Microsoft Edge: uBlock Origin wird bis Ende 2026 deaktiviert
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 08:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Browser-Markt zeichnet sich eine deutliche Zäsur bei der Unterstützung von Werbeblockern ab. Während Mozilla für seinen Browser Firefox die fortlaufende Unterstützung der Erweiterung uBlock Origin ankündigte, hat Microsoft einen konkreten Zeitplan für das Ende der Unterstützung in seinem Browser Edge vorgelegt. Firefox positioniert sich damit als letzter großer Browser, der das Tool in seiner bisherigen Form weiterhin vollumfänglich unterstützt.
Microsoft Edge forciert Umstellung auf Manifest V3
Microsoft plant, die auf dem Standard Manifest V2 (MV2) basierenden Erweiterungen, zu denen auch die verbreitete Version von uBlock Origin gehört, schrittweise zu deaktivieren. Für reguläre Endnutzer soll dieser Prozess bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Enterprise-Umgebungen erhalten eine verlängerte Übergangsfrist bis Anfang 2027.
Nach Angaben von Microsoft sind bereits 95 Prozent der MV2-Erweiterungen auf den Nachfolgestandard Manifest V3 umgestellt worden. Aktuell verbleiben demnach weniger als 60 Erweiterungen im entsprechenden Store, die noch den alten Standard nutzen.
Als Alternativen zu Edge für Nutzer, die weiterhin auf MV2-Unterstützung angewiesen sind, gelten neben Firefox auch Browser wie DuckDuckGo oder Brave. Der Anbieter Opera plane zudem, den Support für MV2 vorerst fortzusetzen.
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Kapitulation vor Metas Umgehungstaktiken
Zeitgleich mit den architektonischen Änderungen in der Browser-Landschaft sieht sich uBlock Origin mit wachsenden technischen Hürden auf einzelnen Plattformen konfrontiert. Die Maintainer der Filterlisten gaben bekannt, die Bemühungen zur Blockierung von Werbeanzeigen auf Facebook einzustellen. Als Grund für diesen Schritt wurden aggressive Umgehungstaktiken genannt, die Meta bereits seit fünf Jahren verfolge.
Technisch nutzt der Konzern Methoden, um Anzeigen auf der sogenannten DOM-Ebene nahezu ununterscheidbar von organischen Beiträgen zu machen. Dabei wird beispielsweise das Kennzeichnungswort für gesponserte Inhalte in einzelne Buchstaben aufgeteilt, um automatisierte Erkennungsmechanismen zu unterlaufen.
Die Entwickler von uBlock Origin betonten, dass sie keine weiteren offiziellen Korrekturen für das Ad-Blocking auf Facebook mehr integrieren werden. Nutzer behalten jedoch die Option, eigene technische Lösungen über Pull Requests einzureichen.
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Folgen für Datenschutz und Nutzererfahrung
Branchenkenner beobachten, dass Datenschutz-Tools durch diese Entwicklungen an Effektivität verlieren. Dies könne nicht nur die Nutzererfahrung verschlechtern, sondern auch Auswirkungen auf kleinere Publisher haben. Während die klassische Blockierung im Browser erschwert wird, rücken alternative Lösungen in den Fokus. Dazu zählen spezialisierte Content-Blocker für Safari oder DNS-basiertes Blocking über Dienste wie Pi-hole oder NextDNS.
Zudem wird die Rolle von Regulierungen als mögliches Instrument diskutiert. Für den Moment müssen Nutzer jedoch mit einer Zunahme von Werbeeinblendungen auf Facebook rechnen, da die Wirksamkeit alternativer Tools als ungewiss gilt. Firefox bleibt unter den marktdominanten Browsern die einzige verbleibende Plattform, die uBlock Origin eine dauerhafte Basis bietet.
