Microsoft, AMD

Microsoft & AMD: Helios-GPUs sollen 25–30% der Azure-Infrastruktur stellen

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 17:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft vereinfacht mit einer neuen Option im Partner Center den Einkauf spezialisierter Cloud-Angebote und treibt die KI-Infrastruktur voran.

Microsoft Partner Center: Neue Funktion für Cloud-Lösungen
Moderner Büroarbeitsplatz mit Laptop, der eine digitale Marktplatzoberfläche zeigt, mit Blick auf die Stadtsilhouette. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Funktion im Partner Center vereinfacht den Einkauf spezialisierter Cloud-Lösungen.

Microsoft hat eine neue Funktion im Partner Center eingeführt, die es Kunden ermöglicht, direkt über die Marketplace-Listings private Angebote anzufordern. Die am 20. Juli 2026 vorgestellte Aktualisierung soll den Beschaffungsprozess für spezialisierte Cloud-Lösungen deutlich vereinfachen.

Die Funktion „Request private offer" steht zunächst für mehrere Kategorien zur Verfügung, darunter Software as a Service (SaaS), Azure-Anwendungen, Container und Virtual-Machine-Angebote. Um die Kontrolle über die Vertriebsprozesse zu wahren, ist die Funktion standardmäßig deaktiviert – Partner müssen sie für ihre Listings manuell aktivieren.

Globale Expansion der privaten Angebote

Die Einführung der direkten Anforderungsfunktion folgt auf die jüngste Ausweitung der Multiparty-Privatangebote von Microsoft. Bereits am 16. Juli 2026 hatte der Konzern diese Möglichkeit auf drei neue Märkte ausgeweitet: Australien, Japan und Südafrika. Damit können mehrere Partner nun gemeinsam an einem Kundenangebot arbeiten – das ermöglicht komplexere Lösungsarchitekturen und Finanzierungsmodelle innerhalb des Microsoft Marketplace.

Parallel dazu gibt es Fortschritte bei der Cloud-Infrastruktur in Südafrika: Die JHB1-Einrichtung von Africa Data Centres in Johannesburg wurde am 20. Juli 2026 als Microsoft Azure ExpressRoute Metro-Peering-Standort ausgewiesen. Es ist der zweite Peering-Standort im Großraum Johannesburg und unterstützt die regionale Cloud-Konnektivität sowie die lokale KI-Wirtschaft.

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Strategischer Schwenk zur KI-Produktion

Diese Marketplace-Neuerungen kommen kurz vor dem digitalen Event MCAPS Start for Partners am 22. Juli 2026. Microsoft-Führungskräfte wie Judson Althoff, Nicole Dezen und Stephen Boyle werden dort voraussichtlich die Prioritäten für das Geschäftsjahr 2027 vorstellen.

Ein zentraler Schwerpunkt des kommenden Jahres ist der Übergang der Kunden von ersten Copilot-Tests zu produktiven Großeinsätzen. Die Strategie setzt auf eine „Frontier Transformation" – Künstliche Intelligenz soll als gesteuerte und wiederholbare Geschäftsfähigkeit in Microsoft 365, Azure, Dynamics 365 und Microsoft Fabric etabliert werden. Partner werden ermutigt, ergebnisorientierte Engagements mit Workflow-Analysen und Erfolgsmessung anzubieten.

Partnerprogramm und Infrastruktur-Anpassungen

Microsoft passt auch die Anforderungen seines Partner-Ökosystems an die KI-zentrierte Roadmap an. Die Spezialisierung Adoption & Change Management wurde am 25. Juni 2026 eingestellt, während die Microsoft 365 Copilot-Spezialisierung mit neuen Zertifizierungsanforderungen aktualisiert wurde. Zudem stehen den Partnern nun Audit-Checklisten für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 zur Verfügung.

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Um den Rechenbedarf dieser KI-Modelle zu decken, haben Microsoft und AMD ihre langjährige strategische Partnerschaft ausgeweitet. Die Zusammenarbeit umfasst den Einsatz von AMD Helios-Rack-Scale-Systemen für Azure-Inferenz. Die Helios-Plattform mit MI455X-GPUs und Venice-Epyc-CPUs soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgeliefert werden.

Branchenanalysten schätzen, dass AMDs Anteil an den GPU-Beschaffungen von Microsoft auf 25 bis 30 Prozent steigen könnte, sobald diese KI-Großsysteme in die Azure-Infrastruktur integriert sind. Neue VM-Instanzen wie die HDv2 für agentische KI und die HXv2 für das Halbleiterdesign sind ebenfalls für den Einsatz auf der neuen Hardware vorgesehen.

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