommerzielle Gesundheitsanwendungen wie âReverse Healthâ gewinnen an Bedeutung. Das 12-wöchige Abnehmprogramm richtet sich explizit an Frauen ĂŒber 40 und adressiert die hormonellen Besonderheiten der Wechseljahre. MitbegrĂŒnder Matt Jones und Monika Friedman setzen auf eine Kombination aus App-basierten ErnĂ€hrungsplĂ€nen und Trainingsangeboten. Die Kosten: ab 2,65 Euro pro Woche.
Auch öffentliche TrĂ€ger steigen ein. Die Deutsche Rentenversicherung bietet mit âRV Fit Balanceâ ein Programm speziell fĂŒr Frauen in den Wechseljahren. Es umfasst eine fĂŒnftĂ€gige stationĂ€re Initialphase und ein sechsmonatiges Heimtraining, das drei Monate tele-therapeutisch begleitet wird. FĂŒr gesetzlich Versicherte ist das Angebot kostenfrei â inklusive eines dreitĂ€gigen Refresher-Kurses und Reisekostenerstattung.
Rekordstudie aus Spanien
Die wissenschaftliche Datenlage zur Menopause wird massiv ausgebaut. In Spanien starteten Boticaria GarcĂa und Dr. Javier Butragueño die Studie âMujeres de Hierroâ. Innerhalb von zwei Monaten meldeten sich ĂŒber 66.000 Frauen an â das macht sie zur gröĂten europĂ€ischen Untersuchung in diesem Bereich. Die Studie richtet sich an Frauen zwischen 40 und 70 Jahren. Die Ergebnisse sollen im Oktober 2026 auf dem Weltmenopausenkongress in Brasilien vorgestellt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt: die EffektivitĂ€t von Gewichtsverlust-Strategien. Eine norwegische Studie unter der Leitung von Dr. Line Kristin Johnson untersuchte den DiĂ€tverlauf bei 284 Erwachsenen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine schnelle Gewichtsabnahme zu Beginn nicht zwangslĂ€ufig zum Jojo-Effekt fĂŒhrt. Teilnehmer mit initial weniger als 1.000 Kalorien pro Tag verloren nach einem Jahr 14,4 Prozent Gewicht. Eine Vergleichsgruppe mit moderater Kalorienreduktion lag bei 10,5 Prozent.
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Risiken von Crash-DiÀten und neue Medikamente
Experten warnen jedoch vor unkontrollierten Crash-DiĂ€ten. Stoffwechselkuren mit 500 bis 700 Kalorien tĂ€glich können zu NĂ€hrstoffmangel fĂŒhren. FĂŒr HCG-PrĂ€parate liegt keine wissenschaftlich belegte Wirkung vor. Eine nachhaltige Reduktion erfordere ein moderates Kaloriendefizit von 300 bis 500 Kalorien pro Tag in Verbindung mit Bewegung.
Im Bereich der medikamentösen UnterstĂŒtzung zeigen GLP-1-Rezeptor-Agonisten signifikante Effekte, aber auch Nebenwirkungen. Laut einer im Juli 2026 veröffentlichten BMJ-Studie fĂŒhrt Tirzepatid zu einem Gewichtsverlust von rund 15 Prozent â geht aber hĂ€ufig mit Verdauungsbeschwerden einher. Semaglutid, das in Tablettenform (Wegovy) im Mai 2026 eine Zulassungsempfehlung der EMA erhielt, erreicht etwa 10 Prozent Gewichtsreduktion.
Im FrĂŒhjahr 2026 gab es zudem eine terminologische Neuerung: Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) heiĂt nun PMOS. Weltweit sind etwa 170 Millionen Frauen betroffen. Die Erkrankung steht oft in engem Zusammenhang mit Insulinresistenz und Gewichtsproblemen â was differenzierte Diagnose- und TherapieansĂ€tze erfordert.
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Digitale Kompetenz fĂŒr die Gesundheit
Die Bedeutung digitaler Gesundheitsdienste wird auch auf kommunaler Ebene thematisiert. Im Rhein-Lahn-Kreis sind fĂŒr den SpĂ€tsommer 2026 Informationsveranstaltungen geplant. Themen: die elektronische Patientenakte, Gesundheits-Apps und der Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz in der Medizin. Ziel ist es, Frauen den Zugang zu modernen Versorgungsformen zu erleichtern und die digitale SouverĂ€nitĂ€t im Umgang mit Gesundheitsdaten zu stĂ€rken.
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