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Microsoft Entra ID: Kaspersky wehrt mehr als 31.000 Betrugs-Mails ab

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 17:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaspersky dokumentiert zwei Angriffsmethoden, bei denen Kriminelle Microsoft-Weiterleitungen und echte Verifizierungsmails fĂŒr Phishing missbrauchten.

Kaspersky: Über 31.000 Betrugsmails nutzten Microsoft-Dienste
Dunkler Serverraum mit abstrakten Kabelstrukturen und gedimmter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsexperten von Kaspersky haben zwischen dem 1. August und dem 18. September 2026 mehr als 31.000 betrĂŒgerische E-Mails abgewehrt, die offizielle Authentifizierungsdienste von Microsoft fĂŒr Cyberangriffe ausnutzten. Wie das Unternehmen analysierte, missbrauchten die Angreifer dabei legitime Adressen wie login.microsoftonline.com, um EmpfĂ€nger auf Schadseiten oder zu Malware-Downloads weiterzuleiten.

Kaspersky veröffentlichte dazu am 7. Oktober 2026 detaillierte Befunde ĂŒber den Missbrauch von OAuth-Weiterleitungen im IdentitĂ€tsdienst Microsoft Entra ID. Wie aus den Sicherheitsberichten hervorgeht, umgehen die Cyberkriminellen gĂ€ngige Sicherheitsfilter, indem sie echte Microsoft-Infrastruktur als Sprungbrett fĂŒr ihre TĂ€uschungsversuche vorschalten.

Ausnutzung von Microsoft Entra ID und Fehlerumleitungen

FĂŒr die Angriffe registrierten die TĂ€ter nach Angaben von Kaspersky zunĂ€chst ein regulĂ€res Microsoft-Konto und erstellten anschließend eine eigene Anwendung im Microsoft Entra Admin Center. In dieser Konfiguration hinterlegten sie eine sogenannte Redirect-URI, die direkt auf ihre bösartige Zielseite verwies.

Im Anschluss versendeten die Angreifer Microsoft-Weiterleitungslinks mit der zugehörigen Anwendungs-Identifikationsnummer (Application ID). Durch Parameter wie „prompt=none“ und die Angabe ungĂŒltiger Berechtigungsbereiche (Scope) provozierte das System bei Nutzern mit aktiver Microsoft-Sitzung einen Fehler.

Statt eines regulÀren Logins leitete Microsoft Entra den Webbrowser daraufhin automatisch samt Fehlercode an die vom Angreifer hinterlegte Adresse weiter.

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Andrey Kovtun, Manager der Email Threats Protection Group bei Kaspersky, erklĂ€rte dazu, dass betrĂŒgerische Links hierbei nicht im Namen des Unternehmens gefĂ€lscht, sondern ĂŒber dessen offizielle Dienste ausgeliefert werden, was die GlaubwĂŒrdigkeit bei den Opfern massiv steigere.

Missbrauch legitimer Verifizierungsmails

Neben manipulierten OAuth-Links beobachtete Kaspersky eine zweite Angriffsmethode: Hierbei erstellten die Kriminellen eigene Test-Tenants mit Trial-Lizenzen bei Microsoft. Als Organisationsnamen hinterlegten sie gezielte Ködertexte.

Indem sie die E-Mail-Adresse des potentiellen Opfers als Backup-Postfach fĂŒr das neu erstellte Konto angaben, veranlassten sie Microsoft dazu, eine echte, automatisierte Verifizierungsnachricht an das Ziel auszulösen. Diese offizielle Systemnachricht enthielt dann den bösartigen Ködertext der Angreifer.

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Als thematische AufhĂ€nger nutzte die Angriffswelle laut Kaspersky unter anderem gefĂ€lschte Benachrichtigungen zu E-Signaturen, angebliche Aufzeichnungen von Teams-Meetings, Benachrichtigungen zum ZurĂŒcksetzen von Microsoft-365-Kennwörtern sowie politische Themen. Teilweise setzten die TĂ€ter auch prĂ€parierte PDF-AnhĂ€nge ein und ĂŒbertrugen die Zieladresse des Opfers im Parameter fĂŒr den Systemstatus.

Nach EinschĂ€tzung von Kaspersky zielen diese Kampagnen auf sĂ€mtliche Organisationen ab, die Microsoft 365 nutzen. Insbesondere Unternehmen, die sich primĂ€r auf die ReputationsprĂŒfung von Webadressen verlassen, seien gefĂ€hrdet, da die Authentifizierungs-Domains von Microsoft bei Filtern als vertrauenswĂŒrdig eingestuft werden.

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