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Mentale Gesundheit: 55 Prozent der Schweizer nutzen KI-Angebote

Veröffentlicht am: 04.06.2026 um 03:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz vieler neuer Angebote fĂŒr Menschen mit kognitiven BeeintrĂ€chtigungen gefĂ€hrdet der Personalmangel die erreichten Erfolge in der Eingliederungshilfe.
Mentale Gesundheit: 55 Prozent der Schweizer nutzen KI-Angebote Illustration mit AI erstellt.

Von barrierefreien Kulturlokalen ĂŒber Leichte-Sprache-BroschĂŒren bis hin zu KI-gestĂŒtzter mentaler Gesundheit – die Angebote werden vielfĂ€ltiger. Doch der FachkrĂ€ftemangel gefĂ€hrdet die Fortschritte.

ZĂŒrich sichert barrierefreies Kulturlokal

Die Stadt ZĂŒrich plant, ein barrierefreies Kulturlokal im Stadtteil Oerlikon langfristig zu erhalten. Der Stadtrat beantragte beim Gemeinderat einen jĂ€hrlichen Beitrag von rund 130.700 Franken fĂŒr die Jahre 2027 bis 2030. Der Betrag soll an die Teuerung angepasst werden.

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Das Lokal wird seit den 1980er-Jahren vom Verein insieme ZĂŒrich betrieben. Es bietet an fĂŒnf Tagen pro Woche sowie an Feiertagen Programme fĂŒr Menschen mit kognitiver BeeintrĂ€chtigung an.

Medizinisches Zentrum in Trier darf weiterarbeiten

Auch im medizinischen Bereich gibt es positive Nachrichten. Das Medizinische Behandlungszentrum fĂŒr Erwachsene mit Behinderung (MZEB) in Trier erhielt im Mai 2026 die BestĂ€tigung, seine Arbeit bis Ende Juni 2029 fortsetzen zu dĂŒrfen. Ein Berufungsausschuss korrigierte damit eine zuvor abgelehnte VerlĂ€ngerung. Die Einrichtung versorgte im Jahr 2025 etwa 180 Patienten.

Betreutes Wohnen in Wien

In Wien-Donaustadt setzen die Wiener Sozialdienste auf kleinteilige Wohnkonzepte. Ein Verbund aus 13 GarçonniĂšren bietet Menschen mit psychosozialen Behinderungen rund um die Uhr Betreuung. Die privaten WohnrĂ€ume sind etwa 30 bis 35 Quadratmeter groß, ein Gemeinschaftsraum steht allen Bewohnern zur VerfĂŒgung.

Leichte Sprache: BroschĂŒre zur KrebsfrĂŒherkennung

Das saarlĂ€ndische Ministerium veröffentlichte gemeinsam mit der regionalen Krebsgesellschaft eine BroschĂŒre zur KrebsfrĂŒherkennung in Leichter Sprache. Die Initiative ist Teil einer Kampagne im Vorfeld der Special Olympics Nationalen Spiele 2026. Vom 15. bis 20. Juni werden rund 4.000 Athleten im Saarland erwartet.

Demenz: FrĂŒherkennung wird wichtiger

In der Steiermark leben derzeit etwa 21.000 Menschen mit Demenz. Bis 2050 rechnen Experten mit einem Anstieg auf ĂŒber 35.000 Betroffene. Die Stadt Graz stellt einen aktualisierten Wegweiser zu Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bereit.

Ehrenamtliche UnterstĂŒtzerkreise bieten im Landkreis Ludwigsburg hĂ€usliche Besuche und SpaziergĂ€nge fĂŒr Menschen mit beginnender Vergesslichkeit an. Das entlastet Angehörige.

FachkrÀftemangel gefÀhrdet Teilhabe

Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) schlĂ€gt Alarm: Der FachkrĂ€ftemangel in der Eingliederungshilfe gefĂ€hrde die Teilhabechancen massiv. FachkrĂ€fte seien die Basis fĂŒr Selbstbestimmung der Betroffenen.

KI fĂŒr mentale Gesundheit: Schweizer sind offen

Die AXA Mind Health Study 2026 zeigt einen Trend: In der Schweiz nutzen bereits 55 Prozent der Befragten kĂŒnstliche Intelligenz fĂŒr Themen der mentalen Gesundheit. Befragt wurden 19.000 Personen in 18 LĂ€ndern.

Hintergrund ist eine hohe PrÀvalenz psychischer Belastungen. Jeder vierte Befragte in der Schweiz gab an, unter einer psychischen Erkrankung wie Depressionen oder Angststörungen zu leiden. Besonders betroffen sind 18- bis 24-JÀhrige mit 39 Prozent.

Autismus: Diagnostik und Fortbildung

Autismus-Spektrum-Störungen werden nach der aktuellen Klassifikation ICD-11 als neurologische Entwicklungsstörung eingeordnet. FachverbĂ€nde betonen: Die Diagnose kann ausschließlich durch FachĂ€rzte gestellt werden. Der Grad der Behinderung wird je nach sozialen Anpassungsschwierigkeiten zwischen 10 und 100 festgesetzt.

Eine Fortbildung fĂŒr Mitarbeiter sozialpsychiatrischer Dienste Ende September 2026 in DĂŒsseldorf befasst sich mit dem Erkennen und Verstehen von Autismus im Erwachsenenalter.

In Belgien fördert die Dienststelle fĂŒr Selbstbestimmtes Leben mit Projekten wie INCLUREG die BerufstĂ€tigkeit von Menschen mit BeeintrĂ€chtigungen.

Beratungsangebote werden ausgebaut

Die regionale Beratungslandschaft wĂ€chst. In Brandenburg an der Havel unterhĂ€lt die Stadt eine barrierefreie Beratungsstelle fĂŒr Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen. In Rheinland-Pfalz bietet das Zentrum fĂŒr selbstbestimmtes Leben in Mainz eine unabhĂ€ngige Peer-Beratung an.

Stephan Heym, Leiter des dortigen BĂŒros fĂŒr Leichte Sprache, betonte Anfang Juni 2026 die Bedeutung der Interessenvertretung fĂŒr die Zielgruppe.

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Selbsthilfe boomt

In Rotenburg betreut die Selbsthilfekontaktstelle Ziss mittlerweile rund 100 Gruppen zu 38 verschiedenen Themen. Das ist fast eine Verdopplung im Vergleich zu 2019.

Auch fĂŒr Angehörige entstehen neue Formate: Ein offenes CafĂ©-Angebot fĂŒr Angehörige von Menschen mit Depressionen in Landau bietet regelmĂ€ĂŸige Austauschtermine im weiteren Jahresverlauf 2026 an.

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