Microsoft, KI-Rechenzentrum

Microsoft baut viertes KI-Rechenzentrum in Grevenbroich

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 14:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft treibt den Bau von KI-Rechenzentren im Rheinischen Revier voran und investiert Milliarden in den Strukturwandel.

Microsoft kauft Grundstück für viertes KI-Rechenzentrum in NRW
Ein modernes Rechenzentrum mit Reihen von Server-Racks, die blau und grün leuchten und eine hochtechnologische Umgebung darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat einen Kaufvertrag für ein Grundstück in Grevenbroich unterzeichnet – der vierte Standort für ein KI-Rechenzentrum in Nordrhein-Westfalen. Das Projekt soll den Strukturwandel in der Region beschleunigen und tausende Arbeitsplätze schaffen.

Milliarden-Investition im Rheinischen Revier

Der neue Standort in Grevenbroich reiht sich in drei weitere geplante Rechenzentren in Bedburg, Bergheim und Elsdorf ein. Dort investiert Microsoft bereits rund 3,2 Milliarden Euro. Wie viel genau in Grevenbroich fließt, ist noch nicht offiziell bekannt. Schätzungen gehen von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag bis zu einer Milliarde Euro aus.

Die Bauarbeiten stehen noch unter Vorbehalt der Baugenehmigung. Den Betrieb erwartet Microsoft frühestens Anfang der 2030er-Jahre. Agnes Heftberger, Chefin von Microsoft Deutschland, bezeichnete NRW als strategisch entscheidende Region für Künstliche Intelligenz. Grevenbroichs Bürgermeister Klaus Krützen sprach von einem wichtigen Signal für den Strukturwandel im Rheinischen Revier.

Sovereign Cloud für den öffentlichen Sektor

Parallel zur physischen Infrastruktur arbeitet Microsoft mit SAP und OpenAI an der Initiative „OpenAI for Germany“. Ziel ist ein souveräner Cloud-Dienst speziell für deutsche Behörden und öffentliche Einrichtungen. Gehostet wird der Dienst auf SAPs Delos Cloud, der Start ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Für die nötige Rechenleistung sorgen 4.000 Grafikprozessoren (GPUs).

Effizienzoffensive und eigene KI-Modelle

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Microsoft justiert zugleich seine Konzernstrategie neu. Der Fokus liegt stärker auf Kosteneffizienz und direkter Umsetzung bei Kunden vor Ort. Mit Microsoft Frontier Co. gründete der Konzern ein 2,5-Milliarden-Euro-Projekt, das rund 6.000 Ingenieure beschäftigt. Sie implementieren KI-Systeme direkt bei Unternehmen. Zu den ersten Kunden zählen Unilever, Accenture und die London Stock Exchange Group.

Ein weiterer Schritt: Microsoft setzt zunehmend auf eigene Technologie, um Kosten zu senken. Die hauseigenen MAI-Thinking-1-Modelle mit einer Billion Parametern ersetzen nach und nach Dienste von Partnern wie OpenAI und Anthropic – etwa in Excel und Outlook. KI-Chef Mustafa Suleyman begründet den Schritt mit den hohen Kosten externer Anbieter.

Personalabbau und neue Stellen

Trotz der massiven Investitionen in KI-Infrastruktur baut Microsoft weltweit Stellen ab. Rund 2,1 Prozent der Belegschaft sind betroffen, das entspricht etwa 5.000 Arbeitsplätzen. Der Großteil der Streichungen – rund 3.200 Stellen – entfällt auf die Xbox-Sparte. Gleichzeitig schreibt der Konzern über 1.200 neue Positionen speziell für die KI-Entwicklung aus.

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Energieversorgung aus den USA

Um die wachsende Zahl an Rechenzentren mit Strom zu versorgen, sichert sich Microsoft langfristige Energieverträge. Der Konzern schloss einen 20-Jahres-Abnahmevertrag für die Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Three Mile Island Unit 1 in Pennsylvania. Das 1,6-Milliarden-Euro-Projekt soll 835 Megawatt CO?-freien Strom liefern – genug, um die globalen KI-Operationen von Microsoft zu versorgen.

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