Rechenzentren, Neun-Milliarden-Deal

Meta vermietet Rechenzentren: Neun-Milliarden-Deal mit Anthropic

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 17:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Meta und Anthropic loten einen Neun-Milliarden-Euro-Vertrag zur Anmietung von KI-Rechenzentren aus. Der Deal würde Metas Wandel zum Cloud-Anbieter markieren.

Meta verhandelt mit Anthropic über Milliarden-Deal für Rechenzentren
Zwei stilisierte digitale Gehirne, die Meta und Anthropic darstellen, verbunden durch leuchtende Datenströme, vor dem Hintergrund einer Serverinfrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Facebook-Konzern will seine Rechenzentren vermieten – und spricht mit dem KI-Entwickler Anthropic über einen Zehn-Milliarden-Euro-Vertrag.

Meta Platforms und das KI-Unternehmen Anthropic führen erste Gespräche über eine mögliche Vereinbarung im Wert von rund neun Milliarden Euro. Der Vorschlag, den Anthropic im Juni 2026 eingereicht hat, sieht vor, dass der KI-Entwickler über zwei Jahre hinweg Metas interne Hardware-Ressourcen anmietet.

Nach Informationen, die Meta derzeit prüft, würde Anthropic monatlich etwa 390 Millionen Euro zahlen. Der Deal soll eine vorzeitige Kündigungsoption enthalten. Offiziell bestätigt hat keines der Unternehmen die Gespräche – doch das potenzielle Geschäft zeigt, wie Meta seine milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren nun selbst nutzen will.

Metas Wandel zum Cloud-Anbieter

Die Verhandlungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Meta seine Ausgaben für Infrastruktur massiv hochfährt. Für 2026 sind Investitionen zwischen 107 und 135 Milliarden Euro geplant. Um diesen Ausbau zu stemmen, hat Meta kürzlich Dave Brown eingestellt – einen ehemaligen Manager von Amazon Web Services, der nun die Infrastruktur-Sparte leitet. Intern firmiert das Cloud-Vermietungsprojekt unter dem Namen Meta Compute.

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Konzernchef Mark Zuckerberg hatte in den vergangenen Monaten mehrfach angedeutet, dass das Unternehmen bereit sei, Cloud-Dienste auch externen Partnern anzubieten – vor allem dann, wenn die eigene Kapazität die internen Anforderungen übersteigt. Dieser Schritt würde Meta in direkte Konkurrenz zu etablierten Cloud-Anbietern wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud bringen.

Anthropic rüstet sich für den Börsengang

Der Vorstoß von Anthropic kommt nicht von ungefähr. Das Startup kämpft mit Kapazitätsengpässen für sein KI-Modell Claude Fable und hat bereits im ersten Halbjahr 2026 massiv in Infrastruktur investiert. Im Mai sicherte sich Anthropic einen 42-Milliarden-Euro-Deal mit SpaceX zur Nutzung der 300-Megawatt-Anlage Colossus 1. Zudem unterzeichnete das Unternehmen kürzlich einen 20-Jahres-Vertrag über 17,7 Milliarden Euro mit TeraWulf für einen Standort in Kentucky, der in der zweiten Jahreshälfte 2027 in Betrieb gehen soll.

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Diese milliardenschweren Infrastruktur-Deals sind die Vorbereitung auf einen geplanten Börsengang im Oktober 2026. Bereits heute unterhält Anthropic Rechenbeziehungen zu anderen Tech-Giganten – darunter Google, Microsoft und Amazon.

Marktreaktion und Finanzkontext

Die Nachricht über die mögliche Leasing-Vereinbarung ließ die Meta-Aktie am 17. Juli um rund zwei Prozent fallen, bevor sie sich in den folgenden Handelstagen wieder erholte. Der Konzern hatte erst im April rund 8.000 Mitarbeiter entlassen und setzt weiterhin auf Effizienz.

Branchenschätzungen zufolge könnten die weltweiten Ausgaben für KI-Infrastruktur im Jahr 2026 zwischen 650 und 745 Milliarden Euro liegen. Ein Geschäftsfeld, in dem sich Meta und Anthropic nun positionieren – mit einem Deal, der die Karten auf dem Markt neu mischen könnte.

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