Microsoft MAI: Eigene KI-Modelle senken Kosten um 40 Prozent
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 08:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Statt weiterhin massiv auf die Technologie externer Partner wie OpenAI und Anthropic zu setzen, verarbeitet das Unternehmen mittlerweile zehntausende Anfragen pro Woche aus Excel und Outlook über die eigene „MAI“-Architektur.
Kostendruck treibt Eigenentwicklung voran
Der Schritt folgt einem branchenweiten Trend: Tech-Konzerne versuchen, ihre Ausgaben für Künstliche Intelligenz zu senken. Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman hat als klares Ziel ausgegeben, die Abhängigkeit von Anthropic-Modellen drastisch zu reduzieren – und am Ende ganz zu beenden. Interne Projekte wie „Project Orchard“ sollen die Betriebskosten für KI um bis zu 40 Prozent senken.
Die Kostenunterschiede sind enorm. Branchenkreisen zufolge verlangt OpenAI für sein Modell GPT-5.5 rund fünf Dollar pro Million Input-Token und 30 Dollar für die gleiche Menge Output. Anthropics Fable 5 liegt mit zehn beziehungsweise 50 Dollar noch deutlich höher. Microsofts eigenes MAI-Modell – speziell für den Beratungskonzern McKinsey optimiert – soll dagegen zehnmal günstiger sein als GPT-5.5.
Sieben neue Modelle vorgestellt
Auf der Entwicklerkonferenz Build im Juni 2026 präsentierte Microsoft gleich sieben neue MAI-Modelle. Das Flaggschiff MAI-Thinking-1 kommt auf eine Billion Parameter, aktiviert aber pro Berechnung dank einer „Mixture of Experts“-Architektur nur 35 Milliarden. In Codierungsaufgaben kann das Modell mit Claude Opus 4.6 mithalten, bei anderen Benchmarks liegt es noch hinter der Konkurrenz.
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Der Rollout läuft bereits auf mehreren Plattformen:
- Excel und Outlook: Zehntausende Nutzeranfragen pro Woche laufen über MAI
- PowerPoint: Das Modell MAI-Image-2.5 erstellt visuelle Inhalte
- GitHub Copilot: MAI-Modelle unterstützen Entwickler bei ihrer Arbeit
- Microsoft Teams: Das Transkriptionsmodell MAI-Transcribe-1.5 steht kurz vor der Markteinführung
Komplexe Denkaufgaben überlässt Microsoft weiterhin der OpenAI-Infrastruktur. Einfachere oder stark spezialisierte Funktionen wandern dagegen zunehmend auf die eigenen, in der Azure-Cloud gehosteten Modelle. Das verbessert nicht nur den Datenschutz, sondern verringert auch das Risiko von Lieferengpässen.
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Partnerschaft mit OpenAI neu justiert
Der Strategiewechsel folgt auf eine Neuverhandlung der Partnerschaft mit OpenAI im April 2026. Die bisherigen Exklusivitätsvereinbarungen wurden aufgehoben, Microsoft hat nun freie Hand, eigene Modelle zu entwickeln und anzubieten. Offiziell betont der Konzern, dass die Zusammenarbeit mit OpenAI Teil einer hybriden Multi-Modell-Strategie bleibe.
Parallel dazu baut Microsoft seine KI-Sparte um. Die bisher getrennten Versionen von Copilot für Verbraucher und Unternehmen werden zusammengelegt. Eine neue Version des KI-Assistenten soll im August 2026 erscheinen. Der Konzern hat zudem eine eigene KI-Beratungssparte mit einem Umsatzvolumen von 2,5 Milliarden Dollar aufgebaut. Im April 2026 zählte Copilot bereits 20 Millionen zahlende Nutzer.
Marktumfeld bleibt angespannt
Die Entwicklung eigener Modelle ist auch eine Reaktion auf die hohen Bewertungen der KI-Konkurrenz. Anthropic hat kürzlich einen Börsengang mit einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar angemeldet – bei prognostizierten Quartalseinnahmen von 10,9 Milliarden Dollar. Mit den eigenen Alternativen mit Microsoft sich gegen die hohen Preise und Bewertungen des KI-Modellmarkts absichern.
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