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Microsoft 365: GoDaddy erzwingt MFA für alle Nutzer ab sofort

24.06.2026 - 14:17:42 | boerse-global.de

GoDaddy setzt neue Sicherheitsstandards um: Multi-Faktor-Authentifizierung wird für alle Microsoft 365-Nutzer verpflichtend.

GoDaddy verschärft MFA-Pflicht für Microsoft 365-Konten
Microsoft - A glowing digital padlock icon hovers over abstract data streams, symbolizing secure password management for cloud services. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Webhoster GoDaddy hat neue Richtlinien für die Passwortverwaltung von Microsoft 365 veröffentlicht. Unternehmen müssen sich auf strengere Sicherheitsauflagen einstellen.

Die aktualisierten Verfahren treten heute in Kraft und reagieren auf die verschärften Cyber-Essentials-Plus-Anforderungen für 2026. Im Kern geht es um die verpflichtende Einführung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Nutzer in der Cloud. Branchendaten zufolge blockiert MFA rund 99,9 Prozent aller kontobasierten Angriffe – ein entscheidender Hebel im Kampf gegen Account-Hijacking.

Neue Passwortlängen als Kompromiss

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Die überarbeiteten Standards verzichten auf erzwungene, regelmäßige Passwortwechsel. Stattdessen setzen sie auf eine klare Mindestlängen-Regelung: Acht Zeichen, wenn MFA aktiv ist, zwölf Zeichen ohne MFA. Das soll die Sicherheit erhöhen, ohne die Nutzer durch ständige Änderungen zu frustrieren.

GoDaddy weist darauf hin, dass Passwort-Updates über das Email & Office Dashboard bis zu 30 Minuten benötigen können, bis sie in der gesamten Microsoft-365-Umgebung synchronisiert sind. Mehr als 50.000 Organisationen haben bereits eine Zertifizierung nach den neuen Standards erreicht.

Die Achillesferse: Administrator-Accounts

Doch die verschärften Sicherheitsmaßnahmen bringen neue Risiken mit sich. Technische Foren von Microsoft verzeichnen allein im Juni über 160.000 Anfragen zu Outlook und Account-Zugriffen. Ein wiederkehrendes Problem: Administratoren, die sich selbst aussperren.

Besonders brisant wird es, wenn ein sogenannter „Sole Global Administrator“ den Zugriff auf die Microsoft Authenticator App verliert – ohne alternative MFA-Methoden hinterlegt zu haben. Die Wiederherstellung erfordert dann die Einschaltung eines spezialisierten Data-Protection-Teams bei Microsoft. Ein zeitaufwendiger und nervenaufreibender Prozess.

Sicherheitsexperten empfehlen daher dringend, mindestens zwei Global-Administrator-Konten einzurichten und sogenannte „Break-Glass“-Accounts für Notfälle vorzuhalten. Wer sein Smartphone wechselt, sollte zudem mehrere MFA-Methoden hinterlegen. Denn Microsoft Authenticator exportiert die MFA-Seeds nicht für lokale Backups – ein Wechsel wird ohne vorherige IT-Intervention schnell zur Falle.

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Neue Automatisierungstools für IT-Profis

Um die komplexen Identitätsumgebungen beherrschbar zu machen, wurden Anfang der Woche neue technische Ressourcen veröffentlicht. Ein 431-seitiger Leitfaden zur Automatisierung von Microsoft 365 mit PowerShell steht bereit. Er behandelt das Microsoft Graph PowerShell SDK und Entra ID und liefert Skripte für die Verwaltung von Workloads und Identitätsanbietern in Cloud- und Hybrid-Umgebungen.

Parallel dazu hat Microsoft im Juni eine Vorschau für Edge gestartet. Administratoren können darin Vorabversionen in einer abgeschotteten Sandbox testen. So lassen sich neue Sicherheitsrichtlinien und Profileinstellungen auf Stabilität prüfen, bevor sie im gesamten Unternehmen ausgerollt werden. Ziel ist eine effizientere Verwaltung des Microsoft-Entra-ID-Single-Sign-On (SSO) – ein Login für alle Anwendungen.

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