Messenger-Betrug: Deutsche verlieren 1.180 Euro pro Angriff
Veröffentlicht am: 02.06.2026 um 09:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bedrohungslage im Netz hat eine neue Dimension erreicht: Kriminelle setzen zunehmend auf KĂŒnstliche Intelligenz, um ihre Opfer tĂ€uschend echt zu imitieren. WĂ€hrend klassische E-Mail-Sicherheit kaum noch ausreicht, verlagern sich die Angriffe gezielt auf Chat-Dienste und Messaging-Plattformen.
Deutsche besonders betroffen: 1.180 Euro pro Fall
Eine am heutigen Montag veröffentlichte Studie von Kaspersky zeigt alarmierende Zahlen: In Deutschland verlieren Betrugsopfer im Schnitt 1.180 Euro pro Vorfall â fast doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt von rund 630 Euro. Besonders erschreckend: 44 Prozent der betrĂŒgerischen Transaktionen sind innerhalb von nur 30 Minuten nach dem Erstkontakt abgeschlossen.
Die TĂ€ter arbeiten dabei immer professioneller. Laut Kaspersky gehen 74 Prozent der betroffenen Deutschen davon aus, dass KI eingesetzt wurde, um Sprachstile zu imitieren oder Interaktionen zu automatisieren. Ein Trend, der sich branchenweit bestĂ€tigt: CrowdStrike meldet einen Anstieg KI-gestĂŒtzter Attacken um 89 Prozent im Jahresvergleich.
Millionen Deutsche nutzen tĂ€glich Online-Banking per Smartphone â ohne diesen Schutz ist das gefĂ€hrlich. Experten warnen: Wer diese 5 MaĂnahmen nicht kennt, riskiert Datenverlust und finanzielle SchĂ€den. 5 sofort umsetzbare SchutzmaĂnahmen entdecken
KnowBe4 schlieĂt SicherheitslĂŒcke bei Microsoft Teams
Genau hier setzt der Sicherheitsanbieter KnowBe4 an. Das Unternehmen kĂŒndigte heute eine neue Lösung an, die E-Mail- und Microsoft-Teams-Sicherheit in einer einheitlichen Plattform vereint. Das Tool ĂŒberwacht eingehende externe Nachrichten und identifiziert gefĂ€hrliche Konfigurationen in Teams. Greg Kras, Chief Product Officer bei KnowBe4, betont: âAdministratoren erhalten eine zentrale Konsole fĂŒr globale Blocklisten und Risikoerkennung ĂŒber alle KommunikationskanĂ€le hinweg."
Bereits gestern hatte das Unternehmen einen speziellen âPhish Alert Button" fĂŒr Teams vorgestellt. Mitarbeiter können verdĂ€chtige Nachrichten mit einem Klick melden â die Inhalte werden automatisch aus der BenutzeroberflĂ€che entfernt und an die Sicherheitsteams weitergeleitet.
Wenn der Chatbot zum Einfallstor wird
Die Angriffsmethoden werden immer raffinierter. Sicherheitsforscher haben mehrere Kampagnen identifiziert, die gezielt KI-Plattformen ins Visier nehmen:
- LLMShare-Kampagne: GefÀlschte Werbung lockt Nutzer auf nachgebaute ChatGPT-Seiten, um Schadsoftware zu verbreiten
- ChatGPhish: Per Prompt-Injection werden KI-Tools gezwungen, Phishing-Links in ihre Antworten einzubetten
- Meta-Chatbot-Exploit: Angreifer nutzten Metas KI-Support-Bot, um Instagram-Konten zu ĂŒbernehmen â darunter Profile eines frĂŒheren White-House-Mitarbeiters und eines US-Weltraumoffiziers
Die TĂ€ter tĂ€uschten den Bot mit VPNs, setzten Passwörter zurĂŒck und fĂŒgten neue E-Mail-Adressen hinzu. Meta hat die LĂŒcke inzwischen geschlossen. Sicherheitsexperten betonen: Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (MFA) hĂ€tte den Angriff verhindert.
Banking, PayPal, WhatsApp â auf keinem anderen GerĂ€t speichern wir so viele sensible Daten wie auf dem Smartphone. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie Ihr Android-GerĂ€t in wenigen Minuten wirksam gegen Hacker absichern. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Signal-Nutzer im Visier: Wenn die VerschlĂŒsselung zur Falle wird
Selbst Ende-zu-Ende-verschlĂŒsselte Dienste sind nicht sicher. Seit Ende Mai lĂ€uft eine Phishing-Kampagne gegen Signal-Nutzer. Die Angreifer geben sich als Support-Mitarbeiter aus und versuchen, die 64-stelligen WiederherstellungsschlĂŒssel zu stehlen. Mit diesen Codes könnten sie komplette ChatverlĂ€ufe und Dokumente entschlĂŒsseln.
FBI warnt vor âPhishing as a Service"
Das FBI hat eine Hochrisiko-Warnung fĂŒr die Plattform âKali365" herausgegeben. Seit April zielt dieser Dienst auf Microsoft-365-Umgebungen ab â und umgeht dabei sogar die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Die Methode: Opfer werden auf eine legitime Microsoft-Seite gelockt, wo sie einen Code eingeben. Der Angreifer erhĂ€lt dann ĂŒber OAuth-Tokens dauerhaften Zugriff.
Betroffen sind Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, der Fertigung und dem Finanzsektor in Europa, Nordamerika und Australien.
LKA Niedersachsen: Weniger FĂ€lle, aber professionellere TĂ€ter
Das Landeskriminalamt Niedersachsen meldet einen RĂŒckgang der InternetbetrugsfĂ€lle: Von knapp 30.000 im Jahr 2021 auf 18.304 FĂ€lle im Jahr 2025. Doch LKA-PrĂ€sident Friedo de Vries warnt: âDie verbliebenen TĂ€ter arbeiten deutlich professioneller. Wenn die Angreifer im Ausland sitzen, ist die RĂŒckholung der Gelder extrem schwierig."
PrĂ€ventionskampagne âLINDA" und Warnung der Rentenversicherung
Die Schweiz und die Organisation Card Security starten im Juni die PrĂ€ventionskampagne âLINDA". Die fĂŒnf Regeln:
- Links misstrauen
- Inhalt prĂŒfen
- Neutrale Anreden hinterfragen
- Dringlichkeit kritisch sehen
- Absender verifizieren
Hintergrund: Phishing machte 2025 bereits 19 Prozent aller CybervorfÀlle aus.
Die Deutsche Rentenversicherung warnt zudem vor gefĂ€lschten E-Mails, die angeblich Sicherheitsupdates fĂŒr den digitalen RentenĂŒberblick enthalten. Das Institut stellt klar: âWir fordern niemals persönliche Daten per E-Mail." Wer einen verdĂ€chtigen Link angeklickt hat, sollte das GerĂ€t sofort vom Netz trennen und die Bank informieren.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
