Microsoft 365 E7: Nagel-Group startet großflächigen KI-Rollout
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 21:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Digitalisierung der Logistikbranche erreicht eine neue Stufe der Integration. Wie am 27. August 2026 bekannt wurde, hat die Nagel-Group als eines der ersten deutschen Unternehmen einen Microsoft 365 E7-Vertrag unterzeichnet. Die Vereinbarung wurde in Hamburg geschlossen und markiert den großflächigen Rollout einer Plattform, die Microsoft 365, Copilot und Agent 365 miteinander verbindet.
Strategische KI-Integration und Prozesssteuerung
Mit dem Wechsel auf das E7-Modell strebt die Nagel-Group eine konsolidierte Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI), Sicherheit und Compliance an. Das Unternehmen greift dabei auf bereits etablierte Erfahrungen zurück: Bereits im Jahr 2023 nahm die Gruppe am Early Access Programm für Microsoft 365 Copilot teil.
Derzeit setzt der Logistikdienstleister die KI-Lösung Copilot aktiv für Kundenumsatzprognosen sowie für die technische Steuerung von Kälteanlagen ein. Ziel der neuen Plattformstrategie ist es, diese Anwendungsfälle auf einer rechtlich abgesicherten und technisch skalierbaren Basis zu verstetigen.
Skalierung in der Handelslogistik
Nicht nur im Kernbereich der Logistikdienstleistung, auch im großflächigen Einzelhandel gewinnt die automatisierte Prozesssteuerung an Bedeutung. REWE digital, die IT-Einheit der REWE Group, die rund 380.000 Mitarbeiter und 12.400 Märkte in 21 Ländern betreut, nutzt Camunda zur Orchestrierung komplexer Abläufe. Das System kommt in den Bereichen Bestellwesen, Rechnungsverarbeitung und Logistik zum Einsatz.
Für das Unternehmen seien dabei insbesondere eine flexible Orchestrierung und eine offene, modulare Architektur maßgeblich. Ein integrierter, compliance-fähiger Layer soll die regulatorischen Anforderungen sicherstellen. Als nächster Entwicklungsschritt ist die Ausweitung der Lösung auf zusätzliche Geschäftsbereiche geplant, wobei die Integration weiterer KI-Komponenten bereits vorbereitet wurde.
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Partnerschaften und spezialisierte ERP-Lösungen
Parallel zu den Infrastrukturentscheidungen großer Marktteilnehmer festigen Software-Spezialisten ihre Zusammenarbeit. Die Unternehmen Scopevisio und Lucanet haben eine strategische Technologie- und Vertriebspartnerschaft für die integrierte Finanzsteuerung in der Cloud vereinbart.
Scopevisio bringt hierbei seine Erfahrung mit über 7.500 Kunden und cloudbasierten ERP-Lösungen ein, während Lucanet seine Plattform für CFO-Lösungen beisteuert, die weltweit von über 6.500 Unternehmen genutzt wird.
Im Bereich des Lebensmittelgroßhandels meldet zudem der Anbieter Compex einen Projekterfolg. Bei der BLF Gruppe in Velbert wurde die ERP-Lösung Compex Commerce implementiert.
Der Großhändler, der täglich mehr als 1.500 Kunden beliefert und rund 16.000 Artikel führt, wickelt damit täglich etwa 1.000 Aufträge mit einem Umfang von bis zu 180 Positionen pro Bestellung ab. In einem nächsten Schritt soll die vollständige Einführung des Logistik-Moduls erfolgen.
Effizienzsteigerung in der Supply Chain und Compliance
Die Bedeutung von KI für die Entlastung administrativer Prozesse wird auch durch aktuelle Kennzahlen des Unternehmens Perzeptron verdeutlicht. Durch den Einsatz der Software MiG zur Schaffung von Transparenz in der Lieferkette und der KI-gestützten Prüfung von Auftragsbestätigungen mittels OCC.AI konnte der wöchentliche Prüfaufwand in Kundenprojekten von 25 bis 30 Stunden auf unter 5 Stunden reduziert werden.
Rund 85 Prozent der Bestätigungen lassen sich damit automatisiert verarbeiten. Das Unternehmen wird diese Anwendungsfälle im Oktober auf der Fachmesse EFX in Stuttgart präsentieren.
Zudem bereiten sich Softwareanbieter auf regulatorische Änderungen vor. Basware erweitert sein Angebot im SAP Store um Lösungen für E-Invoicing und Steuer-Compliance, die über 190 Länder abdecken. Dies geschieht vor dem Hintergrund der am 1. September 2026 startenden ersten Phase der E-Invoicing-Reform in Frankreich, für die Basware bereits seit Anfang des Jahres als zertifizierte Plattform registriert ist.
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Öffentliche Förderung und Qualifizierung
Flankiert wird die technologische Entwicklung durch öffentliche Fördermaßnahmen und Bildungsinitiativen. In Schleswig-Holstein unterstützt das zuständige Ministerium die KI-Adoption in kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Zuschuss in Höhe von 165.000 Euro für eine Open-Source-KI-Plattform.
In Mülheim startet zudem im Oktober 2026 eine 120-tägige KI-Biennale. Das Programm umfasst Workshops zu Geschäftsmodellinnovationen und autonomer KI, um Unternehmen bei der praktischen Umsetzung der neuen Technologien zu unterstützen.
