MessiahGPT, KI-Dienst

MessiahGPT: KI-Dienst automatisiert Ransomware und Phishing

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 13:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein neuer KI-Dienst namens MessiahGPT automatisiert die Erstellung von Schadsoftware und Phishing-Kits. Sicherheitsforscher warnen vor sinkenden Hürden für Cyberangriffe.

MessiahGPT: KI-Tool für Cyberkriminalität taucht in Untergrundforen auf
Nahaufnahme einer Tastatur in einem abgedunkelten Raum, beleuchtet durch das bläuliche Licht eines Computerbildschirms. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einschlägigen Untergrundforen wie BreachForums wird derzeit ein spezialisierter KI-Dienst namens MessiahGPT beworben, der gezielt für die Unterstützung krimineller Aktivitäten entwickelt wurde. Das Werkzeug, das dem Akteur Dabial Leaks zugeschrieben wird, dient der Automatisierung verschiedenster Angriffsszenarien.

Das Spektrum der Funktionen umfasst Berichten zufolge die Erstellung von Ransomware, Phishing-Kits, Stealern, Cryptern und Rootkits. Zudem soll die Künstliche Intelligenz in der Lage sein, komplexe Inhalte für Social-Engineering-Kampagnen zu generieren.

Der Vertrieb von MessiahGPT erfolgt über die dedizierte Website messiahgpt[.]de sowie über Kanäle des Messengerdienstes Telegram. Um potenzielle Nutzer zu gewinnen, erlaubt der Betreiber erste Abfragen ohne vorherige Registrierung.

Für den vollen Funktionsumfang wurde ein Abonnement-Modell etabliert, dessen Kosten bei etwa 8 US-Dollar pro Monat ansetzen. Die Abwicklung der Zahlungen erfolgt ausschließlich in Kryptowährungen, wobei auf Identitätsprüfungen im Sinne von Know-Your-Customer-Verfahren (KYC) verzichtet wird.

Technisch stützt sich MessiahGPT auf eine Mixture-of-Experts-Architektur (MoE). Das System verfügt über insgesamt 128 Experten-Module, von denen 16 pro Token aktiv sind. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu kommerziellen Sprachmodellen ist die bewusste Entfernung sämtlicher Sicherheitsvorkehrungen.

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Während herkömmliche LLMs (Large Language Models) Anfragen zur Erstellung bösartiger Codes durch Filter blockieren, ist MessiahGPT darauf ausgelegt, solche Anweisungen ungehindert auszuführen.

Sicherheitsexperten des Unternehmens Trellix haben die Plattform bereits analysiert. Zwar ließen sich die vollmundigen Behauptungen der Betreiber zur Leistungsfähigkeit des Modells bislang nicht unabhängig verifizieren, die Plattform selbst werde jedoch als aktiv eingestuft. Fachleute äußerten die Warnung, dass durch solche Angebote sowohl das Volumen als auch die Variantenvielfalt von Cyberangriffen zunehmen könnten.

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Ein zentrales Risiko sehen Beobachter in der massiven Senkung der technischen Hürden für Internetkriminalität. Durch die automatisierte Erstellung schädlicher Inhalte könnten künftig auch Akteure mit geringen Programmierkenntnissen in die Lage versetzt werden, technologisch anspruchsvolle Angriffe durchzuführen.

Die Entwicklung von MessiahGPT markiert damit einen weiteren Schritt in der Professionalisierung und Kommerzialisierung von KI-Werkzeugen innerhalb der Cybercrime-Ökonomie. Die Kombination aus niedrigen Einstiegspreisen, Anonymität bei der Zahlung und technischer Spezialisierung stellt Unternehmen und Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen bei der Abwehr automatisierter Bedrohungen.

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