Microsoft Edge: Mozilla kritisiert erzwungene Browserwahl außerhalb der EU
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 23:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Mozilla Foundation übt erneut deutliche öffentliche Kritik an Microsoft und dessen Umgang mit dem hauseigenen Browser Edge. Im Zentrum der Vorwürfe steht die Art und Weise, wie das Windows-Betriebssystem Nutzer zur Verwendung von Edge bewegt und dabei konkurrierende Browser benachteiligt.
Laut der Mozilla Foundation sorgt die Konfiguration von Windows dafür, dass Edge über sogenannte empfohlene Einstellungen als Standardbrowser durchgesetzt wird. Die Organisation sieht darin ein anhaltendes Muster, die freie Wahl der Anwender einzuschränken und dem Microsoft-Produkt einen unfairen Vorteil auf Desktop-Systemen zu verschaffen.
Probleme bei der Systemecke und Link-Weiterleitungen
Ein wesentlicher Kritikpunkt betrifft das Verhalten von Windows außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Dort öffnen sich Verknüpfungen und Web-Links aus zentralen Systemfunktionen wie dem Startmenü, der internen Windows-Suche sowie den Widgets weiterhin zwingend in Edge. Dies geschieht laut Mozilla selbst dann, wenn Nutzer ausdrücklich eine andere Anwendung als Standardbrowser für ihr System ausgewählt haben.
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Zusätzliche Hürden zeigen sich nach Angaben der Organisation zudem bei der Neueinrichtung von Windows 11. Wer Einstellungen und Daten von einem bisherigen Computer übernimmt, erlebt demnach häufig, dass die vormalige Festlegung des Standardbrowsers nicht zuverlässig wiederhergestellt wird.
In der Folge könne sich Edge bei diesem Prozess erneut als bevorzugtes Programm im System festsetzen, ohne dass dies dem ausdrücklichen Willen der Nutzer entspricht.
Regionale Unterschiede durch den Digital Markets Act
Nach Einschätzung der Mozilla Foundation hat Microsoft diese Praktiken offenbar nur im Europäischen Wirtschaftsraum korrigiert. Hintergrund für die dortigen Anpassungen sind die strengen Vorgaben des Digital Markets Act, die von großen Plattformbetreibern mehr Wettbewerbsoffenheit und die Gleichbehandlung von Drittanbietern verlangen.
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In der Europäischen Union müssen Betriebssysteme den Nutzern eine unkomplizierte Wahl alternativer Standardsoftware ermöglichen und dürfen systemeigene Dienste nicht bevorzugen.
Mozilla fordert vor diesem Hintergrund gleiche Wahlmöglichkeiten für Anwender rund um den Globus. Die Beschränkung von Anpassungen auf Regionen mit spezifischer Gesetzgebung führe zu einer Zweiteilung des Marktes. Anstatt faire Wettbewerbsbedingungen und Wahlfreiheit nur dort zu gewähren, wo gesetzlicher Zwang bestehe, solle Microsoft dieselben Optionen und Standards uneingeschränkt weltweit bereitstellen.
