Druck, Facebook

Meta unter Druck: EU wirft Facebook und Instagram Dark Patterns vor

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 12:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission sieht bei Facebook und Instagram Verstöße gegen das Digitale-Dienste-Gesetz. Meta drohen Milliardenstrafen.

EU wirft Meta Verstöße gegen Digital Services Act vor
Nahaufnahme eines Smartphone-Bildschirms mit verzerrtem Social-Media-Feed und einem Vorhängeschloss-Symbol, das Betrug darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Zentrum der Kritik stehen manipulative Design-Elemente auf Facebook und Instagram.

Die Risiken durch Cyberkriminalität in sozialen Medien haben einen neuen Höchststand erreicht. Laut aktuellem Cybersicherheitsmonitor des BSI wurden im vergangenen Jahr mehr als zehn Prozent der Nutzer Opfer von Internetkriminalität. Besonders betroffen: Onlineshopping mit 22 Prozent und Online-Banking mit 13 Prozent.

EU-Verfahren wegen „Dark Patterns“

Am 10. Juli 2026 veröffentlichte die EU-Kommission vorläufige Untersuchungsergebnisse. Demnach verstößt Meta mit Facebook und Instagram gegen den Digital Services Act (DSA). Im Fokus stehen sogenannte „Dark Patterns“ und suchterzeugende Design-Elemente.

Dazu zählen das endlose Scrollen, die automatische Wiedergabe von Videos sowie personalisierte Empfehlungen und Push-Benachrichtigungen. Diese Mechanismen sollen besonders bei Minderjährigen Suchtverhalten fördern.

Nach einer formellen Verwarnung am 11. Juli 2026 kann Meta nun zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Bestätigen sich die Verstöße, drohen empfindliche Sanktionen. Das Gesetz sieht Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor.

Bezogen auf die Geschäftszahlen von 2024 könnte die Buße rund acht Milliarden Euro betragen. Analysten halten bei Fortführung des aktuellen Wachstumstrends sogar Strafzahlungen von bis zu 12,5 Milliarden US-Dollar für möglich.

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Die EU wirft Meta vor, mit manipulativen Design-Elementen wie endlosem Scrollen und automatischer Videowiedergabe gezielt Suchtverhalten zu fördern – besonders bei Minderjährigen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihr Kind schützen. Jetzt Eltern-Ratgeber anfordern

Als Reaktion auf die zunehmende Regulierung zog Meta bereits am 10. Juli das KI-Tool „Muse Image“ zurück. Parallel kämpft der Konzern in den USA gegen Klagen von 29 Bundesstaaten und zahlreichen Schulbezirken.

Experten fordern Mindestalter für soziale Netzwerke

Parallel zu den EU-Maßnahmen hat ein Expertengremium heute einen Bericht an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen übergeben. Die Autoren Jörg Fegert von der Uniklinik Ulm und Maria Melchior empfehlen ein verbindliches Mindestalter für die Nutzung sozialer Netzwerke.

Als Vorbild dient Australien, wo ein Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren diskutiert wird. In Europa ist eine EU-weite Lösung geplant, ein konkreter Gesetzesvorschlag wird für den Herbst erwartet. Zur technischen Umsetzung schlagen die Experten die EUDI-Wallet vor. Diese digitale Identität soll ab 2027 eine rechtssichere Altersverifikation ermöglichen, ohne die Anonymität der Nutzer zu gefährden.

Digital Fairness Act in Planung

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Ein ehemaliger Minister wurde kürzlich Opfer einer Facebook-Falle – ein Beispiel, wie leicht auch Erwachsene getäuscht werden. Für Eltern ist die Gefahr für ihre Kinder noch größer. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Dark Patterns erkennen und die Sicherheitseinstellungen optimal nutzen. Schutz-Leitfaden jetzt sichern

EU-Justizkommissar McGrath kündigte für 2026 einen „Digital Fairness Act“ an. Er soll die Verbraucherrechte im digitalen Raum weiter stärken. In Deutschland fordern die Bundesländer zudem eine stärkere Sichtbarkeit von Qualitätsmedien in sozialen Netzwerken.

Ein Vorschlag der Rundfunkkommission sieht vor, Beiträgen professioneller Medien einen „Public Value“-Status zuzuerkennen. Das soll deren Auffindbarkeit in den Algorithmen verbessern. Ein digitaler Medien-Staatsvertrag soll noch im Sommer vorgelegt werden.

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