Microsoft 365 Copilot: 20 Millionen bezahlte Sitze in Unternehmen
01.06.2026 - 02:18:18 | boerse-global.deDer Softwarekonzern forciert die Integration seiner Power Platform mit KI-Agenten – und treibt damit den Abschied von veralteten Workflow-Systemen voran.
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Das Ende alter Automatisierungslösungen
Die Unternehmenslandschaft für Automatisierung befindet sich im Umbruch. Im April 2026 stellte Microsoft die Nintex SharePoint 2013 Workflow-Engine ein, der On-Premises-Support endet im Juli 2026. Für Unternehmen bedeutet das: Der Umstieg auf moderne Cloud-Alternativen steht an.
Die Kosten sind dabei ein entscheidender Faktor. Zwar können Migrationen mit deutlichen Preiserhöhungen einhergehen, doch Plattformen wie Power Automate bieten einen klaren Vorteil: Rund 1.000 Connectors und native Integration in Microsoft 365 – für etwa 15 Euro pro Nutzer und Monat.
Der Schritt folgt auf frühere Konsolidierungen. Bereits im August 2024 stoppte Microsoft die Erstellung von Office 365 Connectors für die Teams-Updates-App, bestehende Connectors wurden im Oktober 2024 entfernt. Nutzer sollen stattdessen Power Automate verwenden – etwa zum Synchronisieren von Updates mit Excel, zum Erstellen von Einträgen in Microsoft Planner oder zur Verwaltung von Genehmigungs-Workflows in Chat-Kanälen.
KI-Orchestrierung auf dem Vormarsch
Im Mai 2026 führte Microsoft mehrere Neuerungen in Copilot Studio ein. Das Herzstück: ein neu gestalteter Designer mit einer einheitlichen Oberfläche und KI-gestützten Arbeitsschritten. Besonders hervorzuheben ist der Computer Use Agent, der nun allgemein verfügbar ist. Er erlaubt die sichere Nutzung von Anmeldedaten und unterstützt die Modellauswahl von Anbietern wie OpenAI und Anthropic.
Die technischen Verbesserungen der Orchestrierungsebene zahlen sich aus: Die Leistung stieg um 20 Prozent, der Token-Verbrauch sank um 50 Prozent. Für das Dynamics 365 Contact Center in Nordamerika gibt es zudem einen Echtzeit-Sprachagenten mit Funktionen wie Anruferidentifikation, Emotionserkennung und Kontextübergabe.
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Unternehmen setzen massiv auf KI
Die Dimension dieser automatisierten Workflows ist beeindruckend. Im April 2026 meldete Microsoft 20 Millionen bezahlte Copilot Enterprise-Sitze. Mehr als 60 Prozent der Fortune-500-Unternehmen nutzen jeweils über 10.000 Sitze.
Die technische Basis bildet der Durable Task Scheduler (DTS) in Azure Functions. Diese Infrastruktur verarbeitet wöchentlich hunderte Millionen Ausführungen – darunter rund 300 Millionen Memory-Indexing-Aktivitäten und 85 Millionen Discovery-Feed-Generierungen. Die Copilot-Tasks-Funktion allein managt täglich etwa 40.000 Ausführungen für 15.000 aktive Nutzer – ein dreifaches Wachstum innerhalb eines Monats im Frühjahr.
Sicherheit und Governance bleiben zentral. Im März 2026 bestand Microsoft 365 Copilot ein ISO-42001-Überwachungsaudit ohne Abweichungen. Die Zertifizierung umfasst nun auch Copilot Studio. Administratoren können den Zugriff auf verschiedene Modelle steuern und Einstellungen je nach Umgebung variieren.
Der Weg zur einheitlichen KI-Zentrale
Microsoft arbeitet an einem internen Projekt, das seine verschiedenen KI-Tools in einer einzigen Oberfläche vereinen soll. Diese „Super-App" wird voraussichtlich GitHub Copilot, Copilot Chat und Copilot Cowork mit einer neuen agentischen Workflow-Funktion namens Autopilot kombinieren.
Das Ziel: Eine zentrale Anlaufstelle, in der Nutzer nahtlos zwischen privaten und geschäftlichen Konten wechseln können. Ein Start noch im Sommer 2026 ist denkbar, die endgültigen Details stehen allerdings noch nicht fest. Der Schritt folgt dem Branchentrend hin zu „Agent-to-Agent"-Protokollen, die kürzlich allgemein verfügbar wurden und es verschiedenen KI-Agenten ermöglichen, bei mehrstufigen Aufgaben zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten.
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