Messenger-Betrug: Deepfake-FĂ€lle steigen um 1.300 Prozent
Veröffentlicht: 02.07.2026 um 21:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
TĂ€ter setzen zunehmend auf KĂŒnstliche Intelligenz und raffinierte psychologische Manipulation, um hohe GeldbetrĂ€ge zu erbeuten. Aktuelle FĂ€lle aus Deutschland und Ăsterreich zeigen das ganze AusmaĂ der Professionalisierung.
Seniorin verliert 20.000 Euro â angebliche medizinische Leistungen
Im Landkreis Gotha wurde eine 73-jĂ€hrige Frau Opfer eines dreisten Betrugs. Die TĂ€ter tĂ€uschten ĂŒber einen Messenger-Dienst exklusive medizinische Leistungen vor. Die Seniorin zahlte 20.000 Euro mit Prepaid-Karten â erst danach flog der Schwindel auf.
Noch hĂ€rter traf es einen 60-JĂ€hrigen im Landkreis Altötting. Seit MĂ€rz 2026 verlor er ĂŒber 120.000 Euro an AnlagebetrĂŒger. Die Masche: KI-generierte Deepfake-Videos zeigten Prominente, die fĂŒr angebliche KryptowĂ€hrungsinvestitionen warben. Die Kriminalpolizei Traunstein konnte am 29. Juni einen 16-jĂ€hrigen TatverdĂ€chtigen bei einer GeldĂŒbergabe festnehmen.
Fahndungserfolge in Neu-Ulm und Innsbruck
Bereits am 27. Juni gelang den Behörden in Neu-Ulm ein Schlag gegen die BetrĂŒger. Ein 19-JĂ€hriger wurde festgenommen â er soll als Geldabholer fĂŒr eine Gruppe agiert haben, die Opfer in fiktive Rohstofffonds fĂŒr Buntmetall und Rohöl lockte.
In Innsbruck fĂŒhrte ein Werbevideo auf Social Media einen 32-JĂ€hrigen in die Falle. Die BetrĂŒger lockten ihn in WhatsApp- und Telegram-Gruppen, versprachen falsche Verdienstmöglichkeiten. Das Opfer ĂŒberwies einen hohen vierstelligen Betrag auf auslĂ€ndische Konten.
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Dating-Apps als Einfallstor
Doch nicht nur klassische Messenger werden missbraucht. In Kaiserslautern verlor ein 32-JĂ€hriger Mitte Juni rund 2.500 Euro in eine betrĂŒgerische Trading-App. Eine TĂ€terin hatte ĂŒber eine Dating-Plattform romantisches Interesse vorgetĂ€uscht.
Manchmal kommen die BetrĂŒger sogar persönlich: In Wilhelmshaven sprachen zwei Frauen eine 74-JĂ€hrige an, gaben sich als Wunderheilerinnen aus. Unter dem Vorwand eines Heilungsrituals entwendeten sie Bargeld â zurĂŒck blieb wertloses Papier.
Deepfake-Boom: Fallzahlen steigen um 1.300 Prozent
Eine Umfrage des Sicherheitsunternehmens Kaspersky aus MĂ€rz 2026 zeigt das AusmaĂ der Bedrohung. Weltweit waren 2025 rund 56 Prozent der Internetnutzer von Betrugsversuchen betroffen â in Deutschland lag der Wert bei 39 Prozent.
Besonders alarmierend: Die Zahl der Deepfake-BetrugsfÀlle stieg global um schÀtzungsweise 1.300 Prozent. Die Verluste durch sogenannte Business Email Compromise (BEC) beliefen sich 2025 weltweit auf rund 2,8 Milliarden Euro.
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Indien meldet ĂŒber 300 WhatsApp-IdentitĂ€tsdiebstĂ€hle
International gibt es weitere beunruhigende Entwicklungen. Indische Behörden registrierten allein in den letzten 20 Tagen des Juni ĂŒber 300 FĂ€lle von IdentitĂ€tsdiebstahl auf WhatsApp. Die Angreifer nutzen technische Schwachstellen wie DLL-Sideloading ĂŒber getarnte ZIP-Dateien, um Konten zu ĂŒbernehmen.
So schĂŒtzen Sie sich
Die Polizei mahnt zur Vorsicht bei unaufgeforderten Kontaktaufnahmen ĂŒber Messenger-Dienste. Besonders misstrauisch sollten Sie bei Geldforderungen oder Investitionsangeboten sein. Geben Sie niemals Finanzdaten an Unbekannte preis. Bei verdĂ€chtigen Nachrichten oder Anrufen gilt: sofort das GesprĂ€ch beenden.
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