Menopause, Diabetesrisiko

Menopause vor 45: Das Diabetesrisiko steigt laut DDG um 30 Prozent

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 11:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mediterrane Kost, ausreichendes Protein und regelmäßige Gesundheitskontrollen können gesunde Lebensjahre und Selbstständigkeit unterstützen.
Eine Auswahl an frischen, gesunden Lebensmitteln wie Nüssen, Samen und Gemüse auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Fokus auf die gesunden Lebensjahre

Mit dem Erreichen des 40. Lebensjahres verschiebt sich der medizinische Blick zunehmend von der bloßen Lebenserwartung auf die Spanne gesunder Lebensjahre.

Zwischen der allgemeinen Lebensdauer und den beschwerdefreien Jahren können nach Erkenntnissen aus europäischen und US-amerikanischen Kohortenstudien Jahrzehnte liegen; viele Menschen verbringen ihre letzten 10 bis 15 Lebensjahre mit chronischen Leiden wie Diabetes, Herzerkrankungen, Demenz oder Arthritis.

Weltweit gehen im Rahmen der Global Burden of Disease Study jährlich rund 11 Millionen Todesfälle auf ungesunde Ernährung zurück. Eine Analyse in „Nature Medicine“ an über 100.000 Erwachsenen zeigte, dass eine konsistent mediterrane oder pflanzenbasierte Ernährung zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr unabhängig von genetischen Risikofaktoren mit signifikant mehr krankheitsfreien Jahren im Alter einhergeht.

Proteine und Mikronährstoffe im Alterungsprozess

Eine zentrale Rolle für den Erhalt von Muskelmasse und Selbstständigkeit spielt die Eiweißversorgung. Eine Untersuchung der Universität Schardscha unter Leitung von Dr. Rizwan Qaisar an fast 38.000 älteren Erwachsenen aus 27 europäischen Ländern belegt deutliche Folgen von Eiweißmangel: Männer mit der geringsten Zufuhr wiesen eine um 35 bis 39 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für eine schwache Handgreifkraft auf, bei älteren Frauen lag der Anstieg bei 21 Prozent.

Unter 65 Jahren wird eine tägliche Zufuhr von mindestens 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen, ab 65 Jahren rund 1 Gramm pro Kilogramm.

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Auch der Bedarf an Mikronährstoffen verändert sich graduell. Während der Kalorienbedarf sinkt, bleibt die Anforderung an Vitamine bestehen. Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Kalzium und Phosphor, verliert jedoch durch die nachlassende körpereigene Synthese in der Haut an Verfügbarkeit.

Bei Vitamin B12 erschwert die im Alter sinkende Magensäureproduktion die Resorption der empfohlenen Tagesdosis von 2,4 Mikrogramm für Erwachsene. Fachleute mahnen zugleich zur Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) setzt etwa für Zink eine sichere Obergrenze von 25 Milligramm pro Tag und für Vitamin B6 von 12 Milligramm pro Tag an.

Stoffwechselrisiken und hormonelle Veränderungen

Parallel zu Ernährungsaspekten erfordern hormonelle Umstellungen ab der Lebensmitte gezielte Aufmerksamkeit. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) weist darauf hin, dass sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren Bauchfettbildung, Insulinresistenz und veränderte Blutfettwerte begünstigen.

Nach Angaben von DDG-Präsidentin Prof. Dr. Julia Szendrödi haben Frauen mit einer Menopause vor dem 45. Lebensjahr ein um rund 30 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes. Die Fachgesellschaft rät daher zu regelmäßigen Kontrollen von Nüchternglukose, HbA1c, Blutdruck, Blutfetten und Leberwerten.

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Zudem beginnt laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit der Knochenabbau bereits ab etwa 30 Jahren; bedingt durch den Östrogenabfall erkranken Frauen mehr als viermal so häufig an Osteoporose wie Männer.

Neben zwei- bis dreimal wöchentlichem Krafttraining und Ausdauersport empfehlen medizinische Leitlinien eine Kost mit reichlich Gemüse, Ballaststoffen und pflanzlichen Fetten sowie eine Reduktion von Zucker und Fertigprodukten, um Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen frühzeitig entgegenzuwirken.

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