Microsoft Grevenbroich: Viertes KI-Rechenzentrum im Rheinischen Revier
Veröffentlicht: 01.07.2026 um 20:28 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der US-Konzern Microsoft investiert massiv in Nordrhein-Westfalen und sichert sich ein 23 Hektar großes Grundstück in Grevenbroich. Das vierte Rechenzentrum im Rheinischen Revier soll die Künstliche-Intelligenz-Infrastruktur des Technologieriesen weiter ausbauen.
Die Ankündigung fiel am heutigen Mittwoch auf einer Fachkonferenz in Düsseldorf. Microsoft hat einen Kaufvertrag für das Areal zwischen den Logistikzentren von TST und Lidl nahe Wevelinghoven unterzeichnet – vorbehaltlich der Baugenehmigungen. Das neue Zentrum ergänzt die bereits geplanten Standorte in Bedburg, Bergheim und Elsdorf.
Milliarden-Investition für die Region
Die genaue Investitionssumme für Grevenbroich gab Microsoft nicht bekannt. Branchenkreise schätzen die Kosten auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag – bis zu einer Milliarde Euro. Hinzu kommen die bereits zugesagten 3,2 Milliarden Euro für die drei anderen Standorte im Revier.
Die Bauarbeiten in Grevenbroich werden sich über Jahre hinziehen. Frühestens Anfang der 2030er Jahre soll das Rechenzentrum in Betrieb gehen. Weiter fortgeschritten sind die Planungen in Bedburg und Bergheim: Dort liegen die Baugenehmigungen bereits vor, ein Teilbetrieb könnte 2028 starten.
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Politik begrüßt den Schritt
Sowohl Grevenbroichs Bürgermeister Klaus Krützen als auch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur begrüßten die Investition. Sie sehen darin einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel in der Region. Microsoft-Deutschland-Chefin Agnes Heftberger bezeichnete Nordrhein-Westfalen als strategisch bedeutend für Cloud- und KI-Dienste.
Tausende neue Arbeitsplätze erwartet
Die Rechenzentren dürften den regionalen Arbeitsmarkt spürbar beleben. Nach Unternehmensangaben entstehen pro Standort mehrere hundert direkte Stellen. Hinzu kommen rund 2.500 indirekte Arbeitsplätze – etwa bei Zulieferern und Dienstleistern.
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Umweltaspekte im Fokus
Die hohen Energiebedarfe der Rechenzentren stoßen jedoch auch auf Kritik. Die Organisation Algorithm Watch äußerte Bedenken mit Blick auf die deutschen Klimaziele. Microsoft verweist auf ein neues Kühlkonzept mit geschlossenem Kreislauf, das Wasserverdunstung vermeidet.
Zudem will der Konzern den gesamten Strombedarf seiner Rechenzentren langfristig durch Ökostrom-Abdeckungen decken. Der Konzern setzt dabei auf langfristige Stromabnahmeverträge für erneuerbare Energien. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Klimabilanz der wachsenden KI-Infrastruktur zu sichern, bleibt abzuwarten.
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