Microsoft, CO-Emissionen

Microsoft: CO?-Emissionen um 25% gestiegen auf 20,3 Mio. Tonnen

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 16:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsofts Treibhausgasemissionen steigen 2025 um 25 Prozent. Haupttreiber ist der immense Energiebedarf neuer KI-Rechenzentren.

Microsoft verfehlt Klimaziele: CO2-AusstoĂź durch KI-Boom massiv gestiegen
Großes, modernes Rechenzentrum in der Dämmerung, Serverracks durch Fenster sichtbar, industrieller Dunst in der Luft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Geschäftsjahr 2025 stiegen die Treibhausgasemissionen um rund 25 Prozent auf 20,3 Millionen Tonnen CO?-Äquivalent – ein Anstieg, den das Unternehmen vor allem dem rasanten Ausbau seiner Rechenzentren und der KI-Infrastruktur zuschreibt. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Wert noch bei 16,2 Millionen Tonnen.

Rechenzentren fressen Strom – und Klimabilanz

Der massive Ausbau der Cloud- und KI-Systeme hat das Energieprofil von Microsoft grundlegend verändert. Besonders deutlich wird das bei den sogenannten Scope-2-Emissionen, also den indirekten Emissionen aus eingekauftem Strom. Deren Anteil an der Gesamtbilanz schnellte von 1,6 auf 13,3 Prozent in die Höhe.

Interessant ist der Wandel beim Energiemix: Während der Erdgasverbrauch um 6,5 Prozent sank, stieg der Einsatz von Diesel und Rohöl um satte 51 Prozent. Ein Grund dafür: Microsoft hat aufgehört, sogenannte „ungebündelte" Ökostrom-Zertifikate zu kaufen – eine Entscheidung, die die Vergleichbarkeit der Jahresdaten erschwert.

In einigen Regionen setzt der Konzern zudem auf netzunabhängige Lösungen. Für den geplanten „Monarch Compute Campus" in West Virginia etwa will Microsoft Erdgasgeneratoren nutzen, um unabhängig vom lokalen Stromnetz zu arbeiten. Ein Schritt, der die Klimabilanz weiter belasten dürfte.

Der KI-Wettlauf heizt die Emissionen an

Microsoft steht mit diesem Problem nicht allein da. Die kombinierten Emissionen der drei Tech-Giganten Microsoft, Google und Amazon erreichten im Geschäftsjahr bis März 2026 insgesamt 119 Millionen Tonnen CO? – ein Anstieg von knapp 20 Prozent im Vergleich zu den rund 101 Millionen Tonnen im Vorjahr.

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Die Wachstumsraten im Einzelnen:
- Microsoft: plus 25 Prozent
- Google: plus 18 Prozent
- Amazon: plus 16 Prozent

Um diesen Expansionskurs zu finanzieren, wollen die großen Technologiekonzerne in diesem Jahr gemeinsam 765 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren investieren. Doch der Bau stockt: Branchenstudien zufolge liegen die Installationen für Mechanik, Elektrik und Sanitär auf den Baustellen zwischen 20 und 50 Prozent hinter dem Zeitplan. Das könnte den Rollout von Azure-Diensten und KI-Funktionen verzögern.

2030-Ziel rĂĽckt in weite Ferne

Der jüngste Emissionssprung hat die Lücke zwischen Microsofts aktuellem Fußabdruck und dem selbstgesteckten Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, weiter vergrößert. Die Konzernspitze – darunter Präsident Brad Smith und Nachhaltigkeitschefin Melanie Nakagawa – räumte ein, dass die vorhandenen Nachhaltigkeitslösungen nicht im gleichen Tempo skalieren wie die KI-Nachfrage.

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Immerhin: Microsoft betont, dass verschiedene Maßnahmen verhindert hätten, dass die Emissionen sogar auf geschätzte 34 Millionen Tonnen gestiegen wären. Zudem erreichte der Konzern eine Wiederverwendungs- und Recyclingquote von 92 Prozent für ausgemusterte Hardware. Und bis April 2026 entfielen 78,5 Prozent aller weltweit offengelegten dauerhaften CO?-Entnahme-Käufe auf Microsoft – ein deutliches Signal, dass der Konzern zumindest auf dem Papier versucht, gegenzusteuern.

Doch die Frage bleibt: Kann der Ausbau der KI-Infrastruktur mit den Klimazielen ĂĽberhaupt vereinbar sein? Oder wird der Hype um kĂĽnstliche Intelligenz zur Hypothek fĂĽr die Umwelt?

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