Meta unter Druck: Letzte Weigerung gegen US-KI-Sicherheitsprüfung
24.06.2026 - 21:13:59 | boerse-global.de
Der Facebook-Konzern ist der letzte große amerikanische KI-Entwickler, der sich noch nicht freiwilligen Sicherheitskontrollen für seine fortschrittlichen KI-Modelle unterzogen hat.
Behörden schalten sich ein
Bundesbeamte haben Meta nach Informationen aus dieser Woche mehrfach kontaktiert. Sie fordern das Unternehmen auf, an einem Sicherheitsbewertungsverfahren des Center for AI Standards and Innovation (CAISI) teilzunehmen. Diese neue Behörde vereint Vertreter des Handelsministeriums, der Nationalen Sicherheitsagentur (NSA), der Cybersicherheitsbehörde CISA sowie des Nationalen Instituts für Standards und Technologie (NIST).
Die Grundlage für das Prüfverfahren bildet eine Anordnung vom 2. Juni. Sie sieht eine 30-tägige Evaluierungsfrist vor, um mögliche Sicherheitslücken oder gefährliche Fähigkeiten neuer KI-Modelle zu identifizieren. Tech-Giganten wie OpenAI, Anthropic, Google DeepMind, Microsoft und xAI haben bereits zugestimmt. Meta zögert noch.
Metas heikle Position
Ein Meta-Sprecher, Francis Brennan, deutete an, dass man kurz vor einer Einigung mit der Regierung stehe. Der Zeitpunkt ist brisant: Erst im April brachte Meta mit Muse Spark ein geschlossenes KI-Modell auf den Markt. Gleichzeitig verfolgt der Konzern mit der quelloffenen Llama-Serie eine ganz andere Strategie.
Genau hier liegt der Knackpunkt. Wie soll die 30-tägige Prüfungsfrist bei Modellen funktionieren, die für die öffentliche Freigabe bestimmt sind? Die Regierung will offenbar verhindern, dass offene KI-Systeme unkontrolliert in falsche Hände geraten.
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Verschärfte Gangart der Regierung
Der Druck auf Meta ist kein Einzelfall. Bereits am 12. Juni wies die Regierung Anthropic an, den Zugang zu seinen Spitzenmodellen Fable 5 und Mythos 5 für ausländische Nutzer einzuschränken. Grund: Sicherheitsbedenken.
Die freiwilligen Vereinbarungen mit CAISI geben der Regierung einen Vorsprung: Sie darf „Frontier“-Modelle vor der Markteinführung unter die Lupe nehmen. Ziel ist es, Missbrauch für Cyberangriffe oder andere Sicherheitsverstöße frühzeitig zu erkennen.
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Während die Branche weitgehend mitzieht, bleibt Meta der letzte große Bremser in Washington. Die internen Gespräche laufen. Metas Aktienkurs schloss nach Bekanntwerden der Verhandlungen bei 562,20 Dollar.
