Microsoft, OpenAI-KI

Microsoft ersetzt OpenAI-KI: Neue MAI-Modelle in Excel und Outlook

Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft tauscht in Excel und Outlook KI-Fremdsysteme gegen günstigere Eigenentwicklungen aus und spart so erheblich Kosten.

Microsofts KI-Strategie: Eigene Modelle ersetzen OpenAI und Anthropic
Nahaufnahme einer leuchtenden, futuristischen Leiterplatte mit komplexen Verbindungen und fließenden digitalen Daten, die fortschrittliche KI-Technologie symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat damit begonnen, in seinen wichtigsten Produktivitätsanwendungen auf hauseigene KI-Modelle umzustellen. Wie aus Unternehmenskreisen bekannt wurde, ersetzen die sogenannten „MAI"-Modelle (Microsoft Artificial Intelligence) zunehmend die bisher genutzten Systeme von OpenAI und Anthropic. Betroffen sind vor allem KI-gestützte Funktionen in Excel und Outlook, wo die neuen Modelle bereits zehntausende Anfragen pro Woche bearbeiten.

Kosteneffizienz als treibende Kraft

Der Hauptgrund für den Wechsel ist simpel: Geld. Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman machte deutlich, dass man die Kosten für die Drittanbieter-Modelle von Anthropic eliminieren wolle. Die Rechnung geht offenbar auf: Das für den Beratungskonzern McKinsey eingesetzte MAI-Modell ist Schätzungen zufolge zehnmal günstiger als das leistungsstarke GPT-5.5.

Anzeige

Während Microsoft seine KI-Modelle für Outlook optimiert, kämpfen viele Anwender noch mit den Grundlagen der Einrichtung und Synchronisation. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Ihnen, Ihr Outlook schnell und problemlos zu konfigurieren und liefert wertvolle Tipps für effizienteres Arbeiten. Outlook-Spezialkurs und Installationshilfe kostenlos sichern

Doch der Preis hat seinen Preis. Benchmark-Tests zeigen, dass das aktuelle Spitzenmodell MAI-Thinking 1 hinter den Angeboten von OpenAI und Anthropic zurückbleibt. Für Unternehmenskunden bedeutet das: Sie zahlen weiterhin ihre Abogebühren, bekommen aber möglicherweise weniger leistungsstarke Technologie. Bereits integriert ist MAI in GitHub Copilot, und ein spezielles Spracherkennungsmodell für Microsoft Teams soll folgen.

Milliarden-Offensive mit 6.000 Ingenieuren

Der Modellwechsel ist Teil einer größeren Neuaufstellung. Erst am 5. Juli kündigte Microsoft die Zusammenlegung seiner privaten und geschäftlichen Copilot-Anwendungen an. Die neue Einheits-App soll sogenannte AutoPilot-Agenten und erweiterte Programmierwerkzeuge enthalten.

Noch ambitionierter ist das Projekt „Frontier Company", das am 2. Juli startete. 2,5 Milliarden Euro investiert Microsoft in diese Initiative, bei der 6.000 Ingenieure direkt in Kundenunternehmen eingebettet werden. Ihr Auftrag: KI-Pilotprojekte so umsetzen, dass sie tatsächlich messbaren Mehrwert liefern. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die überwiegende Mehrheit solcher Projekte scheitert. Konkurrent AWS hat mit einer Milliarde Euro ein ähnliches Modell aufgelegt.

Anzeige

Microsoft treibt die KI-Integration massiv voran, doch wie nutzen Sie die neuen Möglichkeiten wie ChatGPT eigentlich konkret für Ihren privaten oder beruflichen Erfolg? Ein neuer Gratis-Report enthüllt die praktischsten Tricks und fertige Befehle, mit denen Sie im Alltag sofort Zeit sparen. Kostenlosen ChatGPT-Ratgeber jetzt herunterladen

Preiserhöhungen zum Juli

Seit dem 1. Juli zahlen Microsoft-365-Kunden mehr. Die E3-Lizenz stieg von 36 auf 39 Euro pro Nutzer und Monat, die E5-Lizenz von 57 auf 60 Euro. Neu eingeführt wurde eine E7-Stufe namens „Frontier Worker Suite". Zudem führt Microsoft automatische Verlängerungen für nicht zugewiesene Lizenzen ein.

Das alles geschieht vor dem Hintergrund gewaltiger Investitionen: 190 Milliarden Euro gibt Microsoft im Fiskaljahr 2026 für KI-Infrastruktur aus. Der Aktienkurs des Konzerns geriet dennoch unter Druck und fiel zeitweise um fast 20 Prozent. Um Kosten zu senken, strich Microsoft 4.800 Stellen und trennte sich von mehreren Gaming-Studios.

Spannungen mit OpenAI

Obwohl Microsoft 27 Prozent an OpenAI hält, kriselt es in der Partnerschaft. In einem internen Memo vom 7. Juli beklagte OpenAIs Vertriebschefin Denise Dresser, dass die Zusammenarbeit mit Microsoft das Wachstum ihres Unternehmens einschränke. Als entscheidend für die Zukunft sieht OpenAI eine separate Partnerschaft mit Amazon, die mit bis zu 50 Milliarden Euro bewertet wird.

OpenAI selbst wird inzwischen mit über 850 Milliarden Euro bewertet. Analysten rechnen bei einem möglichen Börsengang 2027 mit einer Bewertung von einer Billion Euro. Trotz des Teilausstiegs aus den OpenAI-Modellen bietet Microsoft weiterhin Anthropics Claude in seiner Copilot-Umgebung an – ein Zeichen für eine komplexe Multi-Modell-Strategie.

KI für die Vereinigten Arabischen Emirate

Am 6. Juli weitete Microsoft seine regionalen KI-Aktivitäten aus. Eine Partnerschaft mit Inception42 macht staatliche KI-Agenten der Vereinigten Arabischen Emirate mit Microsoft 365 Copilot kompatibel. Regierungsstellen und Unternehmen in den Emiraten können die Agenten künftig in Teams, Word und Outlook nutzen – mit der Garantie, dass alle Daten im Land verarbeitet werden. Ziel der dortigen Regierung: Innerhalb von zwei Jahren sollen KI-Agenten 50 Prozent aller Verwaltungsaufgaben übernehmen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69717357 |