Microsoft-AMD-Deal, Helios-Plattform

Microsoft-AMD-Deal: Helios-Plattform für KI-Trainingsaufgaben

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 23:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft integriert AMDs neue Helios-Plattform mit MI455X GPUs in Azure. Analysten sehen ein Projektvolumen von bis zu zehn Milliarden Euro.

Microsoft investiert Milliarden in AMD Helios KI-Infrastruktur
Ein leuchtender Server-Rack mit dezenter AMD- und Microsoft-Azure-Branding, umgeben von abstrakten digitalen Datenströmen, die KI und Cloud-Integration symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Cloud-Riese setzt auf die neue Helios-Plattform von AMD – ein Milliarden-Deal für die Zukunft der Künstlichen Intelligenz.

Microsoft und AMD haben heute eine weitreichende Erweiterung ihrer Partnerschaft bekannt gegeben. Im Zentrum steht die Integration der neuen AMD Helios Rack-Scale-Infrastruktur in die Azure-Cloud. Die Lösung soll massive KI-Trainingsaufgaben, das Ausführen modernster Modelle und die wachsende Nachfrage nach sogenannter „agentischer KI" bewältigen.

Technische Details der Helios-Plattform

Die Helios-Infrastruktur vereint mehrere Hardware-Komponenten der nächsten Generation in einem einheitlichen Rack-System. Herzstück ist die Instinct MI455X GPU in Kombination mit dem 6. Generation EPYC-Prozessor mit dem Codenamen „Venice". Diese CPUs basieren auf der Zen-6-Architektur und liefern die primäre Rechenleistung. Für die Netzwerk-Kommunikation im Hintergrund sorgen Pensando Data Processing Units (DPUs).

Die technischen Daten können sich sehen lassen: Ein einzelnes Helios-Rack erreicht 2,9 Exaflops FP4-Leistung und verfügt über 31 Terabyte HBM4-Speicher. Das System ist auf extrem schnellen Datentransfer ausgelegt – die aggregierte Scale-Out-Bandbreite beträgt 43 Terabyte pro Sekunde. Abgerundet wird das Paket durch die ROCm-Softwareumgebung, die Kompatibilität mit wichtigen KI-Frameworks wie PyTorch, TensorFlow und JAX sicherstellt.

Neue virtuelle Maschinen in Azure

Parallel zur Hardware-Offensive führt Microsoft neue Azure-VM-Familien ein, die auf spezifische Hochleistungs-Workloads zugeschnitten sind. Die ND MI455X v7 VMs werden das primäre Vehikel für groß angelegte KI-Inferenz sein.

Darüber hinaus stellte Microsoft zwei weitere Serien vor, die von den neuen EPYC-Venice-Prozessoren angetrieben werden:

  • HDv2-Serie: Optimiert für agentische KI und komplexe Daten-Pipelines. Diese Instanzen bieten rund 500 Venice-Kerne, 4 Terabyte RAM und 32 Terabyte NVMe-Speicher.
  • HXv2-Serie: Entwickelt für das Halbleiterdesign und die elektronische Designautomatisierung (EDA). Diese VMs kommen auf 176 Kerne mit Taktfrequenzen über 5 GHz und 800 Gbit/s InfiniBand-Anbindung.

Microsoft bestätigte zudem, dass die hauseigene Azure-Boost-Technologie mit der AMD-Netzwerkhardware integriert wird, um die Performance in den Rechenzentren weiter zu optimieren.

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Zeitplan und Markteinordnung

Die Auslieferung der Helios-Rack-Systeme soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen, die Massenproduktion ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Die zugrunde liegenden EPYC-Venice-Prozessoren werden am 22. und 23. Juli 2026 auf der Veranstaltung „Advancing AI 2026" offiziell vorgestellt.

Branchenanalysten schätzen den Gesamtumfang dieser Bereitstellung auf Hunderttausende GPUs mit einem Projektvolumen zwischen fünf und zehn Milliarden Euro. Der Schritt folgt auf eine Phase starken Wachstums im AMD-Rechenzentrumsgeschäft: Das Unternehmen meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 5,78 Milliarden Euro in diesem Bereich – ein Anstieg von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Marktschätzungen zufolge liegt der GPU-Anteil von AMD in der Microsoft-Infrastruktur inzwischen bei etwa 25 bis 30 Prozent. Das Unternehmen rechnet damit, dass die KI-bezogenen Einnahmen ab 2027 jährlich zweistellige Milliardenbeträge erreichen werden.

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