MiCA-Lizenzen: OpenPayd, Ripple und Nodu starten regulierten Krypto-Handel
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 01:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Unternehmen darf damit als Crypto-Asset Service Provider im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum agieren – ein Meilenstein für die Branche.
Die Genehmigung vom 24. Juni 2026 erlaubt OpenPayd, ein breites Spektrum regulierter Dienstleistungen anzubieten. Dazu gehören der Umtausch von Fiat-Währungen in Stablecoins und zurück, die Verwahrung digitaler Vermögenswerte sowie Wallet-Infrastruktur und Stablecoin-Transfers. Das Unternehmen wickelt derzeit ein jährliches Transaktionsvolumen von über 240 Milliarden Euro ab und betreut mehr als 1.100 Geschäftskunden – darunter bekannte Namen wie Kraken, eToro, OKX und B2C2.
Stabilecoins auf dem Weg in den Finanz-Mainstream
„Stablecoins bewegen sich zunehmend in den finanziellen Mainstream“, erklärte CEO Iana Dimitrova. Der MiCA-Rahmen biete die regulatorische Sicherheit, die für weiteres Wachstum nötig sei. Erste Partnerschaften zeigen bereits Wirkung: Circle hat OpenPayd als autorisierten Anbieter für USDC-Konvertierungen benannt, die TON Foundation wählte das Unternehmen für ihr Treasury-Management.
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Parallel zum regulatorischen Vorstoß treibt OpenPayd den Börsengang voran. Durch eine Fusion mit Titan Acquisition Corp. soll das Unternehmen an der Nasdaq notiert werden. Der Deal bewertet die kombinierte Einheit mit rund 1,1 Milliarden Euro und soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Weitere Lizenzen in ganz Europa
OpenPayd ist kein Einzelfall – eine Welle von MiCA-Genehmigungen erfasst die Branche. Am 6. Juli 2026 sicherte sich Ripple eine vollständige MiCA-CASP-Lizenz von der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF. Das Unternehmen hatte bereits im Februar 2026 eine E-Geld-Institut-Lizenz erhalten und kann nun regulierte Verwahrungs-, Handels- und Transferdienstleistungen in allen 30 EWR-Staaten anbieten.
Nur zwei Tage später, am 8. Juli 2026, erteilte die Lettische Zentralbank Nodu sowohl eine MiCA-CASP-Lizenz als auch eine Zahlungsinstitut-Lizenz. Es ist bereits die zehnte derartige Genehmigung in Lettland. Nodu, 2025 von ehemaligen Crassula-Mitarbeitern gegründet, hatte im Dezember 2025 in einer Pre-Seed-Runde 1,45 Millionen Euro eingesammelt.
ESMA verschärft die Aufsicht
Mit dem Ende der MiCA-Übergangsfrist richten die europäischen Aufseher den Fokus auf die operative Kontrolle. Am 12. Juli 2026 startete die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) eine gemeinsame Aufsichtsaktion zur Überprüfung der Widerstandsfähigkeit MiCA-lizenzierter Krypto-Verwahrstellen. Im Mittelpunkt stehen das Private-Key-Management, Transaktionskontrollen, die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle und Risiken durch Drittanbieter.
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Dieser Schritt hin zu einer zentralisierten Aufsicht stößt jedoch auf Widerstand. Malta etwa wehrt sich gegen die Pläne, die Krypto-Überwachung unter dem Dach der ESMA zu bündeln. MFSA-Chef Kenneth Farrugia argumentiert, nationale Aufseher hätten in der frühen Marktentwicklung eine entscheidende Rolle gespielt. Malta stellte vier der ersten MiCA-Lizenzen aus – allerdings prüft die ESMA derzeit, ob die maltesische Behörde bei der Genehmigung bestimmter Börsen Lücken in der Verhaltensbewertung gelassen hat.
Ausblick: Überarbeitung ab 2027 erwartet
Die EU will den MiCA-Rahmen ab 2027 überarbeiten – möglicherweise in Anlehnung an Entwicklungen in den USA rund um den geplanten GENIUS Act. Branchendaten zufolge bleibt Kraken der größte regulierte Handelsplatz nach Liquidität in der Region, gefolgt von Coinbase.
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