Meta-Überwachung, Mitarbeiter

Meta-Überwachung: 1.000 Mitarbeiter protestieren gegen MCI-Tool

31.05.2026 - 13:39:31 | boerse-global.de

Metas internes Überwachungstool MCI erfasst auch Daten von EU-Beschäftigten. Datenschutzorganisationen fordern eine Prüfung durch die irische Aufsichtsbehörde.

Meta-Überwachung: 1.000 Mitarbeiter protestieren gegen MCI-Tool - Foto: über boerse-global.de
Meta-Überwachung: 1.000 Mitarbeiter protestieren gegen MCI-Tool - Foto: über boerse-global.de

Die sogenannte Model Capability Initiative (MCI) zeichnet umfassend die Computeraktivitäten der Mitarbeiter auf – und erfasst dabei offenbar auch Daten von EU-Bürgern.

Daten sammeln auf Schritt und Tritt

Das MCI-Tool protokolliert nahezu jede Bewegung der Angestellten: Mausbewegungen, Klicks und Tastatureingaben. Insgesamt überwacht die Software die Nutzung von mehr als 200 Anwendungen und Websites. Meta räumt ein, dass das Programm zwar eigentlich nur für US-Mitarbeiter gedacht ist – doch E-Mails und Chatnachrichten von europäischen Kollegen werden ebenfalls erfasst.

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Besonders brisant: Interne Analysen deuten darauf hin, dass MCI auch Code-Änderungen und Zwischenablage-Inhalte ausliest. Branchenbeobachter warnen, dass diese Daten teilweise unverschlüsselt gespeichert wurden. Das Problem: Arbeitsplatzdaten enthalten oft hochsensible Informationen, die ungewollt in KI-Modelle einfließen könnten.

EU-Datenschützer schalten sich ein

Datenschutzorganisationen schlagen Alarm. Kleanthi Sardeli von der Datenschutzgruppe NOYB sieht klare Verstöße gegen die DSGVO. „Schon die indirekte Erfassung europäischer Daten durch die Kommunikation mit US-Kollegen könnte gegen EU-Recht verstoßen“, warnt die Expertin. Besonders problematisch: Die Prinzipien der Zweckbindung und Transparenz seien verletzt, da EU-Mitarbeiter nicht der Nutzung ihrer Daten für KI-Training zugestimmt hätten.

Der Irish Council for Civil Liberties (ICCL) fordert eine Untersuchung durch die irische Datenschutzkommission (DPC), Metas wichtigster EU-Aufsichtsbehörde. Meta habe die DPC zwar informiert, dass das Tool nicht primär auf EU-Mitarbeiterdaten abziele – doch die schiere Menge der gesammelten Daten mache eine formelle Prüfung erforderlich, argumentiert die Bürgerrechtsorganisation.

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Widerstand in den eigenen Reihen

Das Programm stößt auch intern auf erheblichen Widerstand. Mehr als 1.000 Mitarbeiter haben eine Petition gegen die Einführung von MCI unterzeichnet. Die Belegschaft beklagt zudem technische Probleme: Bei einigen Angestellten verbrauchte die Überwachungssoftware innerhalb weniger Tage das gesamte monatliche Datenvolumen ihres Heiminternets.

Für Meta kommt der Datenschutzstreit zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Während die Aktie des Konzerns am Freitag bei umgerechnet rund 590 Euro notierte, müssen Anleger nun das Risiko regulatorischer Konsequenzen für die KI-Strategie des Unternehmens bewerten.

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