Meta-Vergleich: 18 Milliarden Dollar für Jugendschutz in USA
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 16:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einer weitreichenden rechtlichen Einigung des US-Konzerns Meta mit zahlreichen US-Bundesstaaten hat der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk globale Sicherheitsstandards für Minderjährige in sozialen Medien angemahnt. Türk betonte in einer Stellungnahme, dass der Schutz von Kindern im Internet nicht erst durch Gerichtsverfahren erzwungen werden dürfe.
Der UN-Hochkommissar reagierte damit auf einen Vergleich, den die Facebook-Muttergesellschaft Meta in den USA eingegangen ist. Türk erklärte auf der Plattform X, dass die von Meta angekündigten Designänderungen zwar Forderungen seines Büros entsprächen, die Entwicklung jedoch noch nicht abgeschlossen sei. Es müsse sichergestellt werden, dass Plattformen von Grund auf so konzipiert sind, dass sie die Sicherheit junger Nutzer gewährleisten.
Multimilliarden-Vergleich in den Vereinigten Staaten
Hintergrund der Forderungen ist eine Einigung zwischen Meta und insgesamt 48 US-Bundesstaaten, dem District of Columbia sowie drei Territorien. Das Gesamtvolumen des Vergleichs beläuft sich auf bis zu 18 Milliarden US-Dollar.
Davon sind laut Gerichtsdokumenten zur Beendigung eines Verfahrens in Kalifornien bis zu 16,7 Milliarden US-Dollar für 29 Bundesstaaten vorgesehen. Unter Einbeziehung von Texas erreicht die Summe die Marke von etwa 18 Milliarden US-Dollar.
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Ein wesentlicher Teil der Zahlungen ist an Bedingungen geknüpft. Während Meta mindestens 12,1 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren an die beteiligten Staaten und Territorien leistet, hängen weitere 5,3 Milliarden US-Dollar davon ab, ob Wettbewerber wie YouTube und TikTok ähnliche Sicherheitsmaßnahmen übernehmen. Der Konzern Meta selbst bestreitet im Rahmen der Einigung jegliches Fehlverhalten.
Weitreichende Einschränkungen für jugendliche Nutzer
Die im Vergleich festgelegten Maßnahmen sehen signifikante Änderungen für Nutzer unter 18 Jahren vor. Dazu gehören unter anderem:
- Nutzungszeitbeschränkungen: Die tägliche Nutzungszeit soll auf maximal zwei Stunden begrenzt werden, wobei regelmäßige Pausen nach 15, 60 oder 90 Minuten vorgesehen sind.
- Nachtmodus: In der Zeit zwischen 0:00 Uhr und 6:00 Uhr soll eine Nachtsperre gelten.
- Inhaltsanpassungen: Das Ausblenden von „Likes“ sowie ein Verbot kosmetischer Filter für Minderjährige sind Teil des Maßnahmenpakets.
- Altersverifikation: Es werden strengere Altersprüfungen und erweiterte Kontrollmöglichkeiten für Eltern eingeführt.
Der Generalstaatsanwalt von Virginia, Jay Jones, bezeichnete die Einigung als eine klare Grenzziehung zum Schutz der Jugend. In den Philippinen haben Meta und Roblox bereits strengere Altersverifikationen zugesagt.
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Internationale Reaktionen und anhaltende Kritik
Die Einigung stößt weltweit auf Resonanz. Während Südkorea eine globale Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen fordert, beobachtet die Europäische Union, inwieweit Meta die Nutzung süchtig machender Designs künftig einschränkt. Vertreter aus Australien kritisierten, dass Unternehmen bereits seit längerem über die notwendigen Werkzeuge zum Jugendschutz verfügt, diese jedoch nicht konsequent eingesetzt hätten.
Trotz des historischen Ausmaßes der Zahlung äußerten Kritiker Vorbehalte. Sie bemängelten, dass der Vergleich wesentliche Probleme wie die zugrunde liegenden Algorithmen nicht adressiere und Meta weiterhin Spielraum bei der Definition potenzieller Schäden lasse. Es blieben zudem Lücken im Schutzkonzept bestehen.
Während Meta die Verfahren beilegt, werden in einigen US-Bundesstaaten wie Kentucky separate Klagen gegen andere Plattformen wie TikTok und Roblox weiterverfolgt.
