Microsoft bietet 60.000 Mitarbeitern Abfindungen an
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 21:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMicrosofts Personalangebot in vier Ländern
- Microsoft bot Beschäftigten in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien freiwillige Abfindungen an.
- Zum Ende des Geschäftsjahres Ende Juni beschäftigte der Konzern rund 223.000 Menschen.
- Bei einem früheren Vorruhestandsangebot lag die Annahmequote bei 30 Prozent.
Microsoft plant freiwilligen Personalabbau
Microsoft hat rund 60.000 Beschäftigten in Kanada, Indien, Großbritannien und den USA angeboten, das Unternehmen gegen eine Abfindung freiwillig zu verlassen. Der Konzern geht davon aus, dass deutlich weniger Mitarbeiter das Angebot annehmen werden als bei einem früheren Vorruhestandsprogramm.
Mehr als ein Viertel der Belegschaft angesprochen
Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres Ende Juni beschäftigte Microsoft rund 223.000 Menschen. Damit richtet sich das Angebot theoretisch an mehr als ein Viertel der weltweiten Belegschaft.
Microsoft erwartet nach eigenen Angaben jedoch eine deutlich niedrigere Annahmequote als bei einem früheren Vorruhestandsangebot. Damals hatten 30 Prozent der Berechtigten das Angebot angenommen.
Bereits Stellen gestrichen
Der Windows-Konzern hatte erst vor wenigen Monaten rund 4.800 Arbeitsplätze gestrichen. Das neue Programm ist auf Beschäftigte bestimmter Bereiche in den vier genannten Ländern begrenzt.
KI-Ausgaben erhöhen den Kostendruck
Microsoft erhöht wie andere große Technologiekonzerne seine Ausgaben für KI-Infrastruktur. Auch Google und Meta versuchen, ihre Belegschaften zu verkleinern.
Die freiwilligen Abfindungen sind damit Teil eines größeren Umbaus in der Technologiebranche. Unternehmen investieren in Rechenzentren und KI-Systeme, während sie zugleich nach Möglichkeiten suchen, Personal- und andere laufende Kosten zu senken.
Microsoft verbindet das Abfindungsangebot mit einem tiefgreifenden Umbau seiner Kostenstruktur. Der Konzern investiert Milliarden in Rechenzentren, Chips und weitere Infrastruktur für künstliche Intelligenz und versucht zugleich, die laufenden Personalkosten zu begrenzen.
Das Angebot richtet sich zwar theoretisch an mehr als ein Viertel der weltweiten Belegschaft, ist aber nicht mit einem Abbau in dieser Größenordnung gleichzusetzen. Entscheidend ist, wie viele Beschäftigte die freiwillige Trennung tatsächlich wählen. Microsoft erwartet selbst eine deutlich niedrigere Quote als bei einem früheren Vorruhestandsprogramm, das von 30 Prozent der Berechtigten angenommen worden war.
KI-Investitionen verändern die Personalplanung
Der Vorgang steht für einen Trend, der die gesamte Technologiebranche prägt: Unternehmen bauen ihre Kapazitäten für KI aus und suchen gleichzeitig nach Einsparungen in anderen Bereichen. Freiwillige Abfindungen ermöglichen es, Personal zu reduzieren, ohne unmittelbar betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen.
Für die Beschäftigten in den vier betroffenen Ländern bedeutet das Angebot eine individuelle Abwägung zwischen finanzieller Absicherung und dem Verbleib in einem Konzern, dessen Arbeitsprofile sich durch Automatisierung und KI verändern. Für Microsoft dürfte die Resonanz zeigen, in welchen Bereichen der Umbau besonders stark auf Zustimmung stößt und ob weitere Maßnahmen folgen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: „Microsoft bietet jedem vierten Mitarbeiter eine Abfindung an“ (26.10.2026)
Der Bericht bestätige das Abfindungsangebot für 60.000 Beschäftigte in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien. Als Schwerpunkt nenne er die Kostensenkung zur Finanzierung hoher KI-Investitionen und ordne das Programm als zweites Abfindungsangebot in diesem Jahr ein.
ntv: „Microsoft will rund 60.000 Angestellten Abfindungsangebote machen“ (26.10.2026)
Der Artikel fokussiere auf die betroffenen Konzernbereiche und den Kostendruck durch KI-Investitionen. Er stelle heraus, dass Beschäftigte aus KI, Finanzen und Personalwesen infrage kämen, während Marketing und Sicherheit ausgenommen seien.
Beide Beiträge stimmten bei Umfang, Ländern und dem Zusammenhang mit den KI-Ausgaben überein. Unterschiede gebe es beim Schwerpunkt: Während der Stern die strategische Finanzierung und den Branchenkontext betone, richte ntv den Blick stärker auf die Auswahl der Bereiche.
