Microsoft Copilot: KI-Wurm verbreitet sich automatisch in Word-Dokumenten
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 15:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Sicherheitsforscher Håkon Måløy hat eine kritische Prompt-Injection-Schwachstelle in Microsoft Copilot für Word entdeckt. Diese Sicherheitslücke ermöglicht die Erstellung eines sogenannten KI-Wurms, der in der Lage ist, sich vollautomatisch zwischen verschiedenen Dokumenten innerhalb der Microsoft-Umgebung zu verbreiten. Die Entdeckung verdeutlicht neue Risiken bei der Integration von Sprachmodellen in produktive Software-Ökosysteme.
Mechanismen der automatisierten Verbreitung
Nach Erkenntnissen von Måløy basiert der Angriff auf verstecktem Text innerhalb von Word-Dokumenten. Dieser manipulierte Text kann die Künstliche Intelligenz Copilot dazu veranlassen, bösartige Anweisungen auszuführen. Da der Copilot tief in die Microsoft-Infrastruktur integriert ist, beschränkt sich die Gefahr nicht auf das einzelne Dokument. Stattdessen könne der KI-Wurm Anweisungen über zentrale Dienste wie SharePoint, Teams, OneDrive und den E-Mail-Verkehr verbreiten.
Ein wesentliches Merkmal dieser Schwachstelle ist die geringe Hürde für eine Infektion. Für den Angriff sei kein besonderer Systemzugriff oder administrative Berechtigungen erforderlich. Es reiche bereits aus, wenn ein Nutzer ein präpariertes Dokument öffne oder Copilot auf ein solches Dokument referenziere. Durch diesen Prozess könne die Schadfunktion ohne weiteres Zutun des Anwenders auf weitere Dateien und Kommunikationskanäle überspringen.
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Zeitverlauf der Meldung und Reaktion von Microsoft
Die Identifizierung der Schwachstelle erfolgte bereits im Frühjahr. Måløy hatte die Sicherheitslücke im März 2026 an Microsoft gemeldet. Die öffentliche Bekanntgabe der Details fand nun nach einer Frist von 144 Tagen statt. In diesem Zeitraum untersuchten Experten die Tragweite des Problems, das trotz monatelanger Bemühungen um Schadbegrenzung als technologisch komplex gilt.
Microsoft bestätigte die Existenz des KI-Wurms, der sich über Word-Dokumente und die Copilot-Funktionen verbreiten kann. Das Unternehmen gab an, ab Ende Juli 2026 partielle Maßnahmen zur Risikominimierung, sogenannte Mitigationen, implementiert zu haben. Diese technischen Vorkehrungen sollen die Ausbreitung erschweren, lösen jedoch nach aktuellem Stand nicht das zugrunde liegende Problem der Prompt-Injection-Anfälligkeit.
Ungelöste Herausforderungen bei GPT-5.6
Trotz der bereitgestellten Schutzmaßnahmen bleibt die Situation für Sicherheitsverantwortliche angespannt. Berichten zufolge ist die vollständige Angriffskette auf der Modellversion GPT-5.6 weiterhin ausnutzbar. Dies deutet darauf hin, dass die grundlegende Architektur der KI-Integration gegen diese Form von manipulierten Eingaben noch nicht vollständig abgesichert werden konnte.
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Der sich selbst verbreitende Prompt-Injection-Angriff habe damit mehrere Phasen der versuchten Fehlerbehebung überstanden. Microsoft betonte jedoch in einer Stellungnahme zum aktuellen Status der Bedrohungslage, dass derzeit kein Exploit bekannt sei, der in freier Wildbahn aktiv ausgenutzt werde. Dennoch mahnen Sicherheitsforscher zur Vorsicht beim Umgang mit Dokumenten aus unsicheren Quellen, solange die technologische Lücke im Zusammenspiel zwischen Word und dem KI-Assistenten besteht.
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