Meta-Strafe, Milliarden

Meta-Strafe: EU droht bis zu zwölf Milliarden Euro Bußgeld

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 05:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU wirft Meta ausbeuterische Design-Features vor. Dem Konzern droht eine Milliardenstrafe wegen Verstößen gegen das Digitale-Dienste-Gesetz.

EU-Kommission: Meta verstößt mit Instagram und Facebook gegen DSA
EU-Flagge mit digitalen Datenströmen, Symbol für den Digital Services Act und seine Auswirkungen auf soziale Medien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die vorläufigen Ergebnisse einer Untersuchung könnten den Tech-Konzern teuer zu stehen kommen.

EU wirft Meta „ausbeuterische“ Nutzerführung vor

Die Europäische Kommission hat am gestrigen Freitag ihre vorläufigen Ermittlungsergebnisse veröffentlicht. Demnach verstößt Meta mit den Plattformen Instagram und Facebook gegen das Digital Services Act (DSA). Im Zentrum der Kritik stehen Design-Elemente, die Nutzer zu übermäßiger und unkontrollierter Nutzung verleiten sollen.

Die Untersuchung, die im Mai 2024 eingeleitet wurde, kommt zu dem Schluss, dass Meta mit diesen Mechanismen bewusst die psychologischen Schwachstellen der Nutzer ausbeutet. Konkret bemängelt die Kommission den Infinite Scroll (endloses Nachladen von Inhalten), automatisch abspielende Videos und häufige Push-Benachrichtigungen. In Kombination mit hochpersonalisierten Empfehlungsalgorithmen führten diese Features zu zwanghaftem Nutzungsverhalten.

Gefährdung von Minderjährigen und Schutzbedürftigen

Die Ermittler stellten fest, dass Meta die Risiken für die psychische Gesundheit von Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen nicht ausreichend bewertet hat. Besonders problematisch: Die Auswirkungen auf das nächtliche Nutzungsverhalten von Kindern sollen ignoriert worden sein.

Zwar erkennt die EU-Kommission an, dass Meta bereits Sicherheitsmaßnahmen implementiert hat. Diese reichten jedoch nicht aus, um die grundlegenden Risiken der Plattform-Architektur zu adressieren. Die Kommission fordert daher einen grundlegenden Umbau der Dienste.

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Zwangsweise Neugestaltung und drohende Rekordstrafe

Um den DSA-Anforderungen zu genügen, müsste Meta weitreichende Änderungen vornehmen:

  • Autoplay und Infinite Scroll müssen standardmäßig deaktiviert werden
  • Nutzer sollen diese Funktionen nur noch nach aktiver Zustimmung nutzen können
  • Effektivere Bildschirmzeit-Pausen müssen implementiert werden
  • Die Empfehlungssysteme sollen weniger auf Nutzerbindung ausgelegt sein

Die finanziellen Konsequenzen könnten gewaltig sein: Bei einem endgültigen Verstoß droht Meta eine Strafe von bis zu sechs Prozent des globalen Jahresumsatzes. Basierend auf dem Umsatz von rund 200 Milliarden Euro im Jahr 2025 könnte dies eine Geldbuße von bis zu zwölf Milliarden Euro bedeuten.

Es ist bereits der zweite vorläufige Verstoß gegen Meta im Jahr 2026. Anfang des Jahres gab es bereits eine Untersuchung zum Schutz von Kindern unter 13 Jahren.

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Meta wehrt sich – und die nächste Hürde wartet schon

Meta hat die Vorwürfe zurückgewiesen und kündigt an, sich zu verteidigen. Das Unternehmen verweist auf die Einführung von Teen Accounts im Jahr 2024 als Beleg für sein Engagement zum Schutz jüngerer Nutzer. Man werde weiterhin konstruktiv mit der Kommission zusammenarbeiten, so ein Sprecher.

Die EU-Ermittlungen sind Teil einer weltweiten Offensive gegen soziale Medien. In den USA haben 29 Bundesstaaten Klagen gegen Meta wegen der Suchtwirkung auf Kinder eingereicht. Einige Rechtsexperten halten die möglichen Strafen dort für noch höher.

Innerhalb der EU wird zudem über weitere Maßnahmen diskutiert – darunter ein mögliches Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige. Meta hat nun die Möglichkeit, zu den vorläufigen Ergebnissen Stellung zu nehmen, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.

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