Meta-Vergleich, Milliarden

Meta-Vergleich: 18 Milliarden Dollar für Kinderschutz in den USA

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 16:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem US-Vergleich mit Meta verlangt Familienministerin Prien europäische Schutzstandards und bringt bei Ausbleiben eine deutsche Regelung ins Spiel.

Meta-Vergleich: Prien fordert EU-weite Altersgrenze für soziale Medien
Ein ausgeschaltetes Smartphone auf einem Holztisch vor dem unscharfen Hintergrund eines europäischen Regierungsgebäudes. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) fordert nach einem weitreichenden Vergleich des US-Konzerns Meta in den Vereinigten Staaten weitreichende Konsequenzen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und der Europäischen Union. Angesichts der in den USA vereinbarten Schutzmaßnahmen drängt die Ministerin auf eine zeitnahe Umsetzung ähnlicher Standards im europäischen Raum.

Prien sprach sich in diesem Zusammenhang für die Einführung EU-weiter Altersgrenzen für die Nutzung sozialer Medien aus. Die Ministerin plädiert für ein Mindestalter von 13 Jahren. Sollte eine einheitliche europäische Lösung nicht zustande kommen, stellte Prien ein nationales Gesetz in Aussicht, um den Schutz Minderjähriger auf Plattformen wie Facebook und Instagram sicherzustellen.

US-Vergleich erzwingt technische Einschränkungen

Hintergrund der Forderungen ist eine Einigung zwischen Meta und zahlreichen US-Bundesstaaten. Der Vergleich sieht vor, dass der Konzern insgesamt rund 18 Milliarden US-Dollar zahlt.

Davon entfallen 16,7 Milliarden US-Dollar auf direkte Zahlungen an 52 US-Staaten (in anderen Quellen werden 48 Staaten genannt), während der verbleibende Betrag über einen Zeitraum von zehn Jahren geleistet werden soll. Eine Richterin hat diesen Vergleich bereits genehmigt. Meta erkennt damit zwar eine rechtliche Verantwortung an, entgeht jedoch einem formellen Schuldeingeständnis.

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Der 35-seitige Vergleich verpflichtet Meta zu signifikanten technischen Anpassungen für minderjährige Nutzer. Dazu gehört eine Begrenzung der täglichen Nutzungsdauer auf zwei Stunden sowie nächtliche Sperren für den Zeitraum zwischen 0 und 6 Uhr.

Zudem müssen Benachrichtigungen deaktiviert und elterliche Kontrollmöglichkeiten erweitert werden. Weitere Maßnahmen umfassen die Einführung eines sogenannten Schulmodus, das Verbergen von Likes sowie die Überwachung der Umsetzung durch einen unabhängigen Monitor.

EU-Kommission droht mit hohen Bußgeldern

Die EU-Kommission hat Meta bereits aufgefordert, die in den USA zugesagten Schutzvorkehrungen auch für europäische Nutzer anzuwenden. Ein konkreter Regulierungsvorschlag der Kommission wird für September erwartet. Sollte der Konzern keine ausreichenden Maßnahmen ergreifen, drohen empfindliche Sanktionen. Die Brüsseler Behörde kann in solchen Fällen Bußgelder von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen.

Bereits seit Mai 2024 führt die EU-Kommission eine Untersuchung gegen Meta durch. Auch Verbraucherschützer fordern nach der US-Einigung strengere Regeln. Sie verweisen darauf, dass Deutschland beim exzessiven Bildschirmkonsum von Jugendlichen eine Spitzenposition einnehme.

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Kritik am unveränderten Geschäftsmodell

Trotz der vereinbarten Zahlungen und technischen Beschränkungen gibt es Kritik an dem Vergleich. Beobachter bemängeln, dass die Einigung keine grundlegende Änderung des Geschäftsmodells von Meta vorsehe.

Die Algorithmen, die für die Bindung der Nutzer an die Plattformen verantwortlich sind, blieben bestehen. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, lediglich das notwendige Minimum zu tun, während die Hauptverantwortung für die Kontrolle weiterhin bei den Eltern verbleibe.

In Deutschland sieht sich Meta zudem mit juristischem Widerstand in einem anderen Bereich konfrontiert. Derzeit läuft eine Sammelklage wegen mutmaßlicher Datenschutzverstöße, für die sich etwa 360.000 Betroffene registriert haben. Hier werden Schadensersatzforderungen zwischen 500 und 1500 Euro pro Person geltend gemacht. Mit einer Entscheidung in diesem Verfahren wird frühestens Anfang 2027 gerechnet.

Mehr zum Thema bei heise online: „Social Media: Prien erwartet Konsequenzen aus Meta-Vergleich in den USA“

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