Meta-Prozess, Oakland

Meta-Prozess Oakland: 29 US-Staaten fordern 200 Mrd. Dollar

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 20:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

29 US-Bundesstaaten verklagen Meta wegen manipulativer Plattformfunktionen. Gefordert werden bis zu 200 Milliarden Dollar Schadensersatz und tiefgreifende Designänderungen.

Meta-Prozess in Oakland: Milliardenklage wegen Jugendschutz und Suchtdesign
Ein Gerichtssaal während eines Verfahrens mit Fokus auf juristische Dokumente auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am 18. August 2026 begann vor einem Gericht in Oakland das wegweisende Verfahren gegen den Technologiekonzern Meta. Insgesamt 29 US-Bundesstaaten werfen dem Unternehmen vor, seine Plattformen durch ein gezielt süchtig machendes Design manipuliert und gegen den Children’s Online Privacy Protection Act (COPPA) verstoßen zu haben. Der Prozess wird unter dem Vorsitz von Richterin Yvonne Gonzalez Rogers und einer beratenden Jury geführt.

Historie und Kernvorwürfe der Kläger

Die juristische Auseinandersetzung basiert auf einer Klage, die ursprünglich im Jahr 2023 von 33 Bundesstaaten eingereicht worden war. Mittlerweile sind insgesamt 42 Generalstaatsanwälte an den Verfahren gegen den Mutterkonzern von Facebook und Instagram beteiligt. Die aktuelle Klage in Oakland wird federführend von den Bundesstaaten Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey vorangetrieben.

Unter der Leitung des kalifornischen Attorney General Rob Bonta fordern die Staatsanwälte weitreichende gerichtliche Anordnungen. Im Fokus stehen Funktionen wie das „unendliche Scrollen“, die automatische Wiedergabe von Videos (Autoplay) sowie die Anzeige öffentlicher „Gefällt mir“-Angaben.

Den Klägern zufolge habe Meta bewusst Designentscheidungen getroffen, die Abhängigkeiten fördern, und dabei eigene Forschungsergebnisse über potenzielle Schäden für junge Nutzer verheimlicht. Neben dem Vorwurf des Verbraucherbetrugs stehen insbesondere Verletzungen des Datenschutzes bei Minderjährigen im Raum.

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Finanzielle Risiken und potenzielle Designänderungen

Die wirtschaftlichen Dimensionen des Verfahrens sind erheblich. Die 29 Bundesstaaten fordern Schadensersatz in einer Größenordnung von rund 200 Milliarden US-Dollar. Meta selbst warnte in diesem Zusammenhang, dass die Forderungen im Extremfall bis zu 1,4 Billionen US-Dollar erreichen könnten.

Angesichts einer Nutzerbasis von 3,6 Milliarden täglichen Anwendern könnten solche Summen die Barreserven des Unternehmens potenziell verdoppeln. Meta wies bisher alle Vorwürfe zurück und gab zuletzt Rechtskosten in Höhe von 2,4 Milliarden US-Dollar an.

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Neben den finanziellen Sanktionen streben die Kläger grundlegende Änderungen an der Plattformarchitektur an. Dazu gehören strengere Alterskontrollen und die Abschaffung von Funktionen, die speziell für Jugendliche als schädlich eingestuft werden.

Branchenbeobachter vergleichen die Tragweite des Prozesses bereits mit den großen Tabak-Rechtsstreitigkeiten der 1990er Jahre. Eine gerichtlich angeordnete Neugestaltung der Dienste in den USA könnte dabei globale Auswirkungen auf die Nutzererfahrung haben.

Zeugen und juristische Präzedenzfälle

Das Verfahren ist auf eine Dauer von voraussichtlich sechs bis sieben Wochen angesetzt. Als prominente Zeugen werden Meta-CEO Mark Zuckerberg sowie Instagram-Chef Adam Mosseri erwartet. Zudem stützt sich die Anklage auf die Aussage des ehemaligen Meta-Ingenieurs Arturo Bejar, der als wichtiger Zeuge für die Klägerseite gelistet ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass Meta wegen seiner Geschäftspraktiken vor Gericht steht. In New Mexico wurde bereits eine Strafe von insgesamt 942 Millionen US-Dollar verhängt. Diese setzte sich aus einer Jury-Strafe von 375 Millionen US-Dollar im März und einer richterlichen Anordnung über 567 Millionen US-Dollar im August zusammen.

Dort ordnete das Gericht zudem Nutzungslimits von 90 Stunden pro Monat für Minderjährige sowie verstärkte Schutzmaßnahmen an, wogegen Meta Berufung einlegte.

In einem weiteren fall in Los Angeles wurde eine Strafe von 6 Millionen US-Dollar verhängt, die zu 70 Prozent von Meta und zu 30 Prozent von Google getragen werden musste. Weitere Verfahren, unter anderem in Tennessee sowie Klagen von Schulbezirken, sind derzeit noch anhängig.

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