Messenger-Anrufe, Opfer

Messenger-Anrufe: Mehr als 50 Opfer durch Bildschirmfreigabe betrogen

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 15:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Indien wurden zwei VerdÀchtige festgenommen; Ermittler bringen sie mit mehr als 50 Betroffenen in Verbindung.
Ein minimalistischer Flur mit natĂŒrlichem Lichteinfall und Schattenwurf auf einem Holzboden in einem modernen Wohnhaus. Illustration mit AI erstellt.

Kriminelle nutzen vermehrt Anruffunktionen auf Smartphones, um Nutzer zur Freigabe ihres Bildschirms zu bewegen. Das Ziel der Angreifer besteht darin, wĂ€hrend des laufenden Telefonats vertrauliche Finanz- und Kontoinformationen in Echtzeit abzufangen und unberechtigte Transaktionen auszufĂŒhren.

Die Kontaktaufnahme und die Aufforderung zur Bildschirmfreigabe erfolgen hĂ€ufig bei Anrufen ĂŒber Messenger-Dienste wie Telegram oder MAKS. Sobald die Freigabe des Displays aktiviert ist, können die Anrufer sĂ€mtliche Bildschirminhalte mitverfolgen. Bei der aktiven Übertragung werden fĂŒr die TĂ€ter unter anderem aktuelle KontostĂ€nde, vollstĂ€ndige Kartennummern, automatische EingabevorschlĂ€ge sowie per SMS eingehende BestĂ€tigungscodes sichtbar.

Festnahmen nach Betrugsserie mit manipulierten Videoanrufen

Wie gezielt diese Methode eingesetzt wird, verdeutlicht ein Ermittlungserfolg in Indien: Nach einer viertÀgigen Operation in Dhanbad nahm die Polizei in Delhi zwei MÀnner im Alter von 24 und 23 Jahren aus Jamtara im Bundesstaat Jharkhand fest, darunter einen Hochschulabsolventen mit technischem Abschluss.

Die Ermittler ordnen den Beschuldigten mehr als 50 Opfer zu, von denen die Mehrheit ĂŒber 50 Jahre alt ist. Das Verfahren war am 23. September registriert worden.

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Die Beschuldigten gaben sich am Telefon als Bankmitarbeiter aus und gaben vor, IdentitĂ€tsprĂŒfungen zur Kundenverifikation durchfĂŒhren zu mĂŒssen. Im Zuge von Videoanrufen brachten sie die Betroffenen dazu, ihre Kartennummern und Sicherheitscodes mitzuteilen sowie die Bildschirmfreigabe zu starten. Dadurch fingen die TĂ€ter Einmalpasswörter direkt ab.

Über eine betrĂŒgerische Transaktion kauften sie unter anderem ein Mobiltelefon fĂŒr 1.39.999 Rupien. Bei den Festgenommenen wurden drei Mobiltelefone sichergestellt.

Erkennungsmerkmale und Schutzmaßnahmen fĂŒr Smartphone-Nutzer

Um sich vor derartigen Zugriffen zu schĂŒtzen, kommt es auf die Beachtung von Systemschnittstellen an. Bei iPhone-Nutzern dient beispielsweise ein roter Indikator in der Dynamic Island oder ein rot hinterlegtes Zeitfeld als Warnsignal fĂŒr eine laufende Übertragung.

Beenden lĂ€sst sich der Vorgang durch Antippen dieses Indikators und die Auswahl der Stopp-Funktion sowie durch das sofortige Auflegen des GesprĂ€chs. Als prĂ€ventive Maßnahme empfiehlt es sich zudem, die SMS-Vorschau in den Einstellungen auf die Option „Nie“ festzulegen, damit TANs oder Codes nicht unbemerkt auf dem Bildschirm eingeblendet werden.

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Kommt es dennoch zu einer unberechtigten Übertragung, sollten Betroffene unverzĂŒglich handeln. Empfohlen wird, umgehend die betroffenen Bankkarten sperren zu lassen, laufende App-Sitzungen zu beenden und sĂ€mtliche Passwörter zu erneuern. Zudem sollte binnen 24 Stunden eine offizielle Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden erstattet werden.

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