Meta Smart Glasses: Hamburgs Datenschutzbeauftragte prüft Verbot
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs hat am 2. August 2026 erklärt, dass ein vollständiges Verbot der Smart Glasses des Technologiekonzerns Meta möglich sei. Hintergrund dieser Einschätzung ist die Einstufung der Brillen als getarnte Kameras, was erhebliche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte.
Behördliche Bedenken wegen mangelnder Erkennbarkeit der Aufnahmefunktion
Die Hamburger Datenschutzbehörde führte in den vergangenen Monaten Tests mit den Geräten durch. Diese Untersuchungen ergaben nach Angaben der Behörde vom 2. August 2026, dass die Brillen dazu genutzt werden können, Personen unbemerkt zu filmen. Ein solches Vorgehen verstoße gegen geltendes deutsches Datenschutzrecht. In der Folge leitete die Behörde bereits entsprechende Maßnahmen ein und verhängte Bußgelder.
Thomas Fuchs betonte, dass das integrierte LED-Signal, welches eine laufende Aufnahme anzeigen soll, im Alltag nicht ausreichend auffalle. Er verwies darauf, dass Aufnahmegeräte, die als gewöhnliche Alltagsgegenstände getarnt sind, in Deutschland grundsätzlich weder verkauft noch besessen werden dürfen. Bereits Anfang August warnte der Beauftragte vor den Gefahren heimlicher Kameras und bestätigte, dass die Testergebnisse der Behörde eindeutige Verstöße gegen die Datenschutzbestimmungen belegen.
Meta verweist auf Sicherheitsmerkmale und technische Hürden
Der Hersteller Meta hielt den Vorwürfen am 2. August 2026 entgegen, dass die Brillen über verschiedene Schutzmaßnahmen verfügen. Dazu gehören laut Unternehmensangaben eine Aufnahmeleuchte, ein Schutz gegen Manipulationen sowie die lokale Speicherung der Daten auf dem Gerät.
Dem stehen jedoch Erkenntnisse gegenüber, wonach diese Sicherheitsvorkehrungen umgangen werden können. Nach Angaben von Dr. Web lässt sich das Signallämpchen der Brille mit einem finanziellen Aufwand von etwa 60 US-Dollar abschalten. Auch die Bundesnetzagentur hat sich mittlerweile in die Debatte eingeschaltet und prüft derzeit ein mögliches Verkaufsverbot für die Meta Smart Glasses auf dem deutschen Markt.
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Wachsender Markt trifft auf verschärfte regulatorische Prüfung
Trotz der rechtlichen Diskussionen verzeichnet das Segment der Smart Glasses ein deutliches Wachstum. Im ersten Quartal 2026 wurden weltweit rund 2,25 Millionen Einheiten verkauft, was einer Steigerung von 167 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Für das gesamte Jahr 2026 wird ein Absatz von 13,6 Millionen Geräten prognostiziert. Meta hält in diesem Markt derzeit einen Anteil von zirka 70 %.
Parallel zur Marktentwicklung wächst der politische Druck. EU-Abgeordnete forderten am 2. August 2026 ein Einschreiten der Regulierungsbehörden sowie weiterführende Studien. Anlass hierfür ist ein Skandal, bei dem bekannt wurde, dass Subunternehmer in Kenia private Aufnahmen für das Training von Künstlicher Intelligenz gesichtet haben sollen. Eine Kommentatorin forderte zudem strengere Regulierungen und wies darauf hin, dass die Verantwortung für digitale Gewalt bei den Herstellern liege, wenn Warnsignale kaum wahrnehmbar seien.
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Technologische Ausblicke und gesetzliche Verschärfungen
Berichte der Financial Times deuten darauf hin, dass die technologische Entwicklung über die aktuellen Modelle hinausgeht. Meta teste demnach Prototypen unter der Bezeichnung „Super-Sensing“, die über eine durchgehende Mikrofonaufnahme verfügen und Fotos ohne ein sichtbares Lichtsignal aufnehmen können.
Angesichts dieser Entwicklungen wurde bereits ein Gesetzentwurf vorgelegt, der die Strafbarkeit von Aufnahmen in intimen Situationen, beispielsweise in Saunen, verschärfen soll. Thomas Fuchs wies darauf hin, dass sich Betroffene bei Verstößen direkt an die zuständige Datenschutzaufsicht wenden können. Die weitere Entscheidung über die Marktzulassung der aktuellen Brillen-Generation hängt nun maßgeblich von der abschließenden Bewertung der Bundesnetzagentur und der Datenschutzbehörden ab.
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