Menstruationszyklus, Frauen

Menstruationszyklus: 76 Prozent der Frauen schlafen davor schlechter

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 76 Prozent der Frauen verschlechterte sich der Schlafscore vor der Menstruation; hormonell VerhĂŒtende zeigten geringere VerĂ€nderungen.
Ein minimalistisches, ruhiges Schlafzimmer bei Tagesanbruch mit weißer BettwĂ€sche und sanftem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Eine Auswertung des Gesundheitstechnologie-Unternehmens Withings von Mitte Oktober 2026 liefert detaillierte Einblicke in den Einfluss des weiblichen Menstruationszyklus auf die nÀchtliche Erholung.

Die Analyse stĂŒtzt sich auf Daten aus dem Zeitraum von September 2025 bis September 2026 und umfasst 469.000 Zyklen von rund 69.000 Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren aus elf westlichen LĂ€ndern, die auf hormonelle VerhĂŒtungsmittel verzichteten.

Demnach schlafen 76 Prozent der Frauen in der Woche vor Beginn der Menstruation schlechter. Der gemessene Schlafscore fiel in dieser Phase im Vergleich zu den Tagen nach der Periode um durchschnittlich 3,4 Punkte ab.

VerÀnderungen bei Herzfrequenz und Schlafarchitektur

Die erhobenen Sensordaten zeigen, dass weniger die Schlafdauer als vielmehr physiologische Faktoren und die Zusammensetzung der Schlafphasen betroffen sind. Die reine Schlafdauer verkĂŒrzte sich in der Woche vor der Menstruation lediglich um etwa fĂŒnf Minuten.

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Zugleich verzeichneten die GerÀte bei neun von zehn Frauen einen Anstieg der nÀchtlichen Herzfrequenz um durchschnittlich 2,8 SchlÀge pro Minute. Parallel dazu verringerte sich die HerzratenvariabilitÀt um 3 Millisekunden.

Auch die Schlafarchitektur wies deutliche Verschiebungen auf. Der Tiefschlaf reduzierte sich um 1,8 Prozentpunkte, was rund 5 Prozent des ĂŒblichen Niveaus ausmacht, wĂ€hrend der Leichtschlaf um 2,0 Punkte zulegte. Über alle elf untersuchten LĂ€nder hinweg bewegte sich der RĂŒckgang des Schlafscores zwischen 2,9 und 4,0 Punkten, ohne dass signifikante LĂ€nderunterschiede festgestellt wurden.

Bei den ĂŒber 11.000 erfassten Teilnehmerinnen aus Frankreich sank der Wert um 3,4 Punkte auf 74,0, was den zweitbesten Wert unter den LĂ€ndern darstellte. Ihr Tief- und REM-Schlaf ging um 1,4 Punkte zurĂŒck, der Leichtschlaf stieg um 1,9 Punkte und bei 91 Prozent erhöhte sich die Herzfrequenz um 2,8 SchlĂ€ge pro Minute.

In Finnland, wo Daten von ĂŒber 550 Frauen vorlagen, sank der Schlafscore um 2,9 Punkte auf 74,1, was dem besten Gesamtwert entsprach. Die Finninnen zeigten beim Tief- und REM-Schlaf mit minus 1,6 Punkten sowie beim reinen Tiefschlaf mit minus 2,2 Punkten den stĂ€rksten RĂŒckgang der Analyse, wĂ€hrend die Herzfrequenz bei 91 Prozent zulegte und um 3,0 SchlĂ€ge pro Minute stieg.

Körperliche Begleiterscheinungen und hormonelle Faktoren

Neben den Schlafdaten erfasste die Erhebung auch zyklusabhÀngige VerÀnderungen des Körpergewichts. International nahmen die Teilnehmerinnen wÀhrend der Periode im Schnitt 0,15 Kilogramm zu. In Frankreich verzeichneten 72 Prozent der Frauen eine Gewichtszunahme; ihr Körperwasser legte um 0,18 Kilogramm zu, worauf rund 70 Prozent des Mehrgewichts entfielen.

Bei den finnischen Teilnehmerinnen wogen 75 Prozent wĂ€hrend der Menstruation mehr, mit einer durchschnittlichen Zunahme von 0,25 Kilogramm sowie 0,16 Kilogramm mehr Körperwasser bei einem RĂŒckgang des Körperfetts um 0,06 Punkte.

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Dass hormonelle AblĂ€ufe die Hauptursache darstellen, zeigt der Vergleich mit 3.362 Frauen, die hormonell verhĂŒteten. In dieser Vergleichsgruppe fiel der RĂŒckgang des Schlafscores mit 1,4 Punkten deutlich geringer aus. Der Anstieg der Herzfrequenz lag bei lediglich 1,0 SchlĂ€gen pro Minute, wĂ€hrend die HerzratenvariabilitĂ€t um 0,4 Millisekunden sank.

Die Analyse fĂŒhrt die VerĂ€nderungen im natĂŒrlichen Zyklus auf den Progesteronanstieg nach dem Eisprung zurĂŒck, welcher die Körperkerntemperatur anhebt. Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich um Beobachtungsdaten ohne KausalitĂ€tsnachweis handelt, bei denen die Zyklusphasen ĂŒber selbst gemeldete Angaben der Nutzerinnen bestimmt wurden.

Nach Daten des französischen Forschungsinstituts Inserm leiden 20 bis 40 Prozent der Frauen im gebÀrfÀhigen Alter am prÀmenstruellen Syndrom, rund 5 Prozent in schwerer AusprÀgung.

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